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Schlechte Verbindungen wegen Funklöchern in Nordhessen: IHK sammelt weiße Flecken

Funklöcher in der Region
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Funklöcher in der Region

Immer mehr Menschen besitzen ein Smartphone und benutzen es auch unterwegs. Da sind Funklöcher besonders ärgerlich – vor allem für jene, die mitten in einem beruflichen Telefonat unterbrochen werden.

Kreis Kassel - Um dem Problem entgegenzuwirken, hat die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg (IHK) eine Funklochsuche entwickelt. „Wir sind dabei, ein Kataster zu erstellen“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Ulrich Spengler. Über ein Online-Formular kann das Funkloch seit Februar angegeben werden und taucht dann auf einer interaktiven Karte auf. „Wir wollen versuchen, gegenüber den großen Telekommunikationsunternehmen einen gewissen Druck aufzubauen“, sagt Spengler. Die IHK gehe aber auch auf die Verantwortlichen zu und mache auf Schwachstellen aufmerksam.

Der ländliche Raum um Kassel werde immer wieder vernachlässigt, worüber sich bei der IHK einige Betriebe bereits beschwert hätten. Deshalb fordere die Kammer ihre Mitglieder auf, Funklöcher zu melden. Ein ähnliches Projekt der IHK habe es bereits vor zwei Jahren gegeben – aber ob die Funklöcher von damals noch aktuell sind, lässt sich laut Spengler nicht mehr sagen. Deshalb gebe es nun die neue Erhebung.

Funklöcher in Nordhessen: „Am Ende ist es unser Ziel, eine gute Infrastruktur zu haben“

„Am Ende ist es unser Ziel, eine gute Infrastruktur zu haben“, berichtet Spengler – die Ansprüche von Unternehmen wie auch von Privatpersonen hinsichtlich der Internet-Übertragungsraten und der Erreichbarkeit stiegen kontinuierlich. Einer, der die Probleme mit Funklöchern nur zu gut kennt, ist Klaus Zindl.

Der Unternehmensberater hat eine Firma in Fuldatal und ist oft im Umkreis von Kassel unterwegs, wie er berichtet. „Ich telefoniere viel im Auto, das ist Teil meines Arbeitsplatzes“, berichtet er. Immer wieder würden seine Telefonate mit dem Büro oder mit Kunden unterbrochen, weil er auf der Fahrt in ein Funkloch gerate.

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Besonders auf der Strecke Richtungen Willingen und Korbach sei es schlimm: Dort gibt es laut Zindl sechs bis acht Funklöcher. Das erste komme bereits auf der Strecke zwischen Espenau-Schäferberg und Calden. „Wenn ich die Strecke fahre, sage ich im Büro schon, dass sie mich gar nicht erst anrufen brauchen“, sagt Zindl. Gerade im Gespräch mit einem Kunden sei es äußert unangenehm, ständig das Telefonat unterbrechen zu müssen. „Das ist wirklich ärgerlich“, sagt der Unternehmensberater.

Gerät immer wieder in Funklöcher beim Gespräch mit Kunden: Klaus Zindl von der Beratungsgesellschaft Zindl in Fuldatal.

Netzprobleme im Landkreis Kassel: In manchen Kommunen ist es schwierig neue Masten aufzustellen

Anfangs habe er gedacht, es liege an seiner Technik. Mit einem neuen Handy und einer neuen Sim-Karte habe sich allerdings gezeigt, dass die Probleme weiterhin bestehen. „Das ist schon seit Jahren so“, sagt Zindl, er stelle kaum Verbesserung fest. Zindl ist eines der Vorstandsmitglieder des IHK-Ausschusses für Infrastruktur. Dort habe er erfahren, dass es in manchen Kommunen aufgrund von Widerstand schwierig sei, Masten aufzustellen. Das könne er nicht nachvollziehen. „Wir sind uns wohl alle einig, dass wir eine gute Infrastruktur brauchen in Nordhessen“, gibt er zu bedenken.

Auch aufgrund von Corona ändere sich die Arbeitswelt – Menschen benötigten nicht nur am Arbeitsplatz gutes Netz, sondern überall. Das sei auch eine Frage der Effektivität: Wer unterwegs nicht telefonieren kann, dem geht womöglich Zeit verloren. Bei dem Schließen von Funklöchern „geht es um eine Stärkung der Wirtschaft“, findet Zindl.

Service: Das Online-Formular und die Karte mit den bisherigen Meldungen sind unter ihk-kassel.de/funklochsuche zu finden.

Bisher lagen auch die Meinharder Ortsteile Hitzelrode und Motzenrode im Funkloch. Jetzt hat die Telekom oberhalb von Hitzelrode einen Sendemasten gebaut. Der soll Pfingsten in Betrieb gehen. (Lara Thiele)

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