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Regio-Woche zeigt, wie Kitas und Schulen regional versorgt werden können

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Das Essen hat geschmeckt: Auch an der Ludwig-Emil-Grimm-Schule wurde diese Woche regionales Essen ausgegeben. Emir Mete, Clara Kahdemann, Isabella Lippold und Levi Bruchov (alle 7 Jahre) fanden das toll. Hinten von links Susanne Sturmberg-Seeger, Leiterin der Ganztagsschule, Nicole Maisch, Kasseler Schuldezernentin, Caterer Nicolaj Hahn, Projektkoordinatorin Silke Flörke und Vizelandrätin Silke Engler.
Das Essen hat geschmeckt: Auch an der Ludwig-Emil-Grimm-Schule wurde diese Woche regionales Essen ausgegeben. Emir Mete, Clara Kahdemann, Isabella Lippold und Levi Bruchov (alle 7 Jahre) fanden das toll. Hinten von links Susanne Sturmberg-Seeger, Leiterin der Ganztagsschule, Nicole Maisch, Kasseler Schuldezernentin, Caterer Nicolaj Hahn, Projektkoordinatorin Silke Flörke und Vizelandrätin Silke Engler. © Amira El Ahl

Eine Woche lang wurde in 35 Schulen und Kitas in Stadt und Landkreis Kassel bioregionales Mittagessen angeboten. Das Pilotprojekt Regio-Woche bringt Biobetriebe, Caterer und Bildungseinrichtungen zusammen.

Kreis Kassel/Kassel – Salate aus Grebenstein, Eier aus Guntershausen, Rindfleisch aus Baunatal und Kartoffeln aus Liebenau standen in dieser Woche auf dem Speiseplan von 35 Schulen und Kitas in Stadt und Kreis Kassel. Auch die Schüler der Ludwig-Emil-Grimm-Schule in Fuldatal hatten in dieser Woche zum Mittag Lebensmittel auf den Tellern, die aus der Region stammen, nachhaltig und gesund sind – und auf kurzen Wegen zu ihnen kamen.

Nach einer ersten Projektwoche im Oktober fand nun zum zweiten Mal die Regio-Woche in Kassel und dem Landkreis statt, ein vom Ökoaktionsplan Hessen gefördertes Pilotprojekt, dessen Ziel es ist, landwirtschaftliche und verarbeitende Biobetriebe, Caterer und Bildungseinrichtungen zusammenzubringen. Acht Caterer nahmen in dieser Woche teil, die täglich über 7000 Mittagessen aus bioregionalen Zutaten angeboten haben.

Die erste Projektwoche habe man bewusst in den Oktober gelegt, sagt Projektkoordinatorin Silke Flörke, weil in dieser Zeit das Angebot an frischem Obst und Gemüse in der Region reich sei. Die zweite Woche sei im Winter geplant gewesen, musste aber aufgrund der Pandemie verschoben werden. Es sei eine Herausforderung gewesen, nun im Frühsommer einen bioregionalen Speiseplan gemeinsam mit den Erzeugern und Caterern, die sich regelmäßig zu einem Runden Tisch getroffen haben, zu erstellen, weil bis Mai wenig in der Region wachse.

Doch am Ende stand ein ausgewogener und abwechslungsreicher Speiseplan. „Das Ziel dieses Projekts ist der Aus- und Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten“, sagt Flörke. Das Projekt habe gezeigt, dass es möglich ist, Kindern täglich gesundes, regionales Essen zu servieren. Aber es gebe auch noch Herausforderungen.

„Die Logistik war eine Hürde“, sagt Caterer Nicolaj Hahn, der mit seinem Betrieb „Iss was“ 1500 Kinder am Tag in Stadt und Landkreis versorgt. Lieferketten und die Frage der Vorratsräume, die die meisten Caterer nicht haben, müssten geklärt werden. Aber er könne sich gut vorstellen, seine Produktion komplett auf regionale Produkte umzustellen. Allerdings müsse auch geklärt werden, wie die höheren Kosten aufgefangen werden.

Das sei Aufgabe der Politik, betonen Vizelandrätin Silke Engler und Kassels Schuldezernentin Nicole Maisch. „Wir subventionieren das Schulessen“, sagt Engler. „Wenn wir bioregionales und saisonales Essen anbieten wollen, dann müssen wir dafür auch Geld in die Hand nehmen.“ Das Kasseler Stadtparlament hat bereits den Magistrat beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, um den Anteil von saisonalen, regionalen Lebensmitteln in kommunalen Einrichtungen schrittweise zu erhöhen. „Das sehe ich als Auftrag, ein Projekt wie die Regio-Woche zu verstetigen“, sagt Maisch. Stadt und Kreis seien eine Ernährungsregion, betonen Engler und Maisch. Und neben der gesunden regionalen Ernährung habe das Projekt noch ein weiteres Ziel, sagt Engler: „Wir versuchen, den Landwirten vor Ort eine Perspektive zu geben.“ (Amira Sayed El Ahl)

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