Glasfaserausbau in Sicht

Frust wegen Internetversorgung in Helsa: Doch nun gibt es Hoffnung

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Blick auf Helsa: Für den Bereich mitten im Zentralort wird es keine Bundesförderung für einen Glasfaserausbau geben. Hier ruhen die Hoffnungen aktuell auf das noch junge Unternehmen Goetel, das jüngst die stark in die Kritik geratene ACO geschluckt hat. Goetel will mittelfristig Glasfasernetze bis ins Haus bauen.

Riesig ist der Frust in Helsa was die Internetversorgung angeht – in der Bevölkerung ebenso wie bei Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Doch: Nun zeichnen sich zwei Silberstreifen am Horizont ab.

Nun zahlt sich aus, dass Helsa im Jahr 2017 zusammen mit elf weiteren Landkreiskommunen unter Federführung des Landkreises Kassel auf den Zug „Bundesförderung für den Breitbandausbau“ aufgesprungen ist. War zunächst nur von einem Glasfaserausbau bis zu den Verteilerkästen die Rede (FTTC, 50 MBit pro Sekunde), steht nun Geld für einen Glasfaserausbau bis hin zu den Wohnhäusern in Aussicht (FTTB, 1000 MBit pro Sekunde). 

Grund: Der Bund hatte die Fördermittel noch einmal deutlich aufgestockt. Von diesem Ausbau werden nun alle Ortsteile und Bereiche Helsas profitieren, die bislang offiziell mit weniger als 30 MBit pro Sekunde durch die ACO versorgt wurden. Dabei handelt es sich nach Datenlage einer Untersuchung des Landkreises Kassel um Teile Wickenrodes, um den östlichen und südlichen Teil des Zentralortes Helsa, um das Ibach- und das Lautenbachtal, um Teile Waldhofs und um Teile Eschenstruths.

Der Antrag für die erweiterte Bundesförderung werde Ende November auf den Weg gebracht, sagte Oliver Brunkow vom Landkreis Kassel bei der jüngsten Bürgerversammlung in Helsa. Mit dem Förderbescheid sei dann Ende Januar zu rechnen, sodass im März mit der Ausschreibung begonnen werden könne. „Wird ein Internetanbieter flott gefunden, wird womöglich schon im Sommer 2019 im Landkreis gebaut“, sagte Brunkow. Welche der elf Kommunen als erste dran sei, sei zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht zu sagen.

Wichtig zudem: Auch das Land hat inzwischen eine Förderzusage gemacht, sodass die beteiligten elf Kommunen nur noch einen zehnprozentigen Eigenanteil stemmen müssen. Somit übernimmt der Bund 50 Prozent, das Land 40 Prozent der Ausbaukosten. Helsa wird damit aber immer noch mit rund 200 000 Euro belastet.

Glasfaser bis ins Haus

Die Helsaer wissen längst, dass bislang nicht nur Teile ihrer Gemeinde mit weniger als 30 MBit pro Sekunde unterversorgt sind – sondern ganz Helsa. ACO hatte im Rahmen der Untersuchung durch den Landkreis seine Leistungsfähigkeit möglicherweise überschätzt. Deshalb gibt es immer noch Bereiche in Helsa – vor allem im Zentralort, in Wickenrode und in Eschenstruth –, die jetzt nicht von der Bundesförderung profitieren werden. Grund: Förderbedingung war die Unterschreitung der 30 MBit-Grenze. ACO war aber wohl an vielen Stellen davon ausgegangen, die 30 MBit tatsächlich zu erreichen.

„Aber das ist Schnee von gestern“, sagt Bürgermeister Küthe. Inzwischen sei die ACO vom Göttinger Internet-Unternehmen Goetel gekauft worden, „und die legen auch Glasfaserkabel bis in jedes Wohnhaus“, sagte Küthe (FTTH, 1000 MBit pro Sekunde). Ein erstes Gespräch mit dem Unternehmen habe es bereits gegeben. Goetel wolle in Helsa zunächst „Brandherde löschen“, kurz: „bei uns in jedem Fall etwas machen“.

Dieses Video ist Teil der Plattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Der Vorteil: Wenn Goetel ausbauen will, kommt auf die Gemeinde Helsa kein Eigenanteil wie bei der Bundesförderung zu, „Goetel arbeitet rein privatwirtschaftlich“, sagte Küthe. So soll ein Konzept für den Glasfaserausbau in Helsa schon in einigen Wochen vorliegen, im Januar will Küthe dann noch einmal zu einer Bürgerversammlung ins Rathaus einladen.

Ob sich aber aus dem noch jungen Goetel-Kontakt in den nächsten Wochen und Monaten tatsächlich eine veritable Geschäftsbeziehung mit tatsächlicher Ausbauabsicht entwickelt, weiß auch Küthe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher. Aber: „Goetel hat in Süd-Niedersachsen schon einiges aufgebaut. Die machen einen seriösen Eindruck.“  

Internetausbau auch in St.Ottilien?

Die Ortsteile St. Ottilien und in Teilen auch Eschenstruth haben es in Sachen Internetversorgung in Helsa bislang am Besten. Über dickes Kupfer-TV-Kabel noch aus der Vorwendezeit sind hier Übertragungsraten von 400 MBit pro Sekunde möglich. Provider ist bislang die Unitymedia, die jedoch im Mai 2018 von Vodafone gekauft wurde. Noch prüft das Kartellamt, ob die Übernahme zulässig ist, im April 2019 soll es eine Entscheidung geben. „So lange hier keine Würfel gefallen sind, werden weder Unitymedia noch Vodafone weiter ins Netz investieren“, erklärt Oliver Brunkow vom Landkreis Kassel. Das gelte auch für bereits mit TV-Kabeln erschlossene, jedoch noch nicht angeschlossene Gebiete – so wie in Teilen Eschenstruths. 

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