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Wege für das Dorfgemeinschaftshaus in Knickhagen

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Von: Valerie Schaub

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Luftbild von  Knickhagen
Das Dorfgemeinschaftshaus spielt in Knickhagen eine zentrale Rolle: Am Donnerstagabend ging es deshalb darum, wie man das Haus erhalten kann. © Ruth Brosche

Der Ton war oft rau am Donnerstagabend in Knickhagen. Trotzdem gab es am Ende der Bürgerversammlung die Aussicht auf einen Plan. Den Plan, das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) trotz knapper Gemeindekasse und Reparaturstau irgendwie zu erhalten – mit dem Engagement der Bürger.

Fuldatal – Der Abend sollte ein Stimmungsbild abgeben: Was sind Knickhäger bereit, selbst für das DGH zu tun? Dafür hatte der Knickhäger Andreas Heinemann das Treffen zusammen mit den Gemeindevertretern aus dem Ortsteil, Jörg Wagner (FDP-FW) und Jörg Müller (SPD), organisiert. Es sollte auch auf ein geplantes Gespräch mit Gemeindevertretern vorbereiten.

Dass sie das DGH erhalten wollen, machten die rund 40 Gäste mit Zwischenrufen schnell klar. Klar wurde an dem Abend aber auch, dass es dafür Engagement braucht. Offensichtlich unerwartet war auch Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) gekommen. Organisator Heinemann bat ihn auf die Bühne.

Dort schilderte Schreiber unverblümt die Lage der Gemeinde, klärte über die wenigen Einnahmen und hohen Ausgaben auf. Allein der Zuschuss der Gemeinde für Kitas habe sich in seiner Amtszeit vervierfacht. Er beschrieb, wie wenig der Verwaltung übrig bleibe, um in jahrzehntelang vernachlässigte Gebäude und Infrastrukturen zu investieren. Er zählte auf, was in der Gemeinde alles „Schrott“ sei, und wie viel Geld es verschlinge. Er zeigte Verständnis für das Gefühl der Knickhäger und machte deutlich, dass er den Willen zum Engagement wertschätzt.

„Es ist zur Gebietsreform viel geschaffen worden. Dann hat man es unterlassen, sich darum zu kümmern“, sagte Schreiber. Man habe den Menschen nicht gesagt, was Fuldatal kostet. Aber „gegenseitige Schuldzuweisungen helfen nicht weiter“. Keiner wolle das DGH schließen.

Wenn man es renoviere, müsse das Sinn machen. Als Schlüssel für die Situation nannte Schreiber bürgerschaftliches Engagement. Vielleicht könnte man so erreichen, in ein Dorferneuerungsprogramm zu kommen und über Fördermittel und Eigenleistung das Haus angemessen zu renovieren. Das Gebäude dann aufrecht zu erhalten, sei finanziell machbar. Auch in Simmershausen und Wilhelmshausen hätten Bürger so viel erreicht.

„Was müssen wir dafür tun?“, fragte ein Gast. Eine Möglichkeit sei, dass das Ortskuratorium die Bewirtschaftung und Vermietung übernehme. Schreiber stellte aber klar, dass es Jahre dauern kann, in ein Förderprogramm aufgenommen zu werden. Er riet den Knickhägern, sich zunächst zu vernetzen und Koordinatoren zu benennen. „Es braucht für die Gemeinde Partner vor Ort“, sagte er.

Am Ende standen neun Knickhäger auf der Liste der neuen Arbeitsgruppe. Schreiber vereinbarte einen Termin für Ende Mai. Er sagte zu, bis dahin das Haus mit Fachleuten aus der Verwaltung genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand von Plänen und Vorschlägen der Freiwilligen soll dann eine Prioritätenliste erarbeitet werden, um Ehrenamt und professionelle Arbeiten abzustimmen. (Valerie Schaub)

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