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Die Freiwilligen sind zurück: Pflichtfeuerwehr Helsa wird wieder aufgelöst

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Von: Theresa Novak

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Die Feuerwehr Helsa übt Rettungstechniken: Nadine Vogelsang (rechts) schraubt den Lungenautomaten an die Maske von
Markus Rausch.
56 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Helsa waren im vergangenen Jahr ausgetreten. Es wurde eine Pflichtfeuerwehr gegründet. Das gab es bis dahin erst einmal in Hessen. Archiv © Markus Kothe

Als Anfang vergangenen Jahres über 90 Prozent der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ortsteil Helsa ihre Einsatzabteilung verließen, war das ein Paukenschlag. Die Folge war die Einführung einer Pflichtfeuerwehr.

Helsa – Bis dahin hatte es so eine Situation nur einmal in Hessen gegeben. Jetzt wird wieder eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Das wurde in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend beschlossen. Die Pflichtfeuerwehr wird aufgelöst.

„Durch die engagierte Arbeit der Wehrführung konnten innerhalb der vergangenen sechs Wochen 47 Aufnahmeanträge entgegengenommen werden“, heißt es in der Begründung des Beschlusses. Deshalb entfalle die Grundlage für die Heranziehung von Einwohnern im Ortsteil Helsa zum Dienst in der Pflichtfeuerwehr.

„Ich bin froh, dass wir wieder eine Freiwillige Feuerwehr Helsa haben“, sagt Gemeindebrandinspektor Thomas Lenz. „Ehrenamt ist immer vorzuziehen und der Grundgedanke unserer Arbeit.“ Eine Diskussion über den Beschluss gab es nicht. Nur Florian Pohner (CDU) sagte kurz nach der Abstimmung in Richtung der Feuerwehrkameraden: „Danke, dass ihr diesen Psychoterror durchgehalten habt.“

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind dieselben, wie die der Pflichtfeuerwehr. Sie waren damals fast alle wegen eines einzelnen Mitgliedes, Björn Steisel aus Hessisch Lichtenau, ausgetreten, weil es mit ihm ein Zerwürfnis gab. Dass sich die Wehrleute eine Zusammenarbeit mit Steisel unter keinen Umständen vorstellen können, zeigten sie mit ihren Rücktritten. Offiziell äußern wollte sich niemand. Auch der damalige Gemeindebrandinspektor Timo Schröder sagte nichts dazu und verwies auf Bürgermeister Tilo Küthe, der zu der Zeit noch im Amt war.

Der sagte, es sei ausgeschlossen mit Björn Steisel zusammenzuarbeiten: „Er verhält sich nicht kameradschaftlich. Und das passt mit der Feuerwehr und dem Ehrenamt, das sie ausübt, nicht zusammen.“ Aus Feuerwehrkreisen war zu hören, dass Steisel ein sehr schwieriger Mensch sei, der immer nach dem Haar in der Suppe suche. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihm sei schwierig.

Steisel wurde 2015 von der Helsaer Wehr ausgeschlossen. „Man hat mir einfach einen Zettel in die Hand gedrückt, mit dem mir der Ausschluss mitgeteilt wurde“, sagte er damals. Sonst äußerte er sich – zumindest offiziell – nicht negativ über seine ehemaligen Kameraden. (Theresa Novak)

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