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Glasfaser gegen „weiße Flecken“ im Landkreis Kassel

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Von: Boris Naumann

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Glasfaser für schnelles Internet bis ins Haus: Bis Ende des Jahres 2022 sollen 1699 private Adressen, 29 Unternehmen sowie 44 Schulen ans schnelle Internet angebunden sein.
Glasfaser für schnelles Internet bis ins Haus: Bis Ende des Jahres 2022 sollen 1699 private Adressen, 29 Unternehmen sowie 44 Schulen ans schnelle Internet angebunden sein. © Christian Ohde

Schnelles Internet ist unablässig für die Entwicklung des ländlichen Raums. Von Wirtschaft und Politik lange vernachlässigt, scheinen sich nun im Landkreis Kassel die letzten Versorgungslücken zu schließen.

Kreis Kassel – Ganze viereinhalb Jahre nach der ersten Antragstellung durch den Landkreis Kassel wurden gestern in Niedervellmar endlich die Förderbescheide von Bund und Land für den weiteren Breitbandausbau in besonders unterversorgten Gebieten des Landkreises sowie für über 40 Schulen übergeben. Landrat Andreas Siebert (SPD) nahm die Förderbescheide von Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus sowie von Martin Vögely vom Projektträger des Bundes, atene KOM, entgegen.

Damit können die Goetel wie auch die Städtischen Werke Kassel als beauftragte Unternehmen nach langer Wartezeit nun mit dem Bau des Glasfasernetzes zur Beseitigung der letzten „weißen Flecken“ chronischer Unterversorgung im Landkreis beginnen. Vom Ausbau profitieren sollen 1699 private Adressen, 29 Unternehmen sowie 44 Schulen in der Trägerschaft des Landkreises (siehe Auflistung unten).

Insgesamt wird das Projekt 15 Millionen Euro kosten, 3,14 Millionen Euro kommen vom Bund, knapp 4 Millionen Euro vom Land, den Rest schultert der Landkreis.

Die Goetel wie auch die Städtischen Werke hatten schon vor gut anderthalb Jahren den Zuschlag für den Bau und den späteren Betrieb der Netze erhalten. Jedoch war es ihnen ohne die Förderbescheide unmöglich gewesen, mit dem Bau des Glasfasernetzes zu beginnen – das ganze finanzielle Risiko hätte sonst alleine auf ihren Schultern gelegen.

„Nun aber kann es schrittweise losgehen“, sagen Landrat Siebert und der Breitbandbeauftragte des Landkreises, Oliver Brunkow. Während die Städtischen Werke in den kommenden Wochen Glasfaserkabel zunächst in Niedervellmar im Bereich Wartebergstraße, Gartenstraße und Rosenweg verlegen werden, will die Goetel ab sofort den Niestetaler Ortsteil Sandershausen in Angriff nehmen.

„Die beiden Unternehmen werden sich nun sukzessive durch den Landkreis arbeiten“, sagt Brunkow. Bis Ende 2022 soll der komplette Ausbau abgeschlossen sein. Ausbauziel sind sogenannte FTTH-Anschlüsse. Die Haushalte bekommen also Glasfaser bis ins Haus hinein, Datenraten bis zu 1000 MBit pro Sekunde sind so möglich (aktuell nur 30 MBit). Die Städtischen Werke werden dabei Anschlüsse in Ober- und Niedervellmar, für Schulen in Baunatal-Altenbauna, Helsa, Lohfelden und Niestetal legen sowie die drei Kasseler Schulen des Landkreises (Herder-Schule, Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule und Willy-Brandt-Schule) ausbauen.

Alle übrigen Schulen und unterversorgten Gebiete im Landkreis wird die Goetel übernehmen. Davon profitieren einzelne Bereiche in Ortsteilen von Helsa, Naumburg, Niestetal, Vellmar, Wolfhagen und Zierenberg. Die übrigen 28 der insgesamt 72 Schulen des Landkreises sind bereits über Koaxial-Kabel ans schnelle Internet angebunden (17 Schulen) oder wurden bereits von Netzanbietern mit Breitband versorgt (11 Schulen).

Ergänzend zum Breitbandausbau greift derzeit auch der Digitalpakt Schule. Ziel dieser Förderung ist der Ausbau der Breitbandinfrastruktur in den Schulen selbst. „Die meisten schulinternen Netzwerke sind nicht in der Lage, die am Hausanschluss anliegenden Bandbreiten bis in die Räume zu transportieren“, erläutert Kreissprecher Harald Kühlborn. Entsprechend müssten die Schulen nun aufgerüstet werden. All das soll ebenfalls bis Ende 2022 vonstattengehen, spätestens jedoch bis 2024.

Der Digitalpakt Schule ist ein von Bund (zu 43 Prozent) und Land (zu 7 Prozent) finanziertes Förderinstrument, 50 Prozent trägt der Landkreis Kassel als Eigenanteil. Insgesamt wird die digitale Aufrüstung der Schulen noch einmal 23 Millionen Euro kosten. Die ersten zehn Schulen sind die Sieburgschule und die Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen, die Burgbergschule und Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein, die Lilli-Jahn-Schule und die Freiherr-vom-Stein-Schule in Immenhausen, die IGS Kaufungen, die Regenbogen- und die Söhre-Schule in Lohfelden sowie die Grundschule Niedervellmar.

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