Halle für 1,6 Millionen Euro - Kreis fördert neues Domizil in Fuldatal

Von Vellmar nach Fuldatal: Ladenbau Kersten zieht um

Getreidefeld in Fuldatal
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Auf einem Getreidefeld entsteht momentan die neue Produktionsstätte von Ladenbau Kersten in Fuldatal.

Die Firma Ladenbau Kersten verlagert demnächst ihren Betrieb von ihrem Übergangsdomizil in Vellmar ins Gewerbegebiet Ihringshausen-West.

Fuldatal/Vellmar – Für eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung braucht es manchmal Spürsinn, Geduld und Ideen. So war es offenbar auch im Fall der Firma Ladenbau Kersten, die demnächst ihren Betrieb von ihrem Übergangsdomizil in Vellmar ins Gewerbegebiet Ihringshausen-West verlagern wird. Ab dem Herbst investiert das Unternehmen 1,6 Millionen Euro in den Bau einer Fertigungshalle, in Büros und einen Ausstellungsraum.

Der Landkreis Kassel hat zur Unterstützung des Projekts einen Fördertopf aufgetan, dessen Titel nicht darauf hindeutet, dass damit der Umzug von Unternehmen bezuschusst werden könnte: Ladenbau Kersten erhält aus dem Programm „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“ eine Förderung von rund 199 000 Euro.

Die auf den Bau von Inneneinrichtungen und Mobiliar für die Kosmetikindustrie spezialisierte bundesweit und im deutschsprachigen Ausland agierende Tischlerei will sich vergrößern und den Umsatz steigern. Ursprünglich war das Unternehmen, das nach Angaben seines Inhabers Marko Kersten 2019 mehr als eine Million Euro Umsatz gemacht hat, im Kasseler Stadtteil Harleshausen ansässig. Doch dann wurde der Mietvertrag für die angemieteten Werkstatträume nicht verlängert. „Wir standen am Scheideweg. Ohne eine Vergrößerung des Betriebs hätten wir keine neuen Kunden akquirieren können, weil wir die Kapazitäten nicht hatten“, sagt Kersten.

Auf der Suche nach Unterstützung bekam Kersten über die Handwerkskammer Kontakt zum Service-Zentrum Regionalentwicklung des Landkreises. Bei einer weiteren Hürde half die Gemeinde Fuldatal: Das angebotene Gewerbegrundstück sei Ladenbau Kersten zu groß gewesen, berichtet Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Er fand eine Lösung: Kersten teilt sich nun das Grundstück mit der Vellmarer Automaten-Firma Malsch, die dort bereits eine große Halle in Bau hat.

Inzwischen seien 60 Prozent des Gewerbegebiets Ihringshausen-West – einschließlich einer Erweiterungsfläche – belegt, freut sich Schreiber. Finanziell hat die Gemeinde daran allerdings noch schwer zu tragen: Sie muss die Schulden in Millionenhöhe abtragen, die sie bei der Hessischen Landgesellschaft (HLG) angehäuft hat, die seinerzeit mit der Erschließung in Vorleistung gegangen war. Das Land unterstütze jetzt Fuldatal mit einer Entschuldungshilfe von zwei Millionen Euro, so Schreiber.

Die Firma Kersten beschäftigt einen Meister, drei Gesellen, zwei Azubis und eine Teilzeitkraft. Im Rahmen der Förderung hat sie sich verpflichtet, eine weitere Vollzeitkraft und einen Lehrling einzustellen. Beide könne er gut gebrauchen, auch wenn sein Unternehmen ebenfalls unter der Corona-Krise gelitten habe, sagte Kersten. Schreiber stellte als Willkommensgeschenk gleich einen Auftrag über die Einrichtung von sechs Büroarbeitsplätzen in Fuldataler Kitas in Aussicht.

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