Steine hauen ist wie Yoga

Gesellin aus Schauenburg ist beste hessische Steinbildhauerin

Mit tierisch-starken Arbeiten zu Top-Platzierungen auf Landes- und Bundesebene: Steinmetz- und Steinbildhauergesellin Pina Hausmann.
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Mit tierisch-starken Arbeiten zu Top-Platzierungen auf Landes- und Bundesebene: Steinmetz- und Steinbildhauergesellin Pina Hausmann.

„Steine hauen ist fast wie Meditation oder Yoga“, sagt Steinmetz- und Steinbildhauergesellin Pina Hausmann. Die 24-Jährige hat im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks geworden.

Schauenburg/Liebenau – Eigentlich wollte sie Schreinerin werden, doch Pina Hausmann hat einfach keinen Ausbildungsplatz gefunden. Nun ist sie Steinmetz- und Steinbildhauergesellin, eine überaus erfolgreiche noch dazu. Im Spätsommer hat sie mit ihrer Prüfung nicht nur ihre dreijährige Ausbildung im Betrieb von Innungsobermeister Jochen Bollerhey in Breitenbach abgeschlossen, mit ihrer Abschlussarbeit ist die 24-Jährige noch dazu Landessiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks geworden.

Vierter Platz für Löwenkörper

Das war ihre Eintrittskarte zu den Bundeswettbewerben „Die gute Form im Handwerk“ und „PLW – Profis leisten was“, für die es Anfang des Monats nach Königslutter ging, wo Hausmanns tierisches Gesellenstück aus hessischem Diabas vor allem anhand seiner schöpferischen Originalität, handwerkstechnischen Ausführung und gestalterischen Qualität bewertet wurde. Einen hervorragenden vierten Platz brachte ihr dort das Hochrelief eines Löwenkörpers ein, das durch seine geschickt ausgearbeiteten geometrischen Formen überzeugte.

Der Löwe verkörpert für mich eine Metapher des Lebens, da er hier vor allem gute Eigenschaften trägt, welche ich selbst als Vorbild betrachte.

Pina Hausmann, Steinmetzin

„Die Mimik und die Formgebung spielen eine besonders große Rolle. Der Löwe soll Stärke und Kraft ausstrahlen, dabei jedoch nicht zu aggressiv und bestimmend wirken“, erklärt die Liebenauerin, die sich nicht ohne Grund für einen Löwen entschieden hat. „Der Löwe verkörpert für mich eine Metapher des Lebens, da er vor allem gute Eigenschaften trägt, welche ich selbst als Vorbild betrachte“, sagt sie überzeugt und bezeichnet ihn als „stark, aber nicht dominant, als würdevolles, weises, aufmerksames und besonnenes Tier, beobachtend und geduldig mit Leidenschaft im Sein und von anderen respektiert“.

Eintauchen in kreative Welten

Vieles davon steckt auch in Hausmann selbst, etwa die Leidenschaft, die immer mitschwingt, wenn sie von ihrer alltäglichen Arbeit berichtet. Da taucht sie ab in ihre eigene Welt, eine kreative Welt, die sie sich so sehr für ihren Beruf gewünscht hat. Das gelingt ihr selbst bei weniger kreativen Aufgaben, die für die junge Frau fast so etwas wie Meditation oder Yoga sind. „Beim Schrifthauen kann ich völlig abschalten und entspannen, manchmal denke ich an überhaupt nichts, und in anderen Momenten kommen mir die verrücktesten und kreativsten Ideen“, sagt sie mit einem überzeugenden Lächeln und berichtet vom Kalkstein, den sie – zusätzlich zum bereits fertigen Löwen – beim „Profis leisten was“-Wettbewerb innerhalb von sechseinhalb Stunden in eine Eule verwandeln musste. Ergebnis: ein zweiter Platz und eine Bestätigung, wie gut es war, keine Lehrstelle als Schreinerin gefunden zu haben. (Sascha Hoffmann)

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