Umstrittenes Mitglied

Streit in Freiwilliger Feuerwehr Helsa droht zu eskalieren: Gibt es bald eine Pflichtfeuerwehr?

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Sie müssen sich aufeinander verlassen können: Ehrenamtliche in der Freiwilligen Feuerwehr. Auf dem Bild üben zwei Einsatzkräfte Rettungstechniken unter Atemschutz. 

Ein Streit in der Feuerwehr in Helsa ist soweit gekommen, dass der Bürgermeister mit einer Pflichtfeuerwehr droht. Dafür hat das Parlament nun die Satzung geändert. 

  • Ein Streit in der Feuerwehr Helsa bei Kassel droht zu eskalieren.
  • Grund ist ein umstrittenes Mitglied.
  • Der Bürgermeister droht, eine Pflicht-Feuerwehr einzuführen.

Weil ein umstrittenes Mitglied nach längerer Zeit wieder in der Freiwilligen Feuerwehr in Helsa bei Kassel aktiv sein will, haben mehrere Führungskräfte angekündigt, ihren Dienst zu quittieren. Bürgermeister Tilo Küthe hat gehandelt und einen Eilantrag im Parlament vorgelegt, um den Brandschutz in Helsa im Notfall gewährleisten zu können.

Dazu war eine Satzungsänderung nötig, die inzwischen vom Parlament verabschiedet wurde. Künftig hat der Verwaltungschef die Möglichkeit, die Feuerwehrleute zu verpflichten. Das war nötig geworden, weil es offenbar Unstimmigkeiten mit einem länger nicht aktiven Mitglied gibt. Das alles kam überraschend, auch für einige Gemeindevertreter, die bislang scheinbar überhaupt nicht wussten, wie gravierend die Probleme sind.

Helsa bei Kassel: Streit bei der Feuerwehr eskaliert

Bei dem umstrittenen und nicht unbekannten Feuerwehrmann handelt es sich um Dr. Björn Steisel, der unter anderem 2011 versucht hatte, im Landkreis Kassel Kreisbrandinspektor zu werden und gegen das Bewerbungsverfahren sowie gegen die geringe Bezahlung geklagt hatte. 

Mit Helsa befindet sich Steisel, der seit 1997 in der Feuerwehr Mitglied ist, seit Jahren im Streit. Im Februar 2015 war er zum Wehrführer gewählt worden. Der Gemeindevorstand hatte die Wahl aber abgelehnt, weil Steisel nicht in Helsa wohnte. Er war in einen Ortsteil von Hessisch Lichtenau umgezogen. 

Feuerwehr Helsa: Betriebsfrieden erheblich gestört

Im April 2015 hatte die Gemeinde schließlich versucht, Björn Steisel aus der Feuerwehr in Helsa auszuschließen, weil er seinen Diensten nicht nachgekommen sei. „Er hat regelmäßig Übungs- und Einsatzdienste nicht wahrgenommen“, sagt Küthe. Das Verwaltungsgericht Kassel teilte auf HNA-Anfrage mit, dass auch der Betriebsfrieden erheblich gestört gewesen sei. 

Steisel habe nach der Räumung seines Spindes gedroht, die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten. Das Ausschlussverfahren verlor Helsa aber 2018 – laut Verwaltungsgericht auch, weil die Gemeinde nicht nachweisen konnte, dass die Feuerwehr wegen Steisel nicht mehr funktionsfähig sei.

Laut Küthe hat Steisel vor Kurzem angekündigt, seinen Dienst wieder aufnehmen zu wollen. Das sorgt offenbar für Unmut bei den Führungskräften der Ortsteilwehr. „Die haben schriftlich angekündigt, ihren Dienst nicht weiter tun zu wollen, wenn das Mitglied tatsächlich wieder in die Feuerwehr eintritt“, sagte Küthe im Parlament.

Satzung bei Feuerwehr Helsa geändert: Nur eine Absicherung

Offiziell wollen der Gemeindebrandinspektor und der Wehrführer zum jetzigen Zeitpunkt nichts zu den Vorkommnissen sagen. Auch Steisel möchte sich nicht zu den Vorwürfen gegenüber der HNA äußern.

Für Küthe ist die Satzungsänderung nur eine Absicherung. „Wenn es notwendig wird, muss ich schnell reagieren können“, sagt er. Die Umwidmung in eine Pflichtwehr sei nicht das Ziel, betont er. Es gehe lediglich darum, im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. 

Sollte Steisel tatsächlich zurückkehren, könnte Küthe, wenn nötig, die anderen Feuerwehrleute zum Dienst verpflichten. Parallel dazu hat die Gemeinde bereits ein neues Ausschlussverfahren gegen Steisel eingeleitet, bestätigt Küthe. Das werde nun geprüft.

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