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Heiztrend ist brandgefährlich: Feuerwehr warnt vor Teelichtöfen

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Von: Moritz Gorny

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Birgt große Gefahr: Unser Symbolbild zeigt einen selbst gebauten Teelichtofen. Mittlerweile kursieren im Internet zahlreiche Anleitungen zum Bau. Die Feuerwehr warnt vor einem Wachsbrand.
Birgt große Gefahr: Unser Symbolbild zeigt einen selbst gebauten Teelichtofen. Mittlerweile kursieren im Internet zahlreiche Anleitungen zum Bau. Die Feuerwehr warnt vor einem Wachsbrand. © Patrick Pleul/Dpa

Insbesondere auf Plattformen wie Facebook und TikTok kursieren Anleitungen für selbst gebaute Teelichtöfen. Die Feuerwehr rät jedoch dringend davon ab.

Kreis Kassel – Es klingt so einfach: Wenn die Kosten für Gas, Öl und Strom steigen, warum nicht auf Alternativen umsteigen, um die Wohnung zu beheizen? Derzeit kursieren online vermeintlich hilfreiche Tipps, wie man es wohlig warm bekommt, ohne den Geldbeutel stark zu belasten. Teelichtöfen sind ein Beispiel. Allerdings warnen Experten: „Es besteht Lebensgefahr“, sagt Marc Schölzel, Leiter des Fachdiensts Bevölkerungsschutz beim Kreis Kassel.

Insbesondere Teelichtöfen seien brandgefährlich. Sie bestehen aus Teelichtern und einem darüber angebrachten, umgedrehten Tontopf. „Um damit wirklich Wärme zu erzeugen, braucht man mindestens sieben Teelichter beieinander“, sagt Schölzel. Das Problem sei, dass die enorme Hitze dazu führe, dass nicht nur die Dochte, sondern das gesamte Wachs brennen könne. „Es entsteht eine Stichflamme, die Gegenstände im Umfeld in Brand setzen kann“, erläutert Schölzel, der selbst auch aktiver Feuerwehrmann ist. Durch den Tontopf breite sich die Flamme nicht in die Höhe aus, sondern zu den Seiten hin.

Ein ebenso wenig adäquater Heizungsersatz sei der Grill, den sich manche Menschen in die Wohnung stellen. Egal, welche Energiequelle dieser nutzt, entstehe beim Verbrennen das Gas Kohlenmonoxid, das weder einen Geruch, einen Geschmack, noch eine Farbe hat und somit nicht wahrnehmbar ist. Wird es eingeatmet, kann es schnell zum Tod führen. „Offenes Feuer sollte ohnehin vermieden werden“, sagt Schölzel. Ausnahme seien Katalytöfen, die ebenfalls eine offene Flamme haben. „Wichtig ist hier nur, dass die Wohnung regelmäßig gelüftet wird, denn die Öfen verbrauchen Sauerstoff.“

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Nieste ist der Online-Trend aufgefallen. In dem sozialen Netzwerk Facebook haben sich die Brandschützer klar gegen Tipps wie Teelichtöfen ausgesprochen. „Not macht ja bekanntlich erfinderisch, aber in diesen Fällen besteht Lebensgefahr“, sagt stellvertretender Gemeindebrandinspektor Benjamin Boßmann.

Bisher hätte sich die Zahl von Brandfällen infolge von heiklen Behelfsheizungen noch nicht gesteigert, sagen Bevölkerungsschützer Schölzel und Boßmann. „Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass dies noch geschieht, vor allem, wenn die Energiekosten weiter steigen.“ archivFoto: valerie schaub

Benjamin Boßmann Feuerwehr Nieste
Benjamin Boßmann Feuerwehr Nieste © Schaub, Valerie

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