An Losse und Wedemann fließt Wasser in Trichter – Renaturierung soll helfen

Hochwasserschutz: Wieder mehr Platz für Bäche in Helsa

Kritische Engstellen: Die Losse an der Bahnhofstraße im ausgebesserten Bachbett.
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Kritische Engstellen: Nahe der Leipziger Straße und der Bahnhofstraße (Foto) sollen die Bachbetten von Wedemann und Losse renaturiert und breiter werden.

Das Thema Hochwasserschutz steht derzeit in vielen Kommunen im Fokus. So auch in Helsa. Im Kernort gibt es vor allem zwei Schwachstellen, die die Gemeinde in Angriff nehmen will.

Helsa – Die Stellen, um die sich Helsa in Sachen Hochwasserschutz demnächst vor allem kümmern will, betreffen die zwei Wasserläufe Wedemann und Losse. Beide fließen im Ort durch je eine Engstelle, erklärt Holger Vaupel, Bauamtsleiter der Gemeinde, das Problem.

An der Leipziger Straße ist das Bachbett quasi wie ein Trichter, erklärt Vaupel. Dadurch fließe der Bach dort schneller. Bisher hatte das schon dazu geführt, dass das Wasser die Mauern an den Grundstücken wegschwemmte und Schäden anrichtete.

Kritische Engstellen: Nahe der Leipziger Straße (Foto) und der Bahnhofstraße sollen die Bachbetten von Wedemann und Losse renaturiert und breiter werden.

Zuletzt sind die Ufer im Herbst 2020 mit Beton gefestigt worden. So steht es auch im Bericht über den aktuellen Stand der Hochwassermaßnahmen, der auf CDU-Antrag den Gemeindevertretern ausgehändigt wurde.

Der Beton, mit dem die Mauer zuletzt gesichert worden sei, sei aber keine Dauerlösung, sagt Bürgermeister Andreas Schönemann. Die Mauer müsste so gefestigt werden, dass sie dem Wasser standhalten könnte. Dazu gehört auch, dass die Gemeinde die Engstelle aufweiten will. Die aktuelle Lösung aber verengt die Stelle zusätzlich.

Anwohnerin Annemarie Mohr wäre froh, wenn ihr Garten wieder wie früher von einer Mauer gesäumt wäre und es mehr Schutz vor Hochwasser gebe. Bei einigen ihrer Nachbarn seien zuletzt die Keller vollgelaufen.

In einer neuen Studie soll der gesamte Bach Wedemann unter die Lupe genommen werden. Darin soll beispielsweise geprüft werden, ob und was im oberen Teil Richtung Wickenrode getan werden kann, um an Wassermasse und Fließgeschwindigkeit etwas wegzunehmen, damit das Wasser erst gar nicht so schnell und so viel in der Leipziger Straße ankommt. Denkbar wären Bachschleifen oder neue Feuchtgebiete als Wasserrückhaltebereiche.

Mit diesem ganzheitlichen Blick auf den Bach verspricht sich die Gemeinde auch bessere Chancen für Fördermittel. Denn es kämen sechsstellige Beträge auf die Gemeinde zu. Schönemann hofft, dass die Anwohner nicht zur Kasse gebeten werden müssen.

Auch Nahe der Bahnhofstraße gibt es den Trichtereffekt – diesmal im Bachbett der Losse. An der Hausnummer 2 hatten die Wassermassen 2018 die Mauer beschädigt. Bisher ist sie nur mit Beton gesichert worden. Nun soll die Losse an dieser Stelle über 50 Meter drei bis vier Meter mehr Platz bekommen, erklärt Bauamtsleiter Vaupel. Der Antrag zur Renaturierung ist schon gestellt und vom Regierungspräsidium genehmigt worden. Die Fördermittelzusage fehle noch. Im Frühjahr könnten die Bauarbeiten beginnen. (Valerie Schaub)

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