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Arbeitskreis Down-Syndrom fördert Selbstvertrauen von Betroffenen

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Von: Lutz Herzog

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Glücklich über das Erreichte: Anne hat es geschafft. Sie hat das Symbol auf ihrem Bild richtig erkannt und packt stolz ihre Wasserflasche in den Einkaufswagen.
Glücklich über das Erreichte: Anne hat es geschafft. Sie hat das Symbol auf ihrem Bild richtig erkannt und packt stolz ihre Wasserflasche in den Einkaufswagen. © Lutz Herzog

Es gibt aber auch Menschen, für die wird „normales“ Einkaufen zu einem kleinen Abenteuer. So ist das etwa für Menschen, die mit Beeinträchtigungen durch das Down-Syndrom im Alltag zurechtkommen müssen. Der Arbeitskreis Down-Syndrom fördert Selbstvertrauen von Betroffenen.

Helsa – Einkaufen im Supermarkt an einem Samstagvormittag macht nicht immer Spaß. Mal fehlt der Chip für den Wagen, man findet nicht, was man sucht, Gedränge vor den Regalen oder die Schlange an der Kasse ist zu lang. Es gibt aber auch Menschen, für die wird „normales“ Einkaufen zu einem kleinen Abenteuer. So ist das etwa für Menschen, die mit Beeinträchtigungen durch das Down-Syndrom im Alltag zurechtkommen müssen.

Um diesen Personenkreis dabei zu unterstützen, mit den Gepflogenheiten des Alltags – zu dem auch Einkaufen gehört – klarzukommen, trafen sich Mitglieder vom Arbeitskreis Familien mit Downsyndrom-Kindern mit fünf Personen in Helsa, um ihnen die Angst vor einem Alleingang in den Supermarkt zu nehmen. Auf kleinen Bildern waren Symbole wie Wasserflasche, Taschentücher, Nudeln oder Gummibärchen zu sehen, die eingekauft werden sollten und an der Kasse auch bezahlt werden mussten.

Die 26-jährige Anne hat sich die Wasserflasche ausgesucht. Fast schüchtern und etwas unsicher betritt sie mit ihrem Einkaufswagen den Markt und schaut sich neugierig in den Regalen um. Vorsichtig rollt sie den Wagen langsam weiter, biegt um eine Ecke und steht vor dem Regal, in dem eine Vielzahl von Sprudelwasser angeboten wird. Verunsichert schaut sie auf ihr Bild und überlegt: Sind das die richtigen Flaschen? Meine sieht nach Glas und nicht nach Plastik aus. Entschlossen schiebt sie den Wagen weiter und stoppt vor einem Regal mit Glasflaschen.

Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht und sie weiß: Hier bin ich richtig. Sie packt eine Flasche in den Wagen, rollt ihn weiter durch den Gang und gelangt dann an die Kasse. Hier folgt die nächste Herausforderung – Anne muss selbst bezahlen. Sie legt die Flasche auf das Band, holt aus ihrer grauen Geldbörse einen Zehn-Euro-Schein und verstaut das Wechselgeld fachgerecht. Stolz und mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht verlässt sie den Einkaufsmarkt.

Möglich gemacht hat diese Aktion Elisabeth Ahrens aus Helsa. Sie ist Mitglied des Arbeitskreises und geht öfter mit ihrem Sohn Helge (37) bei Marktleiter Christopher Borck im Edeka-Markt einkaufen. „Für mich und das Personal war es selbstverständlich, dass wir diese tolle Aktion unterstützen“, sagte Borck.

Die zweite Runde im Markt, bei der dann zwei selbst ausgesuchte Artikel gekauft werden sollten, klappte dann schon wesentlich besser. (Lutz Herzog)

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