Mit seiner Hilfe läuft’s sich besser

Victor Faber öffnete Sanitätshaus in Ihringshausen mit Unterstützung des Kreises

+
Füße stehen im Mittelpunkt: Victor Farber und Mitarbeiterin Irene Sand demonstrieren einen wichtigen Schritt bei der Analyse von Fehlstellungen oder Schäden am Haltungs- und Bewegungsapparat.

Selbstständigkeit kann neue berufliche Perspektiven eröffnen. Einer, der es gewagt hat, ist Victor Farber. In Ihringshausen hat er einen Laden für Orthopädie-Schuhtechnik eröffnet.

Finanzielle Unterstützung bekam er dabei vom Kreis Kassel mit Mitteln zur Förderung von Kleinstunternehmen.

„Das war ein guter Bonus für mich“, sagt der Geschäftsführer Farber. Schon lange wollte er, der über 25 Jahre Branchenerfahrung mitbringt, sich selbstständig machen. Gezielt habe er sich dann nach Förderprogrammen umgeschaut und sei so auf das Angebot des Landkreises gestoßen.

Knapp 51 000 Euro erhielt er. Die flossen in den Innenausbau und die Ausstattung des Ladengeschäftes. Das ist bereits eröffnet und die ersten Kunden waren auch schon da. „Wenn die Baustelle verschwunden ist, dann werden es sicherlich noch mehr“. Denn den Standort direkt an der Veckerhagener Straße mit Parkplätzen vor der Tür, hat der Baunataler Farber mit Bedacht gewählt. Die Verkehrslage sei gut und es habe auch eine Versorgungslücke in Ihringshausen bestanden.

Eine der Ziele des Förderprogrammes ist es, Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen. Deshalb arbeiten im Geschäft neben Farber auch ein Orthopädieschuhmachermeister und Irene Sand. Die gelernte Bandagistin bringt 38 Jahre Erfahrung in der Branche mit und ist spezialisiert auf die Kompressionstherapie bei Ödemkrankheiten. Der Schuhmachermeister kümmert sich gemeinsam mit Farber um die Anfertigung maßgefertigter orthopädischer Hilfsmittel. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Versorgung von Menschen mit diabetischem Fußsyndrom, Sportlern und Kindern.

Da ein Meister im Betrieb ist, kann Farber auch einen Ausbildungsplatz anbieten. Weitere Pläne des Unternehmers für das kommende Jahr: „Wir wollen eine Lauf- und Gehanalyse anbieten“. Dabei wird Farber von Frau und Tochter Unterstützung erhalten, beide sind ausgebildete Physiotherapeuten.

Auch Vizelandrat Andreas Siebert freute sich über Farbers Unternehmergeist. „Ihre Existenzgründung schafft neue Arbeitsplätze und stärkt den ländlichen Raum.“ Der Weg in die Selbstständigkeit stoppe aber oft schon am Startkapital. Daher sei es richtig, mit öffentlichen Mitteln Gründer zu unterstützen.

Das Land Hessen will mit dem Förderprogramm „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“ gezielt Unternehmer unterstützen, die durch ihr wirtschaftliches Engagement die Grundversorgung im ländlichen Raum sicherstellen. Momentan werden Bewerber für die nächste Förderphase gesucht, erklärt Peter Nissen von der Regionalentwicklung des Landkreises. Für 2019 stehen hessenweit drei Millionen Euro zur Verfügung.

So gibt's Geld fürs Unternehmen

Als „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“ gelten Firmen mit maximal neun Mitarbeitern, die in ländlichen Regionen Unternehmen im Diensthandel oder Handwerk gründen oder weiterentwickeln wollen und eine Anschubfinanzierung brauchen. Gefördert werden können zum Beispiel der Kauf einer Betriebsstätte und bauliche Investitionen. Die Förderquote liegt bei 35 Prozent der Nettokosten. Für den nächsten Förderzeitraum läuft die Bewerbungsfrist noch bis zum 10. Mai 2019. 

Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises in Hofgeismar berät Interessenten (Tel. 05 67 1/80 01 24 31 oder Email an peter-nissen@landkreis-kassel.de). Seit dem Beginn des Programmes im vergangenen Jahr konnten sechs Projekte im Landkreis gefördert werden. Besonders gute Chancen haben dabei laut Nissen Projekte die mehr als einen Arbeitsplatz schaffen und Ausbildungsplätze bieten wollen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.