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A 44-Tunnel ist freigegeben: Bauwerk bei Hirschhagen seit Freitag befahrbar

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Von: Boris Naumann

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Zur Eröffnung des Autobahnabschnitts der A 44 zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau: Ein alter Bus Marke Opel Blitz (Baujahr 1936) fährt bei der Einweihung in den Tunnel Hirschhagen ein.
Zur Eröffnung des Autobahnabschnitts der A 44 zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau: Ein alter Bus Marke Opel Blitz (Baujahr 1936) fährt bei der Einweihung in den Tunnel Hirschhagen ein. © Uwe Zucchi/dpa

Nach neun Jahren und sechs Monaten Bauzeit ist der Tunnel Hirschhagen auf der Autobahn 44 zwischen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West am Freitag für den Verkehr freigegeben worden.

Kassel/Kreis Kassel – Die ersten Autos fuhren gegen 18 Uhr durch den Tunnel. Mit 4,2 Kilometern Länge ist er der zweitlängste Straßentunnel in ganz Deutschland.

Der A 44-Bauabschnitt mit dem Tunnel Hirschhagen ist der sechste von insgesamt 12 Bauabschnitten, in die der Neubau der A 44 von Kassel bis nach Herleshausen an der A 4 bei Eisenach unterteilt ist. Noch immer ist gut die Hälfte der Gesamtstrecke von knapp 70 Kilometern im Bau oder in der Planfeststellung. Das erste Teilstück bei Hessisch Lichtenau war bereits 2005 freigegeben worden.

Mit rund 346 Millionen Euro Baukosten zählt der 5,9 Kilometer lange Bauabschnitt mit dem Tunnel Hirschhagen zu den teuersten der Strecke. Das entspricht 58,6 Millionen Euro pro Autobahnkilometer in diesem Abschnitt. Obwohl diese Kalkulation noch aus dem Jahr 2018 stammt, werde sich an dem Kostenvolumen „nicht mehr viel ändern“, betonte Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest der Bundesautobahngesellschaft im Gespräch mit der HNA bei der Tunneleröffnung. Eine Endabrechnung für das Bauwerk steht allerdings noch aus. Das A 44-Projekt zwischen Kassel und Herleshausen-Wommen zählt mit bislang veranschlagten 2,7 Milliarden Euro zu den teuersten Autobahnvorhaben weltweit.

Die Tunnelfreigabe war am Freitagnachmittag mit Gästen aus Politik, Verwaltung und den Planungsbehörden am Westportal des Tunnels gefeiert worden. Die Freigabe stelle einen wichtigen Schritt zur Fertigstellung der gesamten A 44 dar, erklärte Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr. Die A 44 sei eine wichtige europäische und innerdeutsche Verbindung in West-Ost-Richtung. Die Bundesautobahn beginnt bei Aachen und endet bislang am Kasseler Kreuz.

Die Tunnelfreigabe wurde auch von Protesten begleitet. So demonstrierten Mitglieder der Kaufunger Initiative „Keine A 44“ mit Transparenten am Westportal des Tunnels. Auch der BUND-Ortsverband Kaufungen äußerte sich bereits kritisch zu dem Projekt. (Boris Naumann)

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