„Sie hat ihre Zeit erreicht“

Geh- und Radwegbrücke in Baunatal wird abgerissen

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Alles im Zeitplan: Der Abriss der Geh- und Radwegbrücke über der Altenbaunaer Straße in Baunatal. Hier reißen die beiden Bagger mit ihren Pulverisierern den Beton des Überbaus von der Brücke ab.

Nach 50 Jahren wird die Geh- und Radwegbrücke in Baunatal abgerissen - wir haben uns das mal angesehen.

Zwei Hydraulikbagger der Firma Schnittger stehen sich auf der Landesstraße zwischen Oberzwehren und Altenbauna gegenüber. Unter ihnen ein Bett aus Sand. An ihren Baggerarmen haben sie Pulverisierer angebracht, die wie Dinosaurierköpfe mit spitzen Zähnen aussehen. In diesem Moment trennt sie nur die Geh- und Radwegbrücke im Baunataler Stadtteil Altenbauna.

Der weggetragene Asphalt: Bevor die Brücke abgerissen werden konnte, musste der Asphalt entfernt werden.

Dann geht es los: Die beiden Fahrzeugen rollen aufeinander zu. Mit ihren Armen greifen sie beidseitig nach der etwa 130 Tonnen schweren Brücke. Sie drücken die Zähne ihres Pulverisierers in den Beton, beißen zu und fangen mit dem Abriss der Geh- und Radwegbrücke an. „Sie hat ihre Zeit erreicht“, sagt Carsten Spielmann vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen Kassel.

Die Bauarbeiten liegen voll im Zeitplan. Die Zeit der Geh- und Radwegbrücke ist – nach mehr als 50 Jahren – allerdings abgelaufen. „Alles hat seine Lebensdauer und nichts ist für immer“, sagt Spielmann. Durch Tau, Streusalz und Sprühnebel habe sich Rost an der Brücke gebildet, was einen erhöhten Chlorideintrag im Beton hervorrief und zu starken Schäden, wie Abplatzungen am Beton, führte und das Bauwerk schwächte. Gesamtkosten für den Abriss: 130 000 Euro.

Mit dem Überbau, über den die Fußgänger die Brücke passieren, fing der Abriss am Dienstag an. Um den Halt der 40 Meter langen Brücke zu gewährleisten, wurden zuerst nur die Kragarme bis zum Hauptträger in der Mitte abgerissen. „Der haupttragende Querschnitt bleibt erst mal bestehen, um die Struktur und das System kontrolliert zurückzubauen“, erklärt Spielmann. Danach folgen das Durchtrennen der Bewehrung – Stahldrähte, die zur Erhöhung der Tragfähigkeit dienen – sowie der Abriss der Stützen und Widerlager.

Immer wieder fallen kleinere Betonbrocken von der Brücke ab und landen im Fallbett, welches die Brückenteile während der Abrissarbeiten auffangen soll. Dadurch wird verhindert, dass Schäden an der Bahnstrecke und der Landstraße darunter entstehen. Wie das Bett aussieht? Mehrere Lagen Holzausbohrungen sowie ein Sandbett obendrauf – zusammen 50 Zentimeter dick.

Vollsperrung der L 3219 bis Freitag, 12. Juli

Seit Montag laufen die Arbeiten an der Brücke. Zuvor hatte die Regionalbahn Kassel (RBK) bereits ihre Vorarbeiten erledigt und Oberleitungen sowie Signale beiseitegeschafft. Die Vollsperrung der Landesstraße L 3219 soll in der Nacht zu Freitag, 12. Juli, wieder aufgehoben werden. Der Linienverkehr der Bahn soll ab Montag, 15. Juli, wieder laufen.

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