Junge aus Vellmar traf Bayern-Profi Thomas Müller

Kämpfer Moses (6) nennt seine gespendeten Nieren Müller und Robben

Moses Lücke mit seinem Idol Thomas Müller in der Allianz-Arena.

Moses Lücke aus Vellmar war zwei Jahre alt, als seine Nieren versagten. Dank zweier Spenderorgane kann er ein weitgehend normales Leben führen. Nun traf er sein Vorbild Thomas Müller vom FC Bayern. 

Wenn Moses Lücke mit leuchtend roten Wangen über den Bolzplatz wetzt, hat er zwei Weltklassefußballer an seiner Seite: Thomas Müller und Arjen Robben. Unterstützt von den beiden Stars des FC Bayern München, kann der Sechsjährige aus Vellmar fortan jedes Spiel seines Lebens gewinnen. „Müller“ und „Robben“ hat Moses, der kleine Kämpfer, seine neuen Nieren nach der Transplantation getauft.

Nach akutem, lebensbedrohlichen Nierenversagen als Zweijähriger und später 13 Monaten an der Dialyse wurden dem tapferen Racker am 8. Dezember 2015 zwei Spenderorgane eingesetzt. Jetzt hat Moses eines seiner beiden Idole „in echt“ getroffen: Weil er vom Schicksal des jungen Bayern-Fans gehört hatte, nahm sich Thomas Müller nach dem 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen Ende November in der Münchner Allianz-Arena kurz Zeit für Moses und seine Familie.

Echte Bayern-Fans: Moses, Schwester Lena sowie seine Eltern Katharina und Daniel Lücke aus Vellmar.

„,Na, läuft sie gut, die Niere?’, hat er mich gefragt“, erinnert sich Moses an seine Begegnung mit dem Nationalspieler und grinst bis über beide Ohren. „Moses war so aufgeregt, dass er ihm nur die Hand geschüttelt und genickt hat“, erzählt Mutter Katharina Lücke (36). „Das Treffen war für uns alle eine Mega-Überraschung. Müller gab uns auch Autogramme auf Schal und Trikot.“ Die gemeinsamen Fotos mit dem Nationalspieler präsentierten Moses und seine zwei Jahre ältere Schwester Lena gleich nach dem Wochenende stolz ihren Klassenkameraden in der Grundschule Obervellmar. Und Vater Daniel Lücke (37) zeigte sie seinen Freunden: Der Krankenpfleger ist seit Jahrzehnten glühender Bayern-Fan und besitzt einen Kellerraum voll mit FCB-Utensilien.

Dass der FC Bayern München Moses und seine Familie ins Stadion eingeladen hatte, wo sie auf VIP-Plätzen von der Haupttribüne aus das Bundesligaspiel verfolgten, verdanken die Lückes übrigens Werner Schwarze. Der Rentner aus Hannover sei ein Freund von Rudi Egerer gewesen, dem inzwischen verstorbenen Busfahrer des Rekordmeisters, und pflege noch immer Kontakt zum Verein, erläutert Katharina Lücke.

Schwarze hatte im Juni in der „Neuen Presse“ (Hannover) einen Artikel über Moses’ Operation an der Medizinischen Hochschule in Hannover gelesen, die über ein Nierenzentrum speziell für Kinder verfügt. Zu Tränen gerührt von seiner Geschichte, organisierte Schwarze bereits Autogramme der Bayern-Stars und Fan-Geschenke für Moses – bis hin zum jetzigen Treffen mit Müller. „Er hat Moses auch schon im Krankenhaus besucht und ruft uns regelmäßig an“, freut sich Katharina Lücke über das Engagement des Mannes, der ihrem Sohn zum ersten Geburtstag seiner neuen Nieren ein unvergessliches Erlebnis beschert hat.

Die Krankengeschichte von Moses

Als Moses Lücke aus Vellmar im Jahr 2012 über Übelkeit klagte, vermuteten seine Eltern zunächst einen einfachen Magen-Darm-Infekt. Im Klinikum Kassel wurde ein alarmierender Bluthochdruck festgestellt. Da der Zustand des damals Zweijährigen lebensbedrohlich war, musste er auf der Intensivstation behandelt werden. 

Aufgrund akuten Nierenversagens wurde Moses mit einem Hubschrauber zur Medizinischen Hochschule nach Hannover transportiert, wo es ein Nierenzentrum speziell für Kinder gibt. Die Diagnose lautete atypisches hämolytisch-urämisches Syndrom – eine seltene Erkrankung von der hauptsächlich Säuglinge und Kleinkinder treffen kann. Durch verschiedene Ursachen werden Blutzellen zerstört und die Nierenfunktion geschädigt. Ab 2014 bekam der Junge eine Bauchfelldialyse, die seine Mutter als ausgebildete Krankenschwester täglich zu Hause durchführte. 

Nachdem die erste Nierentransplantation im Frühjahr 2015 fehlschlug, verlief die zweite Transplantation im Dezember desselben Jahres erfolgreich. Moses erhielt über die Stiftung Eurotransplant zwei Nieren eines zuvor verstorbenen Kindes, die es ihm ermöglichen, ein weitgehend normales Leben zu führen.

Weitere Informationen rund um das Thema Organspende gibt es bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation.

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