Analyse

„Toller Start für die Kommunalwahl“ - CDU ist trotz Niederlage zufrieden mit dem Ergebnis in Helsa

Sind beide stolz auf das Ergebnis: Der knapp unterlegene Florian Pohner (CDU, links) und der neue Bürgermeister der Gemeinde Helsa, Andreas Schönemann.
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Sind beide stolz auf das Ergebnis: Der knapp unterlegene Florian Pohner (CDU, links) und der neue Bürgermeister der Gemeinde Helsa, Andreas Schönemannn (SPD).

Keine Enttäuschung, sondern Freude herrscht einen Tag nach der Bürgermeisterwahl in Helsa in den Reihen der Christdemokraten.

Helsa - „Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass Florian Pohner Bürgermeister wird, das war das Ziel“, sagt Fraktionskollege Frank Williges. „Aber sein Ergebnis ist hervorragend. Damit kann er und können wir als CDU absolut zufrieden sein.“ Pohner trennten bei der Stichwahl am Sonntag nur 105 Stimmen vom Sieger Andreas Schönemann (SPD). Er erreichte fast 48 Prozent, Schönemann konnte 52 Prozent der Wähler überzeugen.

Dass der CDU-Kandidat in der seit mehreren Jahrzehnten von der SPD regierten Gemeinde so gut abgeschnitten hat, erklärt Williges zum einen damit, dass Pohner der richtige Kandidat gewesen sei. Zum anderen „spüre ich aber auch, dass den Wählern nach Abwechslung ist. Ich denke, es haben beide Faktoren eine Rolle gespielt.“

Für die Kommunalwahl sieht die CDU deshalb „einen tollen Start“. Das Ziel sei jetzt, die absolute Mehrheit der SPD zu knacken.

Laut Williges habe die Bürgermeisterwahl auch Menschen mobilisiert, die sich politisch engagieren wollen. „Sonst mussten wir immer viele Leute ansprechen, um sie auf die Liste für die Kommunalwahl zu bekommen. Jetzt haben sich schon mehrere von selbst gemeldet.“

Der im ersten Wahlgang ausgeschiedene Rainer Dallmann (Grüne Liste Helsa) zeigte sich einen Tag nach der Wahl nicht so glücklich. „Man kann sich über das gute Ergebnis des CDU-Kandidaten ein bisschen freuen: Das ändert aber nichts daran, dass mit dem Sieg von Andreas Schönemann jetzt die gleiche Mannschaft an der Macht ist wie vorher.“ Dallmann hatte nach seinem Ausscheiden als Bürgermeisterkandidat ausdrücklich dazu aufgefordert, Florian Pohner zu wählen.

„Nach dem Ausgang der ersten Wahl, der natürlich auch schon nicht in meinem Sinne war, wollte ich, dass der CDU-Kandidat gewinnt. Das hat ja leider nicht geklappt.“ Trotzdem habe die Werbung seinerseits sicher einige Stimmen für Pohner gebracht.

In den Reihen der SPD ist man laut Gewinner Andreas Schönemann nicht enttäuscht über den knappen Sieg. „Ich freue mich über das Ergebnis und meine Fraktionskollegen auch. Mit dem Sieg im Rücken gehen wir jetzt in die Kommunalwahl.“

Dass nur 105 Stimmen zwischen den beiden Kandidaten lagen, begründet Tilo Küthe, Wahlleiter und amtierender Bürgermeister Helsas, mit den Persönlichkeiten der beiden Bewerber. „Ich denke nicht, dass die Parteizugehörigkeit hier eine große Rolle gespielt hat und bin froh, dass die Bürger eine wirkliche Wahl hatten.“ Laut Küthe hat ein CDU-Kandidat noch nie solch ein gutes Ergebnis in Helsa erzielt, seitdem die Direktwahl in Hessen 1993 eingeführt wurde.

Der unterlegene Florian Pohner hat das Wahlergebnis über Nacht ein wenig sacken lassen und sagte am Tag danach: „Für mich ist das wirklich ein tolles Ergebnis. Ich freue mich schon auf die weitere politische Arbeit in Helsa.“ (Theresa Novak)

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