Trotz Verträgen mit ACO

Immer noch kein Internet: Anwohner in Wilhelmshausen seit Wochen offline

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Der Router von Achim Seeger aus Wilhelmshausen kann keine Verbindung aufbauen, da die Telekom die Zugangsvariante CLS abgeschaltet hat. 

Das Internet ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Unvorstellbar also, dass Anwohner, Firmen und der Kindergarten in Wilhelmshausen seit mehr als einem Monat aufs Internet verzichten müssen. 

Das Internet ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken – sowohl beruflich als auch privat. Unvorstellbar also, dass Anwohner, Firmen und der Kindergarten in Wilhelmshausen seit mehr als einem Monat auf ihr Internet verzichten müssen – und das trotz bestehender Verträge mit ACO Connect, der Tochterfirma von Götel.

Grund für das Internet-Problem ist die Abschaltung des Übertragungsverfahrens „Carrier Line Sharing“ (CLS). Bei dieser Technik war es möglich, den Telefondienst und den Internetdienst von zwei unterschiedlichen Anbietern zu nutzen; das geht jetzt nicht mehr.

Genau deshalb steht Achim Seeger nun schon seit dem 5. Juli ohne Internet da. Von einem auf den anderen Tag sei er ohne Vorankündigung vom Netz genommen worden. Obwohl er deshalb mit ACO einen neuen Vertrag abschloss – über Telefonie und Internet – habe sich bis heute nichts getan. „Ich habe jede Woche einmal angerufen. Als Antwort bekomme ich immer wieder, dass es an der Telekom liege, da die Rufnummernportierung – die Mitnahme der alten Rufnummer in den neuen Vertrag – gehen müsse“, erzählt Seeger.

Auf HNA-Nachfrage teilte ACO mit: „Hierbei sind wir und die Kunden leider auf die Kulanz der Telekom angewiesen.“ Denn erst wenn die Telekom alle noch bestehenden Telefonie-Verträge vorzeitig kündigt, könne ACO seine Kunden mit Telefon und Internet beliefern.

Kostenlos den Vertrag auflösen

Kunden, die weiterhin Telefonie bei der Telekom nutzen wollen, würden von ACO nicht mehr mit Internet beliefert werden können. Ihnen wurde angeboten, dass sie ihren Vertrag ohne weitere Kosten auflösen können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Außerdem teilte ACO mit, dass sie aktuell die Umrüstung der Technikstandorte in Wilhelmshausen von Richtfunk auf Glasfaser planen: „Sollte alles nach Plan verlaufen, werden wir noch dieses Jahr Glasfaser bis in die Häuser vermarkten und bei erfolgreicher wirtschaftlicher Quote im nächsten Jahr bauen.“

So lange kann und will Achim Seeger nicht mehr warten. Als vorübergehende Lösung habe er sich daher einen GigaCube von Vodafone gekauft. Mit diesem WLAN-Router, der eine SIM-Karte enthält, gelangt Seeger nun über das Mobilfunknetz ins Internet. Den im Juli neu abgeschlossenen ACO-Vertrag hat der Wilhelmshäuser deshalb widerrufen: „Ich sehe da keinen Sinn mehr drin. Laut ACO kann das bis Dezember dauern, bis das von der Telekom bearbeitet wird.“

Ohne offizielle Kundenmitteilung

Seit der CLS-Abschaltung sind auch die Kita und die Krippe in Wilhelmshausen offline. „Wir wurden nur informiert, weil wir angerufen haben. Eine offizielle Kundenmitteilung gab es nicht“, sagt Christian Grams von der Gemeinde Fuldatal. 

Das Problem beim Kindergarten sei allerdings etwas komplizierter, da auch der Telefonanschluss außer Betrieb sei – aufgrund der All-IP Umstellung der Telekom, wodurch Telefonie künftig über das Internet läuft. Obwohl die Gemeinde dagegen war, wurde diese Technik in den Verteilerkästen in Wilhelmshausen von der Telekom umgestellt, erklärt Grams.

Die Situation der Wilhelmshäuser bleibt verworren. Wer weiß, ob sie nicht den Tag, an dem sie wieder online sind, in die Ortsgeschichte eintragen.

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