Gemeinde sieht zwei Varianten

Aussicht auf neuen Laden in Eschenstruth

Das ehemaligen Radio- und Kinomuseum in Eschenstruth. Hier könnte bald wieder ein Lebensmittelmarkt den Betrieb aufnehmen.
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Zwei Überlegungen: Im alten Markt oder im ehemaligen Radio- und Kinomuseum in Eschenstruth könnte bald wieder ein Lebensmittelmarkt den Betrieb aufnehmen.

Wie geht es weiter mit dem Lebensmittelmarkt in Eschenstruth? Der Laden an der Welleroder Straße steht seit dem plötzlichen Tod des Edeka-Betreibers vor einem Jahr leer. Bisher hat sich niemand gefunden, der den Laden übernimmt, ein Verkauf war wegen Unklarheiten und Änderungen in Erbangelegenheiten bisher nicht möglich.

Helsa – Nach langem Bemühen und vielen Gesprächen mit der Gemeinde gibt es nun Aussicht, bald wieder im Ort einkaufen zu können. Die Rede ist von zwei Möglichkeiten, an denen die Gemeinde sich beteiligt. Die Variante, die sich im ehemaligen Markt ergeben könnte, skizziert Bürgermeister Andreas Schönemann (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung so: Nachdem die Erbangelegenheiten der Besitzer nun klar sind und die Erbengemeinschaft grünes Licht signalisiert habe, könnte die Gemeinde das Gebäude kaufen und mit Fördermitteln sanieren. Auch ein möglicher Betreiber für den Markt mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche habe schon Interesse angemeldet: die Firma Stellenwert aus Eschwege, die Menschen mit Behinderung einbindet.

Der alte Markt im Welleroder Weg ist seit dem Tod des Besitzers geschlossen. Möglicherweise könnte er wieder öffnen.

Mit Blick auf die Finanzen der Gemeinde stellt Schönemann aber klar: „Diese Variante wäre nur mit einer Förderung möglich.“ Damit könnten beispielsweise die Sanierungskosten zu 90 Prozent getragen werden. Mit Mitteln der Dorfentwicklung dürfe eine Gemeinde neue Schulden aufnehmen, wenn sich die Investition anschließend trägt –- in diesem Fall über Mieteinnahmen und die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gebäudes.

Als zweite Variante steht ein Gebäude im Raum, das ebenfalls mal ein Lebensmittelmarkt war, später ein privates Radio- und Kinomuseum an der Langen Wiese in der Dorfmitte. Ein Eschenstruther, der wieder in seine Heimat gezogen ist, hat zusammen mit seiner Partnerin Interesse, daraus einen kleinen Dorfladen zu machen. Marco Seifert und Sabrina Schrötwieser sind mit ihren Ideen an die Gemeinde herangetreten und stehen in Kontakt mit dem befreundeten Besitzer der Immobilie. „Wir wollen einfach, dass der Markt wieder Mittelpunkt im Ort wird“, sagt der 37-jährige Seifert. Er kann sich auf den nur 260 Quadratmetern sogar ein kleines Café vorstellen, Weinproben am Wochenende und einen Kindereinkaufstag.

Arbeiten am Gebäude hielten sich in Grenzen, es sei gut in Schuss. Auch mit lokalen Lebensmittelzulieferern stehe er in Kontakt, sagt Seifert, der in Österreich in der Warenlieferung für die Gastronomie gearbeitet hat. Seine Partnerin komme ebenfalls aus der Branche.

Eine Förderung sei hier nicht möglich, erklärt Schönemann. Die Gemeinde könnte trotzdem unterstützen, beispielsweise als Bürge.

Die Entscheidung liegt nun beim Parlament. Die Konzepte beider Varianten sollen die Investoren im Mai dem Ausschuss vorstellen, nachdem sich das Parlament Ende des Monats neu aufgestellt hat. Auch der Haushalt muss noch eingebracht und diskutiert werden. Dann könnte das Parlament in der Sitzung Ende Mai über eine der Varianten abstimmen.

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