Wahl in Helsa

Florian Pohner (CDU) liebt seinen Trecker

Helsas Bürgermeisterkandidat Florian Pohner (CDU) mit Partnerin Sandy Mößlang und seinem Trecker in Wickenrode. Hinterm Steuer kann der 39-Jährige abschalten.
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Helsas Bürgermeisterkandidat Florian Pohner (CDU) mit Partnerin Sandy Mößlang und seinem Trecker in Wickenrode. Hinterm Steuer kann der 39-Jährige abschalten.

Florian Pohner tritt bei der Bürgermeisterwahl am 1. November in Helsa für die CDU an.

Helsa – Wenn der Fendt läuft, kann Florian Pohner abschalten. Er sitzt dann hinter dem Steuer seines Treckers und tuckert über das Feld hinter seiner Wohnung in Wickenrode. Für ihn ist das Entspannung, „so wie andere malen oder laufen gehen“, sagt er. Sandy Mößlang, seine Partnerin, kennt das schon. Sie weiß, wo er steckt, wenn sie ihn zu Hause nicht findet.

„Ich bin damit auch schon zu einer Gemeindevertretersitzung gefahren“, sagt der 39-jährige Wickenröder. Normalerweise beackert er mit dem Fendt das Feld hinter seinem Elternhaus. Dort wachsen auf einem Hektar Kartoffeln und Getreide – „alles bio“, betont er.

Ein paar Meter weiter werkeln er und seine Partnerin gerade an ihrem neuen Eigenheim. Mit ihren Kindern, dem drei Monate alten Sohn und der einjährigen Tochter, wird es der Familie langsam zu eng in der Dachwohnung. Für Dezember ist der Umzug geplant, das Haus entsteht hauptsächlich in Eigenleistung. „Ich scheue mich nicht, anzupacken“, sagt Pohner.

Diese Fähigkeit will er nun auch als Bürgermeister von Helsa beweisen. „Ich habe die Hoffnung, dass ich da was bewirken kann“, sagt er. Und zwar mehr als in der Opposition. Dort hat er nach dem plötzlichen Tod von Frank Isenberg 2015 in der CDU den Vorsitz übernommen. Doch als Bürgermeister würde sein Engagement nicht mehr nur neben dem Job und der Familie her laufen, sondern sein Beruf sein. „Man steckt als Bürgermeister auch mehr im Detail.“

Die Zeit für Familie ist jetzt schon begrenzt: 60 Stunden in der Woche ist Pohner für seinen Job als Offizier in Fritzlar unterwegs. Er ist als Zugführer Chef von 50 Soldaten. Beim Bund hat er auch seine Partnerin kennengelernt, „beim Mittagstisch in der Mensa“, sagt er und beide grinsen. Sandy Mößlang hat dort einen Bürojob in der Logistik. Zurzeit ist sie Vollzeit-Mama. Den gleichen Arbeitgeber zu haben macht dem Paar nichts aus – im Gegenteil: „Das Verständnis ist da.“ Und auch wenn der Arbeitgeber nicht mehr der gleiche wäre, kann Pohner auf die Unterstützung seiner Partnerin zählen. „Wäre Sandy nicht so stark, ginge das alles nicht“, sagt er.

Wenn zwischen Landwirtschaft, Gemeindevertretung, Familie und Job noch Zeit bleibt, spielt der 39-Jährige sonntags gern Schlagzeug oder Trompete und hilft damit im Musikzug Großalmerode und Eschenstruth.

Mit den vielen Landwirtschaftsmaschinen, die sein Opa ihm hinterlassen hat, helfen Pohner und seine Partnerin auch anderen regelmäßig beim Heu machen. „Das ist quasi wie Nachbarschaftshilfe.“ Doch nicht nur die Landwirtschaft, auch das Engagement in der Gemeindevertretung kommt aus der Familie. „Mein Opa und meine Mutter waren schon immer in der CDU vertreten“, sagt Pohner. Nachdem sie ihn einmal zur Sitzung mitgenommen haben, wollte er mitmachen. Und das hat 2011 auch gleich funktioniert.

Jetzt hofft Florian Pohner, dass es bei der Wahl am 1. November auch klappt. Dann will er sich vor allem um die kaputten Straßen und den Breitbandausbau kümmern und das Rathaus transparenter gestalten – „so, dass der Bürger merkt, man ist für ihn da“.

Zur Person Florian Pohner

Florian Pohner (39) ist in Helsa-Wickenrode aufgewachsen. Er arbeitet als Offizier bei der Bundeswehr am Standort Fritzlar und führt dort 50 Kameraden des Kampfhubschrauberregiments 36. In Wickenrode ist Pohner im Vereinsleben verwurzelt, spielt Schlagzeug und Trompete und betreibt Landwirtschaft. Seit 2011 ist Pohner in der Gemeindevertretung und seit 2015 CDU-Fraktionsvorsitzender. Mit seiner Lebensgefährtin hat er eine junge Tochter und einen jungen Sohn. (Valerie Schaub)

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