1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Fuldatal

Zähes Ringen um Kita-Gebühren in Fuldatal

Erstellt:

Von: Amira Sayed El Ahl

Kommentare

Gute Kinderbetreuung ist eine teure Sache: In Fuldatal wird derzeit eine neue Gebühren- und Betreuungssatzung erarbeitet.
Gute Kinderbetreuung ist eine teure Sache: In Fuldatal wird derzeit eine neue Gebühren- und Betreuungssatzung erarbeitet. © Uwe Anspach/DPA

Im Juli müssen die Fuldataler Gemeindevertreter eine neue Kita-Satzung beschließen. Nach drei Jahren müssen sowohl die Betreuungs- als auch die Gebührensatzung überarbeitet werden. Aber auch wenn es noch fast drei Monate bis zur Entscheidung sind, wird schon seit Wochen über die Inhalte diskutiert.

Fuldatal - Grund für die Diskussion um die Kita-Gebühren ist, dass die Gemeindeverwaltung bereits im Januar ein erstes Treffen mit den Elternbeiräten der kommunalen Kindertagesstätten organisiert hatte. „Die Benutzungssatzung besagt, dass die Eltern meinungsbildend miteinbezogen werden sollen in den Prozess“, erklärt Bürgermeister Karsten Schreiber. In zwei Veranstaltungen im Januar und März haben er sowie der zuständige Fachbereichsleiter Michael Thöne die Kalkulationen vorgestellt. Das Treffen sei „sehr emotional“ gewesen, sagt Schreiber. Der Vorwurf der Eltern: Die Verwaltung arbeite nicht mit realistischen Zahlen.

Dabei wird die Entscheidung, die Eltern so frühzeitig zu beteiligen, von den Elternbeiräten sehr begrüßt, wie Thorsten Geidies, Vorsitzender des Elternbeirats der Kita Tanzplatz, sagt. „Vom Prozess her fühlten sich alle gut mitgenommen, aber inhaltlich gibt es Differenzen.“

Die Zahlen

Denn die Verwaltung hat in ihrer Neukalkulationen eine Drittelung der Kosten vorgeschlagen, so wie es historisch eigentlich mal vorgesehen war, wie Thöne betont, also eine Teilung der Kosten zwischen Eltern, Kommune und Land. Derzeit trägt die Kommune fast 65 Prozent, die Eltern knapp 10 Prozent und das Land den Rest der Kosten. „Das ist die Ausgangslage und das kann so nicht weitergehen“, sagt Thöne. Denn in den vergangenen zehn Jahren sei der Zuschussbedarf von 1 Million auf 4 Millionen Euro gestiegen.

Die Kostenkalkulation

Die Verwaltung schlägt nun vor, dass die Eltern 33 Prozent der Gesamtkosten tragen sollen. Den Elternbeiräten der fünf Fuldataler Kindertagesstätten ist das jedoch zu viel. „Generell ist eine Gebührenerhöhung verständlich, jedoch in diesem Maße in keinem Fall verhältnismäßig“, heißt es in ihrer Stellungnahme zur Neukalkulation, die sie in dieser Woche dem Gemeindevorstand vorgelegt haben. Deshalb schlagen die Elternbeiräte eine Erhöhung auf zunächst 15 Prozent der Gesamtkosten ab 2022 vor. Zudem sei eine jährliche Erhöhung um 5 Prozent für die Jahre 2023 und 2024 akzeptabel.

Die Differenzen

Die Kosten sind jedoch nicht der einzige Punkt, in dem die Vorstellungen von Verwaltung und Elternbeiräten auseinandergehen. Unter anderem möchte die Verwaltung die Ermäßigung bei Geschwisterkindern ganz aus der Gebührensatzung streichen. „Eine solche Streichung kann nicht befürwortet werden, auch hier besteht ein soziales Ungleichgewicht“, heißt es dazu im Schreiben der Elternbeiräte.

Auch die Gebühr für das Mittagessen soll um 8 Euro erhöht werden. Die Eltern halten eine Erhöhung aufgrund „der steigenden Kosten durchaus für gerechtfertigt“, schlagen jedoch 3 statt 8 Euro vor.

Ab Sommer 2023 will die Gemeinde zudem die Ganztagsbetreuung in den Kitas Tanzplatz, Simmershausen und Wilhelmshausen beenden. Aufgrund der vorhandenen Datenlage seien die früheren Schließzeiten nachvollziehbar, schreiben die Elternbeiräte. „Allerdings ist davon auszugehen, dass diese Daten nicht die reellen Meldezahlen beim Inkrafttreten der Satzung im September dieses Jahres widerspiegeln.“ Die Daten sollten zuerst in einem Jahr ohne Pandemiebedingungen validiert werden.

Zeitplan

Am 15. Juni kommen Vertreter der Verwaltung, der Fraktionen sowie die Elternbeiräte zu einem dritten Treffen zusammen, um die Positionen zu besprechen. „Wir werden versuchen, einen Kompromiss zu finden“, sagt Thöne. Am 20. Juli entscheiden dann die Gemeindevertreter über die neue Satzung, die am 1. September inkrafttreten wird. „Irgendeine Satzung wird es zum Ende des Jahres geben“, sagt Geidies. (Amira El Ahl)

Auch interessant

Kommentare