HSG kritisiert Sanierungsstau

Kein Training in der Söhre-Halle: Handballern in Lohfelden geht die Puste aus

Vermissen ihre Halle: Die jungen Handballer Linn Faller (links) und Liam Recknagel wollen gern wieder in der größeren Sportstätte trainieren und spielen.
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Vermissen ihre Halle: Die Handballer Linn Faller (links) und Liam Recknagel von der HSG Lohfelden/Vollmarshausen wollen wieder in der Söhre-Halle in Lohfelden trainieren und spielen.

Die Handballer der HSG Lohfelden/Vollmarshausen wollen wieder in der Söhre-Halle trainieren. Die Sporthalle ist seit zwei Jahren gesperrt. Jetzt laufen dem Verein die Mitglieder weg.

Wenn Linn Faller und Liam Recknagel Handball spielen, müssen sie auf Zuschauer verzichten. Das finden die Nachwuchssportler der HSG Lohfelden/Vollmarshausen ziemlich schade. Doch was für die Junghandballer ein kleines Übel ist, stellt ihren Verein vor echte Probleme. „Es bedroht unsere Existenz“, sagen die Vorsitzenden Marcus Radon und Marco Lamsbach und üben Kritik am Landkreis Kassel.

Denn ihr zweites Zuhause, wie die Sportler die Halle an der Söhre-Schule in Lohfelden nennen, wird nach Flutschäden seit zwei Jahren vom Landkreis für 2,85 Millionen Euro saniert. Nun verzögert sich der Umbau um ein weiteres halbes Jahr, wie der Landkreis bestätigt. Für die Sanierung haben die Handballer Verständnis. Übergangsweise trainieren und spielen sie in der Mehrzweckhalle nebenan und auf dem Sensenstein, wofür sie dankbar sind. Doch ein Übergang sei es nicht mehr. „Der Termin wurde mehrfach verschoben“, sagt Radon.

Der Verein stehe mit dem Rücken zur Wand. Einnahmen brächen weg, weil Sponsoren abspringen und weil in den kleineren Spielstätten weniger über Eintritt und Getränke eingenommen werden kann. Obendrein, betonen Radon und Lamsbach, wanderten Mitglieder ab. Rund 20 der 100 Spieler seien gegangen. Sie wollten nicht mehr in Kauf nehmen, dass sich die Trainingszeiten wegen Hallenbelegungen geändert und reduziert haben. Nun hätten die Vorsitzenden erfahren, dass die Halle spätestens im März fertiggestellt werden soll. „Dann ist die Spielzeit fast vorbei“, sagen Radon und Lamsbach, deren Verständnis nachlasse.

Ähnlich sieht das Lohfeldens Bürgermeister. „Man kann bestimmt manche Verzögerung mit Corona und dem Fachkräftemangel begründen“, sagt Uwe Jäger (SPD). Aber zweieinhalb Jahre Bauzeit hält er für zu lang, zumal die Sporthalle der Erich-Kästner-Schule (EKS) in Baunatal nach jetzigem Stand nach knapp einem Jahr grundhaft saniert sei. „So entsteht der Eindruck, dass der Kreis bei uns nicht alle Energie reingelegt hat.“ Auch Jäger gibt sich dankbar für die Ausweichmöglichkeit durch den Kreis auf dem Sensenstein. „Aber insgesamt ist das alles sehr bedauerlich.“

Arno Scheinost ist hingegen positiver gestimmt. „Ich hätte mir zwar gewünscht, dass es schneller geht, sehe aber Licht am Ende des Tunnels“, sagt der Leiter der Söhre-Schule Lohfelden, zu der die Sporthalle gehört. Die Schüler müssten längere Wege zu einer Sporthalle in Fuldabrück in Kauf nehmen, was mit Zeitverlust und Organisationsaufwand verbunden sei. „Aber ich bin sehr froh, dass der Bustransfer auch für die kälteren Monate geregelt ist.“

Landkreissprecher Harald Kühlborn äußert Verständnis für den Unmut: „Es ist ärgerlich, dass sich die Sanierung erneut verzögert.“ Dass es länger dauert, sei kein böser Wille. Anders als an der EKS habe man für die Lohfeldener Halle Aufträge mehrfach ausschreiben müssen. „Bei den Türen haben wir erst auf die dritte Ausschreibung Angebote bekommen, bei Maler- und Elektroarbeiten auf die Zweite“, sagt der Sprecher. Das sei ungewöhnlich, erkläre aber die Zeitverzögerung.

Von Moritz Gorny

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