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Fußballer in Wahnhausen kritisieren trockenen Rasen

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Von: Valerie Schaub

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Sebastian Krug vom FC Wahnhausen auf dem trockenen Sportplatz in Wahnhausen
Eigentlich zu trocken, um noch darauf zu spielen: Der Rasen auf dem Sportplatz in Wahnhausen müsste laut Sebastian Krug vom FC Wahnhausen dringend bewässert werden. Sonst droht den Spielern Verletzungsgefahr. Es gibt aber keinen Wasseranschluss. © Valerie Schaub

Trocken und staubig ist der Sportplatz in Wahnhausen. Fast zu trocken, um noch darauf spielen zu können, findet der FC Wahnhausen. Aber es gibt keinen Wasseranschluss.

Fuldatal – Der Sportplatz in Wahnhausen ist laut Vereinsvorsitzendem Sebastian Krug so hart, dass er nach jedem Spiel froh ist, wenn sich niemand verletzt. „Es ist fast so, als würden wir auf der Straße spielen.“

Damit der Rasenplatz eben bleibt und das Gras federt, müsste er bewässert werden. Am knapp einen Kilometer vom Ortsrand entfernt liegenden Platz gibt es aber keinen Wasseranschluss. Seit 2018 sei der Platz jeden Sommer „in einem miserablen Zustand“.

Bisher habe der Verein das hingenommen. „Montags nach den Spielen tut alles weh“, sagt Krug. Durch den harten und unebenen Boden sei der Ball schwer kontrollierbar. Auch die Gastmannschaften „sind nicht erfreut“. Um den Platz für die Spiele zu schonen, trainiert der 130 Mitglieder zählende Verein auf dem Rasen gegenüber. Die kleinere Spielfläche sei zumindest mehr beschattet.

Früher hätten Landwirte mit einem 10 000-Liter-Wasserfass den Rasen bewässert. Auch im vergangenen Jahr habe die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug geholfen, sagt Krug. Mittlerweile habe ein ortsansässiger Landwirt seine Unterstützung angekündigt, aber Krug bezweifelt, dass diese Wassermengen reichen.

Auch die Pflege des Sportrasens werde seit Jahren vernachlässigt. „Wir haben den Platz letztes Jahr in Sparversion gedüngt“, sagt Krug. Die Gemeinde habe ein Teil der Kosten übernommen. Die Möglichkeiten des Vereins seien jetzt erschöpft, eine Lösung müsse her.

Der Platz wurde 1993 angelegt. Es wurden Bäume gepflanzt und ein Teich angelegt. So schildert es Heidrun Gottschalk, die sich mit dem SPD-Ortsverein einen Eindruck von der Lage gemacht hat. Der Teich sollte als Bewässerung dienen, sei aber seit zwei Jahrzehnten trocken. Die SPD habe das Thema auch im Gemeindevorstand angesprochen. Die Rückmeldung: Eine Bewässerung sei nicht leistbar.

Alternativ auf einem anderen Sportplatz im Nachbarort zu spielen, hält Krug für unmöglich. „Die Spielzeiten sind gesetzt, alle Vereine spielen zeitgleich.“ Außerdem ginge die Identifizierung mit dem Verein verloren.

Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) kann den Verein zwar verstehen. Aber der Rasen in Wahnhausen sei immer kaum bewässert worden. „Er hat sich daran gewöhnt und wächst langsamer.“ Für eine Bewässerung fehlten in Wahnhausen zudem Technik, Geld und die politische Entscheidung. Die Problematik sei schon länger allen Beteiligten bekannt.

Zum einen könne die Gemeinde den Landwirt für seine Unterstützung nicht bezahlen. Zum anderen gebe es auch Schwierigkeiten bei der Umsetzung: Um den Sportplatz einmal zu bewässern, bräuchte es 100 Kubikmeter Wasser. Um den Platz feucht zu halten, müsste alle drei Tage gewässert werden. Das alte Ortsnetz wäre bei solchen Wassermengen aber überlastet. Auch eine Zisterne könne nicht genügend Wasser speichern. Zudem beliefen sich die Kosten für einen Wasseranschluss mit Druckanlage für den Sportplatz auf rund 300 000 Euro.

Laut Schreiber war die Zukunft des Fußballs in Wahnhausen lange ungewiss. Erst vor zwei Jahren hätten sich wieder zwei Mannschaften gebildet. Davor hatten die Fußballer aus Wahnhausen in einer Spielgemeinschaft mit Wilhelmshausen gekickt.

Die Sportplätze in Rothwesten, Simmershausen und Ihringshausen werden indes mit einer automatischen Anlage bewässert. Die 1,2 Millionen Liter Trinkwasser pro Platz und Jahr kosten die Gemeinde je 4500 Euro. Weil das Parlament die Unterhaltungskosten auf SPD-Antrag um 15 Prozent reduziert habe, seien die Verträge mit Fachfirmen zur Platzpflege auf den drei Sportplätzen aber gekündigt worden.

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