Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen wieder mehr Besuch empfangen

Heime rüsten sich für Lockerung

Das Senioren- und Pflegeheim Haus Sandershausen: Auch hier sind ab sofort wieder tägliche Besuche möglich. Genesene und Geimpfte müssen sich zudem vor dem Betreten der Einrichtung nicht mehr testen.
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Das Senioren- und Pflegeheim Haus Sandershausen: Auch hier sind ab sofort wieder tägliche Besuche möglich. Genesene und Geimpfte müssen sich zudem vor dem Betreten der Einrichtung nicht mehr testen.

Kreis Kassel – Die hessische Landesregierung hat die Beschränkungen für Alten- und Pflegeheime deutlich gelockert. Seit Samstag sind wieder tägliche Besuche möglich. Genesene und Geimpfte müssen sich zudem vor dem Betreten der Einrichtung nicht mehr testen. Die Häuser im Kreis Kassel sehen diese Lockerungen mit gemischten Gefühlen.

„Wir sind einerseits sehr froh darüber, dass die Besuchsregelungen zumindest ein wenig gelockert werden. Andererseits müssen wir die Vorgaben der Landesregierung kurzfristig umsetzen und unsere Konzepte überarbeiten“, sagt Renate Seeger, Qualitätsbeauftragte des DRK Altenpflegeheims in Kaufungen.

Bei den Bewohnern kämen die Lockerungen natürlich sehr gut an, nachdem sie unter teils sehr restriktiven Einschränkungen weitgehend isoliert waren. Die Besuchsbeschränkungen hätten sich aber bereits in den vergangenen Wochen etwas gelockert, was die Stimmung deutlich verbessert habe.

„Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl, wenn jetzt wieder Geimpfte und Genesene ohne Testung kommen dürfen“, sagt Seeger. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben. So sei eine Bewohnerin positiv auf Corona getestet worden, obwohl sie voll geimpft war.

Auch im Pflegezentrum Haus Sandershausen begrüßen Personal und Bewohner die Lockerungen, wie Regionalleiterin Daniela Ernst sagt. Dadurch werde den Besuchern der Zutritt deutlich erleichtert. „Endlich kehrt auch wieder ein Stück Privatsphäre zurück. In den Zimmern der Bewohner entfällt die Maskenpflicht, wenn der Bewohner genesen oder vollständig geimpft ist.“

Allerdings weist die Regionalleiterin auch auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung hin. Am Eingang würden an einem extra eingerichteten Check-in die Impfpässe und Testergebnisse kontrolliert. Außerdem könnten sich die Besucher dort testen lassen. Da der Check-in immer besetzt sein muss, sei dies nur durch zusätzliches Personal zu bewerkstelligen.

Wenig Sorgen macht sich Marina Krug, Leiterin des Evangelischen Altenhilfezentrums in Ahnatal. „Die Angehörigen haben sich während der Pandemie bislang stets verständnisvoll und diszipliniert verhalten. Ich gehe davon aus, dass dies auch mit den neuen Lockerungen der Fall sein wird.“ Zudem rechne sie nicht damit, dass Angehörige nun täglich oder sogar mehrfach täglich zu Besuch kämen.

Die Vorgaben des Landes Hessen könne sie aber nur zum Teil nachvollziehen, so Krug. Unverständlich sei ihr die Regelung, dass geimpfte Bewohner ihren Besuch ohne Schutzmaske im Zimmer empfangen dürfen. „Dann müsste doch unser geimpftes Personal auch ohne Schutzmaske arbeiten dürfen“, sagt die Heimleiterin. Alle weiteren Schutzmaßnahmen und Hygieneregelungen, etwa die Einhaltung eines Mindestabstandes oder das Tragen von Schutzmasken außerhalb der Zimmer, blieben weiterhin bestehen.

Für die Bewohner des Altenhilfezentrums in Ahnatal werde sich im Vergleich zu den vergangenen Wochen aber nicht allzu viel ändern, sagt Krug. „Wir sind ein kleineres Haus und haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um unseren Bewohnern so viele Kontakte wie möglich zu bieten.“

Von Daniel Göbel

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