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Waldbrandgefahr: Wie der Landkreis Kassel für den Ernstfall aufgestellt ist 

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Von: Valerie Schaub

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Vom Löschrucksack bis zur Handsäge: Die Feuerwehr in Simmershausen zeigt ihre Ausrüstung für einen Waldbrand. Von links: Gruppenführer Florian Hohmann, Uwe Rühl, Zugführer des Katastrophenschutzlöschzuges und Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek.
Vom Löschrucksack bis zur Handsäge: Die Feuerwehr in Simmershausen zeigt ihre Ausrüstung für einen Waldbrand. Von links: Gruppenführer Florian Hohmann, Uwe Rühl, Zugführer des Katastrophenschutzlöschzuges und Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek. © Valerie Schaub

Obwohl man es im Frühling nicht vermutet, gab es vor kurzem die erste Waldbrandgefahr. Der Regen hat die Lage entspannt. Doch wie ist der Landkreis aufgestellt, falls es brennt?

Kreis Kassel – Das regnerische Aprilwetter ist für den Wald ein Segen. Es entspannt auch die leicht brenzlige Situation von Ende März. Denn da galt laut Deutschem Wetterdienst in der Region Waldbrandgefahr der Stufe 2 von 5.

Wie die Wehren für den Ernstfall ausgestattet und ausgebildet sind, hängt auch von den Kommunen ab, denn jede muss – entsprechend ihrer geografischen Lage – selbst für den Brandschutz sorgen, erklärt Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek.

Ein Waldbrand stellt jede Wehr vor mehrere Herausforderungen. Uwe Rühl ist einer, der es weiß. Er leitet den Katastrophenschutzlöschzug in Fuldatal und bildet seit Jahren aus. Unwegsames Gelände, große Flächen – „das ist körperliche Schwerstarbeit“, sagt er.

Drei theoretische Szenarien geben einen genaueren Überblick:

Waldbrand-Szenario 1: Hüfthohes Feuer

Eine Spaziergängerin wählt den Notruf 112 und meldet ein Feuer im Wald. „Die erste Herausforderung ist die Orientierung“, erklärt Mazassek. Dabei helfen die grünen Schilder, die im Wald Rettungspunkte markieren. KS 563 wäre ein Punkt bei Simmershausen.

Neben der nächstgelegenen Wehr verständigt die Leitstelle auch den jeweiligen Revierförster. Der spielt sowieso eine entscheidende Rolle beim Thema Waldbrand. Weil sich Förster am besten in ihren Waldstücken auskennen, können sie der Einsatzleitung vor Ort wichtige Infos liefern: etwa wo weniger gut brennbare Buchenbestände stehen.

„Wenn es gut läuft, bekommen wir den Brand in Griff. Wenn nicht, muss nachalarmiert werden“, erklärt Mazassek. Dann wird der Katastrophenschutzlöschzug (KatS) einer weiteren Wehr dazugenommen. 26 gibt es im Landkreis. „Wir machen damit keine Feuerwehr platt“, sagt Uwe Rühl. Es bleiben immer genügend Wehrleute im Ort, die den Brandschutz gewährleisten.

Waldbrand-Szenario 2: Löschwasser geht aus

In den Tank eines Löschfahrzeuges passen zwischen 1000 und 1200 Liter, rechnet der Kreisbrandinspektor vor. „Das ist für einen Waldbrand nicht viel.“ Schon allein deshalb werde bei Waldbränden oft mindestens eine weitere Wehr mit Löschfahrzeugen alarmiert. Löschwasser kann vor Ort auch in faltbaren Bottichen gespeichert werden, die die Wehren immer wieder befüllen.

In Waldbrandkarten sind auch Löschteiche eingezeichnet, allerdings könnten diese zugewachsen oder ausgetrocknet sein. Und dann gibt es noch die Möglichkeit, mit einem in Wolfhagen stationierten Abrollbehälter Wasser aus der Fulda zu pumpen und an die Einsatzstelle zu bringen, erklärt Mazassek.

Zur Not muss aus der Luft gelöscht werden: Bei einem Waldbrand 2018 in Baunatal-Rengershausen nahe der ICE-Strecke kam auch ein Löschhubschrauber zum Einsatz.
Zur Not muss aus der Luft gelöscht werden: Bei einem Waldbrand 2018 in Baunatal-Rengershausen nahe der ICE-Strecke kam auch ein Löschhubschrauber zum Einsatz. © Archiv: Tina Hartung

Waldbrand-Szenario 3: Auch die Baumkronen brennen

Laut Kreisbrandinspektor kam ein Waldbrand mit Kronenfeuer bisher kaum vor. Bei hüfthohem Feuer, erklärt er, können Bodentruppen noch viel ausrichten. Neben denn entsprechenden Löschschläuchen und -rucksäcken haben die Wehren auch Handwerkzeuge aus der Forstwirtschaft. Mit Spaten, Hacken und Schaufeln können sie den Boden bearbeiten und verhindern, dass sich das Feuer darüber ausbreitet.

Wenn aber auch die Baumkronen brennen, werde diese Möglichkeit schwieriger, es muss aus der Luft gelöscht werden. Dafür kann die Leitstelle auf Hubschrauber der Bundespolizei in Fuldatal oder der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach zurückgreifen. Auch Flugfeldlöschfahrzeuge aus Calden könnten zur Not helfen.

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