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Ganzheitliche Behandlung am Zentrum für Tetra- und Paraplegie Hessisch Lichtenau 

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Gehroboter für eine spezielle Therapieform am ZfTP
Gehroboter für eine spezielle Therapieform am ZfTP: Gemeinsam mit Physiotherapeuten erhalten die Patienten, die die medizinischen Voraussetzungen erfüllen, die Möglichkeit, einige Schritte zu gehen. Dabei werden unter anderem Motorik und Muskelaufbau der Patienten trainiert. © Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau

Ein Unfall oder eine Krankheit und das Leben ändert sich schlagartig: Nimmt das Rückenmark Schaden, kann das zu einem Querschnittsyndrom führen, das Lähmungen der Beine und/oder Arme zur Folge hat. 

Im schlimmsten Fall können die Betroffenen alltägliche Aktivitäten – vom Zähneputzen und Anziehen über das Einnehmen von Mahlzeiten bis hin zum Toilettengang – nicht mehr oder nur eingeschränkt allein bewältigen. Besonders wichtig ist dann die pflegerische, medizinische und therapeutische Versorgung an auf das Querschnittsyndrom spezialisierten Einrichtungen, zum Beispiel am Zentrum für Tetra- und Paraplegie an der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau. Es ist als Querschnittgelähmtenzentrum der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) anerkannt und ist damit offiziell eine von nur 33 qualifizierten Einrichtungen dieser Art in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Arbeit am Zentrum für Tetra- und Paraplegie

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Zentrum für Tetra- und Paraplegie (ZfTP) sind auf die Behandlung und Rehabilitation von Menschen mit Querschnittlähmung spezialisiert. Den Mittelpunkt der Arbeit bildet der Mensch, der sich den Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflegerinnen und Pflegern in seiner außergewöhnlichen Lebenssituation anvertraut hat. Das ganzheitliche Behandlungs- und Therapiespektrum der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zielt darauf ab, für die Patientinnen und Patienten eine umfassende Wiedereingliederung in das soziale und möglichst auch berufliche Umfeld sowie größtmögliche Selbstständigkeit zu erreichen. Für dieses Ziel arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter medizinisch, pflegerisch, ergo- und physiotherapeutisch sowie seelsorgerisch fachübergreifend Hand in Hand. Das Versorgungsspektrum kann von der kompletten pflegerischen Übernahme bis hin zur Unterstützung einzelner Bereiche reichen – das hängt immer von der Vollständigkeit und der Höhe der Lähmung ab. In der Pflege kann das etwa die Ganzkörperwäsche im Bett betreffen, Hilfeleistungen beim Essen und sogar die Unterstützung der Atmung.

Aus medizinischer Sicht gilt es etwa die Verhärtung und Steifheit von Muskeln zu behandeln, ebenso wie neurogene Störungen der Blasen- und Darmfunktionen, Druckgeschwüre und lähmungsbedingten niedrigen Blutdruck oder verlangsamten Herzschlag. Die Disziplinen Pflege und Medizin arbeiten bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten Hand in Hand. Auch die psychologische und seelsorgerliche Betreuung hat eine hohe Bedeutung. Für viele Patientinnen und Patienten ist die Umstellung von einem einst selbstständigen Leben zu einer Abhängigkeit in sämtlichen Lebensbereichen schwer.

„Die Arbeit mit Menschen mit Querschnittsyndrom ist komplex. Den Menschen aber helfen zu können, sie zu fordern und zu fördern, macht viel Freude. Es ist eine Pflege, die nicht vielseitiger, vielschichtiger und herausfordernder sein könnte. Genau das macht es besonders, ganzheitlich und interessant, in der Pflege von Menschen mit einer Querschnittlähmung aktiv zu sein“, betont Sandra Küstner, Pflegebereichsleiterin am ZfTP. So individuell das Krankheitsbild sein kann, so individuell müssen auch Pflegende sowie Ärztinnen und Ärzte auf die Patientinnen und Patienten eingehen. Im Vordergrund stehe stets die Teamarbeit, denn nur gemeinsam können die Patientinnen und Patienten erfolgreich rehabilitiert werden. „Jeder Fortschritt, sollte er auch noch so klein sein, erfreut nicht nur das Team. Auch der Patient wird dadurch motiviert“, sagt sie. (nh)

Kontakt:

Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Am Mühlenberg, 37235 Hessisch Lichtenau

Tel 0 56 02 / 83-0

E-Mail: zftp-sekretariat@lichtenau-ev.de

klinik-lichtenau.de

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