Kreis Kassel

A44-Ausbau: Es droht Ärger

Luftbild, Autobahn 44-Baustelle, Helsa-Eschenstruth, Hirschhagen Tunnel, Juni 2018 Foto: Lutz Herzog
+
Teil des Mammutprojekts: Unser Luftbild aus dem Archiv zeigt den Ausbau des Tunnels Hirschhagen, einen Abschnitt der Autobahn 44 bei Helsa (Kreis Kassel).

Der Ausbau der A44 im Kreis Kassel verschiebt sich erneut. Das bedeutet auch eine längere Belastung für die umliegende Bevölkerung.

  • Ausbau der A44 im Kreis Kassel
  • Wieder verschieben sich die Bauarbeiten
  • Die Bürgermeister im Kreis zeigen sich besorgt

Kreis Kassel– Das Mammutprojekt A44-Ausbau zwischen Kassel-Ost und Helsa-Ost verschiebt sich erneut. Vor gut einem Jahr hatte Tarek Al-Wazir (Grüne) das Planfeststellungsverfahren für den letzten von zwölf Bauabschnitten zwischen Kassel und Herleshausen verschoben. Hessen Mobil, die planende Behörde, müsse nacharbeiten. 

A44-Ausbau im Kreis Kassel stockt: Verfahren in einem Jahr

Der hessische Minister stellte in Aussicht, dass das Planfeststellungsverfahren in rund einem Jahr beginnen könne. Auf die Frage, ob das Verfahren nun tatsächlich ins Rollen gekommen ist, antwortet Hessen-Mobil-Sprecher Marco Lingemann, man wolle bis Ende des Jahres damit loslegen.

Einen Grund für die erneute Verzögerung wollte Lingemann nicht nennen. „Die politische Aussage von Tarek Al-Wazir möchten wir nicht kommentieren.“ Das hessische Ministerium antwortete lediglich, dass man mit der Planung im Zeitplan sei.

A44-Ausbau im Kreis Kassel stockt: Unterlagen erneut geprüft

Laut Lingemann prüft derzeit das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) die Unterlagen. Erst mit dem Einverständnis der Bundesbehörde gehe es weiter. „Die Unterlagen liegen dem BMVI seit dem 26. Juni 2020 vor“, bestätigt eine BMVI-Sprecherin. Wann die Prüfung abgeschlossen sein wird, gab sie nicht an. „Normalerweise braucht das Ministerium drei bis sechs Monate“, sagt dazu Lingemann.

Im Rathaus in Kaufungen (Kreis Kassel) ist man offenbar froh über die Nachricht, dass das Verfahren später beginnt: Die Verschiebungen hätten auch damit zu tun, dass die Ergebnisse des Dialoges zwischen Land und Gemeinde eingearbeitet werden müssten, teilt Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf Anfrage mit. „Das ist uns wichtig, denn damit werden wesentliche Anliegen der Gemeinde in die Pläne aufgenommen.“

A44-Ausbau im Kreis Kassel stockt: Bevölkerung noch zehn Jahre belastet

Gleichzeitig begleite die Kaufunger Verwaltung die A44-Planung kritisch. Schließlich werde mit jeder Verzögerung des Abschnitts VKE 11 der Zeitraum zwischen der Fertigstellung des Bauabschnitts zwischen Kassel und Helsa und der übrigen Bauabschnitte größer. Laut Planung „soll der Autobahnverkehr bis zum Lückenschluss über die heutige Bundesstraße 7 fließen, die zusätzlich auch den Baustellenverkehr aufnehmen muss“, so Roß.

Er rechne mit einem Zeitraum von zehn Jahren, in denen die Bevölkerung belastet werde. Auch Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (Kreis Kassel) hat in diesem Punkt Bedenken: „Wir bekommen das Vierfache an Verkehr, ohne entsprechenden Lärmschutz.“  

Zuletzt wurde bekannt, dass der Weiterbau der A44 von Kassel bis zum A4-Anschluss nach Herleshausen-Wommen sich weiter deutlich verteuern wird. (Von Moritz Gorny)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.