Sein Herz schlägt für die Heimat

Helmut Linge ist seit Jahrzehnten in Eschenstruther Vereinen

Immer am Puls der Zeit: Auch mit 91 Jahren interessiert sich Helmut Linge noch für das Vereinsgeschehen in Eschenstruth.
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Immer am Puls der Zeit: Auch mit 91 Jahren interessiert sich Helmut Linge noch für das Vereinsgeschehen in Eschenstruth.

Helmut Linge kennt nahezu jeder in Helsa-Eschenstruth. Jahrzehntelang war er ehrenamtlich engagiert, und ist es bisweilen noch: Im Turn-, Sport- und Gesangverein (TSG), im Zusammenschluss der Vereine und Verbände, bei den Sozialdemokraten, in der Gemeindevertretung, im Seniorenbeirat.

Helsa - Den gelernten Maschinenschlosser hat es stets erfüllt, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Etwas für den Heimatort zu tun, sei für ihn selbstverständlich. Der 91-Jährige lebt dort von klein auf.

Obwohl Linge im hohen Alter keine Ämter mehr innehat: „Mitglied bin ich noch überall.“ Auch in der Gewerkschaft, obwohl er seit Langem in Rente ist. Die längste Zeit gehört er dem TSG an. 76 Jahre seien es: „Eingetreten 1945 mit der Neugründung nach dem Krieg.“ Fußball gespielt habe er damals. Schon fünf Jahre später hängte er die Stollenschuhe an den Nagel. Linge wurde zu Hause gebraucht: Er heiratete 1950, die beiden Töchter kamen zur Welt, es galt ein Haus auszubauen. Dennoch übernahm er Verantwortung: Ab 1956 war er Schriftführer im TSG-Vorstand, von 1960 bis 1996 dessen Vorsitzender: „Sie waren froh, einen jungen Mann zu haben.“

36 Jahre an der Spitze haben viele Erinnerungen hinterlassen. Etwa an den Aufbau der Seniorensportgruppen 1988: „Es hat Mühe gemacht, Leute zu mobilisieren.“ Bis 2018 war er Übungsleiter der Herren, und noch heute kegeln sie.

Auch der 100. Geburtstag des TSG 1995 ist unvergessen: Da sei eine Woche gefeiert worden. Auch andere große Feste hat er mitorganisiert – zum Beispiel 1976 als 1. Vorsitzender des Festausschusses bei der 850-Jahr-Feier Eschenstruths und 25 Jahre später als 2. Ausschussvorsitzender, als das 875. Jubiläum anstand. Daneben gab es Heimatfeste, Kultur- oder Sportwochen, und er mittendrin im Geschehen – davon 16 Jahre als Vorsitzender des Zusammenschlusses der Verein und Verbände. Heute kann er darüber schmunzeln, dass etwas nicht fadengerade lief. Einmal sei ein bunter Abend geplant gewesen, Künstler über eine Agentur gebucht: „Es war Freitagabend, das Zelt voll, niemand kam“, erzählt er. Ein Blick in den Kalender offenbarte: Das Programm war für den nächsten Tag bestellt. Er habe „schwer geschimpft bekommen“. Der Feierlaune habe es aber nicht geschadet.

Vereinssitzungen besucht Linge immer noch, hört zu. Und als langjähriger TSG-Ehrenvorsitzender kümmert er sich um die Seniorenbetreuung des Vereins, besucht Jubilare, gratuliert und schnuddelt. Seit Corona müssten die Empfänge allerdings vor der Haustür abgehalten werden.

Für sein Engagement hat Linge Auszeichnungen bekommen – auch das Bundesverdienstkreuz 2010. Die Verleihung hätte eine Überraschung werden sollen, sagt er. Wenn ihn nicht zuvor per Post die Gratulation des Ministerpräsidenten erreicht hätte: „Ich habe nicht verraten, dass ich schon von der Ehrung wusste, sondern so getan, als wäre ich überrascht.“

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