Bis zu 25 Fundtiere aus Schauenburg pro Jahr

Wenn Tiere nicht mehr gewollt sind: Zahl der Fundtiere im Tierheim Beuern steigt

+
Auf der Suche nach einem neuen Zuhause: Der siebenjähriger Dobermannrüde Chivago ist seit Februar 2019 in Beuern.

Gerade in den Ferien geben viele Halter ihre Haustiere im Tierheim ab. Oder sie setzen sie sogar aus. Wir haben uns im Tierheim Beuern im Schwalm-Eder-Kreis umgehört.

Das Tierheim pflegt eine Kooperation mit der Gemeinde Schauenburg. Wenn die Ferienzeit beginnt und die Koffer gepackt werden, wird manches Haustier einen bangen Blick zu seinem Herrchen oder Frauchen werfen und sich fragen: Ihr verreist, aber was wird mit mir? Immer wieder kommt es vor, dass Tiere, besonders in der Ferienzeit, abgegeben oder im schlimmsten Fall ausgesetzt werden.

Davon wissen viele Tierheime ein Klagelied zu singen. So auch das Tierheim im Felsberger Ortsteil Beuern, das Kooperationen mit 14 Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis sowie der Gemeinde Schauenburg im Landkreis Kassel unterhält.

20 bis 25 Fundtiere pro Jahr

In den meisten Gemeinden ist für ausgesetzte Tiere das Ordnungsamt zuständig. In der Gemeinde Schauenburg ist dort Malte Glaser Ansprechpartner. „Wir sind sehr froh über die Zusammenarbeit mit dem Tierheim in Beuern. Alle Mitarbeiter sind sehr kompetent und es sind kurze Wege, um die Tiere nach Beuern zu bringen“, sagt er. Eine Mitarbeiterin des Tierheims wohnt in Schauenburg und hält so den direkten Kontakt aufrecht.

Auf Nachfrage in Beuern sagt Johanna Schäfer, die sich mit weiteren acht Mitarbeitern und freiwilligen Helfern um die Tiere kümmert, dass circa 20 bis 25 Fundtiere pro Jahr von der Gemeinde Schauenburg in Beuern abgegeben werden. Wenn die Tiere gechipt sind, lässt sich der Besitzer leichter finden und viele sind froh, ihr Haustier wieder zu bekommen.

Heute nimmt das Heim nur noch Hunde und Katzen auf. „Früher hatten wir auch mal Ziegen, Schildkröten, eine Vogelspinne und einen Leguan“, sagt Schäfer. „Aber das sollen Ausnahmen bleiben.“ Das Tierheim unterhält eine Tierpension und vermittelt auch Tiere, was aber nicht immer so einfach ist.

Momo, ein Europäischer Kurzhaar-Mix, sucht ebenfalls ein Zuhause.

„Grundsätzlich bevorzugen zukünftige Tierbesitzer Welpen oder junge Tiere“, sagt Schäfer. „Ältere Tiere ab circa acht Jahren sind dagegen deutlich schwerer zu vermitteln, da einige in dem Alter schon gesundheitliche Gebrechen aufweisen.“ Sie ist sich auch sicher, dass die Abgabezahlen weiterhin steigen werden.

Wie Schäfer mitteilt, tritt im August eine weitere Auszubildende, eine Biologiestudentin – bis dahin mit Abschluss –, ihren Dienst in Beuern an. Eine weitere Stelle ist für einen Bundesfreiwilligendienstleistenden vorgesehen, der aber noch gesucht wird. Der Tierschutzverein „Ein Heim für Tiere“ betreibt sein Heim auf 8000 Quadratmetern und finanziert sich aus Beiträgen der Gemeinschaft der Mitglieder, Spenden, Patenschaften, Schutzgebühren, Zuwendungen aus Straf- und Bußgeldzahlungen und Dienstleistungsverträgen mit 15 Städten und Gemeinden.

Spendenkonto: Kreissparkasse Schwalm-Eder, DE 69 5205 2154 0031 3131 33. Kontakt: info@tierheim-beuern.com

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.