Vertrag mit fünf Kommunen regelt Zuständigkeiten für Feuerwehren

Brandschutz im Kaufunger Wald soll verbessert werden

Vorbereitet für einen Waldbrand: Gemeindebrandinspektor Thomas Lenz und Gerätewart Tim Noll unterwegs im Ibacheck oberhalb von Helsa. Noll trägt schnittschutzsichere Kleidung und Schuhe und einen Forsthelm, das ist Vorschrift beim Arbeiten mit der Kettensäge.
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Vorbereitet für einen Waldbrand: Gemeindebrandinspektor Thomas Lenz und Gerätewart Tim Noll unterwegs im Ibacheck oberhalb von Helsa. Noll trägt schnittschutzsichere Kleidung und Schuhe und einen Forsthelm, das ist Vorschrift beim Arbeiten mit der Kettensäge.

Mit Waldbränden ist in Zukunft häufiger zu rechnen. Wenn es im Kaufunger Wald brennt, sind theoretisch fünf Wehren gefragt. Ein Abkommen mit dem Forstamt soll den Brandschutz genauer regeln.

Helsa – Einen Waldbrand zu löschen, heißt für Feuerwehrleute: Sie müssen sich im Wald auskennen, wissen, welche Wege sie nutzen. Sie müssen sich über eine viel größere Fläche als bei einem Wohnungsbrand verteilen. Sie brauchen leichtere Schläuche. Sie müssen Löschwasser gezielter einsetzen, weil es begrenzt ist. Manchmal müssen sie mit einer Kettensäge umgehen können. Sie brauchen schnittfeste Kleidung. Und, und, und.

Eine ganze Palette von Anforderungen zählt die Helsaer Wehr um Gemeindebrandinspektor Thomas Lenz auf. Einsetzen musste sie die bisher selten, der letzte Fall war vor zwei Jahren, da gab es beim Windpark ein Bodenfeuer. Aber mit dem Klimawandel rechnen auch die Wehrleute mit mehr Waldbränden.

Gut, wenn dann die Zuständigkeiten geklärt sind. Im Kaufunger Wald waren die bisher eher verschwommen. Bei einem Notfall war die Helsaer Wehr schon immer zuständig. Aber eben auch ihre Nachbarn: die Wehren in Witzenhausen, Großalmerode, Nieste und Kaufungen. Alle fünf grenzen an den 50 Quadratkilometer großen Gutsbezirk und sind gesetzlich zur Amtshilfe verpflichtet, erklärt Thomas Lenz. Weil es bisher kein genaueres Regelwerk gab, kam es vor, dass zwei Wehren gleichzeitig alarmiert wurden, sagt Heiko Köneke, Helsas stellvertretender Gemeindebrandinspektor. Das soll sich nun ändern: Einsatzorte, Ausbildungs- und Kostenfragen sollen klarer definiert werden. Einen entsprechenden Vertrag sollen im Januar die fünf Anrainerkommunen und das Forstamt Hessisch Lichtenau unterzeichnen.

Als gemeindefreies Gebiet müsste der Gutsbezirk gesetzlich eigentlich eine eigene Feuerwehr haben. Denn er gilt als politische Gemeinde – nur eben im Wald, erklärt Forstamtsleiter Matthias Dumm. In Hessen trifft das auch auf den Gutsbezirk Reinhardswald und den Spessart zu. Eine Verordnung von 1938 regele, dass das Forstamt als Gutsvorsteher gelte und für den Brandschutz sorgen muss. Weil der Gutsbezirk keine Einwohner hat, die man für den Brandschutz verpflichten könnte, übernehmen die Nachbarwehren diesen Job, teilt das Regierungspräsidium Kassel mit.

Und genau da setzt das neue Abkommen an. Der Entwurf sieht nämlich klarere Eisatzgebiete für die fünf Wehren vor. Weil die Orientierung im Waldgebiet nicht so einfach ist, wird das Forstamt deshalb mit den Wehren regelmäßig den Wald erkunden, damit die Einsatzabteilung sich dort besser zurechtfinden kann. Hilfreich sind dabei laut Gemeindebrandinspektor Lenz auch die fest installierten Rettungspunkte (siehe Artikel unten).

Für Helsas Wehr eine gute Sache, sagt Lenz. Auch Forstamtsleiter Matthias Dumm sieht die neue Regelung positiv. So könne man auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Damit die Wehren gut gewappnet sind, will das Forstamt auch Schulungen geben, etwa zum Umgang mit Kettensägen. Alle drei Jahre wird jede angrenzende Wehr eine Übung im Wald machen. Im Gegenzug zahlt der Forst jährlich einen Zuschuss an die Wehren, etwa für Ausrüstung.

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