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Freibadsaison in Helsa rückt in Ferne

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Von: Valerie Schaub

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 Matthias Pengel vom Förderverein Schwimmbad mit einem Eimer, in dem er eine Kröte transportiert hat, vor dem Freibad in Helsa
Kann das Freibad Helsa 2022 öffnen? Jedenfalls werden die Kröten kein Hinderungsgrund mehr sein, denn das Bad ist jetzt mit einem Krötenschutzzaun umrandet. Matthias Pengel vom Förderverein hat bisher aber nur eine aus dem Eimer gefischt. © Valerie Schaub

Eigentlich hatte Helsa fest damit geplant, das Freibad in dieser Saison wieder zu öffnen. Doch die Hoffnung wird getrübt.

Helsa – Bis zur Eröffnung stehen noch eine Menge Arbeiten an. Und die sind jetzt schon um vier Wochen in Verzug. Vor allem hapert es an der neuen Beckenfolie, die das Freibad dringend braucht. Laut Zeitplan hätte dafür schon längst eine Firma beauftragt sein müssen, damit das Bad pünktlich im Mai hätte öffnen können.

Verzögerungen gab es laut Bürgermeister Andreas Schönemann aber schon mit der Förderung. Um die Kosten zu finanzieren, hatte sich der betreibende Förderverein mit Gemeindevertretern lange um Gelder bemüht. Die Zusage kam erst im Dezember.

Jetzt findet sich keine Firma. „Auf die erste Ausschreibung hat sich niemand gemeldet“, sagt Schönemann. Eine solche Ausschreibung nehme mit Fristen fast einen Monat in Anspruch. Zeit, die jetzt fehlt. Nun versucht es die Gemeinde mit einem zweiten Aufruf.

Matthias Pengel vom Förderverein befürchtet indes, dass die Firmen ihre Arbeiter mittlerweile alle verplant haben. Fraglich sei auch, ob so schnell eine Beckenfolie lieferbar sei. Es gebe noch viele Unbekannte, aber noch sei es nicht zu spät.

Ein weiteres Problem, das Krötenproblem, könnte aber gelöst sein: Seit kurzem ist das Becken fast komplett umrandet mit Schutzzäunen, die verhindern sollen, dass die Tiere in ihr Laichgewässer, das Becken, zurückkehren. 100 Meter Zaun hatte die Gemeinde für 500 Euro gekauft. Weil das Gelände der Gemeinde gehört, musste auch die sich kümmern.

Während das Bad in den vergangenen Jahren geschlossen war, hatten sich Kröten in dem grün gewordenen Schwimmwasser so wohl gefühlt, dass sie hier gelaicht hatten.

Damit das nicht wieder passiert, kontrolliert Matthias Pengel jetzt schon jeden Tag nach der Arbeit die Zäune. Findet er ein Tier, setzt er es an der Losse an einem Feuchtgebiet Richtung Eschenstruth aus. Bisher habe sich erst eine Kröte verirrt.

Dafür haben sich andere tierische Gäste eingenistet: Die Liegewiese ist übersät mit Maulwurfshügel. Es seien zwar schon immer ein paar da gewesen, aber so viele noch nicht, sagt Pengel.

Wenn der Verein Anfang April seinen Arbeitseinsatz am Schwimmbad hat, werden sich die Mitglieder auch darum kümmern. Außerdem wollen sie die neue Pumpe einbauen, denn auch die braucht das Schwimmbad für die Badesaison.

Die alten Pumpen verbrauchen zu viel Strom, erklärt Pengel, sie sind nicht mehr zeitgemäß. Pengel hätte noch mehr Ideen, um das Bad fit zu machen. Eine Fotovoltaikanlage etwa auf dem Dach könnte Strom liefern.

Doch jetzt müssen erst einmal die Beckenfolie und Arbeiter her. Ist das geschafft, könnte das Bad doch noch im Sommer öffnen. „Das wäre besser als nichts“, findet Pengel. (Valerie Schaub)

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