Dritter Bauabschnitt der Stiftskirche endet Anfang November - Pilzbefall verursacht höhere Kosten

Hausschwamm nagt an Kirche

Kaufungen. Die Stiftskirche in Oberkaufungen kränkelt: Teile des Dachgebälks und der Mauerkronen über den Seitenschiffen sind vom Hausschwamm befallen. Das trat im vollen Umfang erst während der Sanierungsarbeiten im Zuge des dritten Bauabschnittes zu Tage.

Folge: Weil durch die zusätzlichen Arbeiten der Kostenrahmen gesprengt wurde, hat sich der Zeitplan verschoben, berichtet Dekanin Carmen Jelinek. „Pro Bauabschnitt stehen uns 455 000 Euro zur Verfügung“, sagt Jelinek. Wie bereits berichtet, wird die Stiftskirchensanierung, die noch mindestens bis zum Jahr 2016 andauern wird und deren Finanzierung vorerst nur bis 2014 gesichert ist, von Bund, Land, der Landeskirche Kurhessen-Waldeck und dem Ritterschaftlichen Stift Kaufungen getragen. Durch die Mehrkosten in Höhe von 70 000 Euro im jetzigen Bauabschnitt sind die Kirchengemeinde und der Förderverein auf Spendengelder angewiesen, um den Fehlbetrag auszugleichen.

Was genau im dritten Bauabschnitt, der spätestens Anfang November endet, getan wurde und noch wird, berichtet Architekt Martin Burischek: „Das komplette Dachtragewerk muss saniert werden.“ Nötig sei das, weil die Statik durch Schäden unsicher sei. Vor 600 Jahren habe man das Dach über den Seitenschiffen als ein Notdach auf die Kirche gebaut. Dieses Provisorium müsse nun repariert und gesichert werden. Im Zuge dieser Arbeiten mussten auch die Mauerkronen wegen herausgebrochener Steine, Risse und ausgespülten Mörtels überarbeitet werden, erklärt Martin Burischek. Für ein gutes Klima zwischen Dachraum und Kirchenraum sorgt jetzt zudem der Einbau einer Lehmdämmung nach historischem Vorbild, berichten die Dekanin und der Architekt.

Während dieser Sanierungsarbeiten sei dann die weiträumige Ausbreitung des Hausschwammbefalls entdeckt worden. „Im Bereich der Mauerkrone und des Holzgebälks an der Südseite des Seitenschiffes hat er sich über eine Länge von 30 Metern erstreckt“, sagt Burischek. Und auch die Nordseite blieb nicht verschont.

Das Holz musste an den befallenen Stellen komplett ausgetauscht werden, das Mauerwerk musste zusätzlich mit einem Sperrmittel behandelt werden. Im Innenbereich werden die mit Hausschwamm befallenen hölzernen Unterzüge mit einem speziellen, sehr aufwendigem Thermo-Verfahren behandelt. Wegen der Arbeiten zur Hausschwammbekämpfung und den dadurch entstandenen Mehrkosten konnte das Dach nicht fertig gedeckt werden. „Die Seitenschiffe sind jetzt provisorisch geschlossen“, sagt Burischek. Gedeckt mit Schiefer werde zu einem späteren Zeitpunkt.

Im nächsten Jahr ist dann zunächst nur der Turm dran, so die Dekanin. Denn weil 2011 die 1000-Jahr-Feier der Lossetalgemeinde ansteht, „wollen wir alles dafür tun, dass die Kirche während der Feiern nutzbar ist“, sagt Carmen Jelinek.

Kontakt: www.foerderverein-stiftskirche-kaufungen.de Ein Video dazu sehen Sie auf www.hna.de/video

Von Vera Glass

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