HNA-Wahlforum

Helsas Bürgermeisterkandidaten diskutieren: Internetausbau ist großes Thema

Alia Shuhaiber (Mitte links) und Valerie Schaub mit den Helsaer Bürgermeisterkandidaten (von links) Andreas Schönemann (SPD), Rainer Dallmann (Grüne Liste Helsa), Lutz Engler (parteilos) und Florian Pohner (CDU)
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HNA-Wahlforum: Die Moderatorinnen Alia Shuhaiber (Mitte links) und Valerie Schaub mit den Helsaer Bürgermeisterkandidaten (von links) Andreas Schönemann (SPD), Rainer Dallmann (Grüne Liste Helsa), Lutz Engler (parteilos) und Florian Pohner (CDU).

Am 1. November wird in Helsa ein neuer Bürgermeister gewählt. In dieser Woche stellen sich die Kandidaten bei einem Wahlforum den Fragen der Redaktion und der Leser.

Helsa – Wie steht es um die künftige Internetversorgung in Helsa? Wie bekommt Helsa den Sanierungsstau bei kaputten Gemeindestraßen in den Griff? Was kann gemacht werden, damit Bürgerinteressen von der Gemeinde besser umgesetzt werden? Darum ging es beim Wahlforum am Mittwoch im Pressehaus der HNA, bei dem sich die Bürgermeisterkandidaten Andreas Schönemann (SPD), Florian Pohner (CDU), Rainer Dallmann (Grüne Liste Helsa) und Lutz Engler (parteilos) vorstellten und miteinander diskutierten. Die Moderation übernahmen die HNA-Redakteurin Valerie Schaub und die Leiterin der Landkreisredaktion, Alia Shuhaiber.

Bürgermeisterwahl in Helsa: Das sagen die Kandidaten zum Thema Internet

Alle Kandidaten sind sich einig: So, wie der Glasfaserausbau bislang in Waldhof gelaufen ist, darf es nicht wieder passieren. Zwar sind nach anderthalb Jahren dort jetzt alle Haushalte angeschlossen, doch noch immer sind Straßen und Gehwege nicht wiederhergestellt. „Die Götel hat hier viel Vertrauen verspielt“, sagte dazu Engler – auch mit Blick auf die Tatsache, dass Götel nun auch ganz Helsa, Eschenstruth und Wickenrode ausbauen möchte. Da stelle sich die Frage, ob die Götel der richtige Partner dafür sei.

„Götel ist das einzige Unternehmen, dass überhaupt in Helsa investieren will“, entgegnete Schönemann. Tatsächlich müsse der Ausbau deutlich besser durch die Gemeinde moderiert werden.

Konkret wurde Dallmann. Er forderte Rahmenverträge zwischen der Götel und der Gemeinde Helsa. „Damit ließe sich vertraglich absichern, dass sich auch wirklich Ausbauerfolge einstellen.“ Pohner sah die Schwierigkeit beim Thema Glasfaserausbau vor allem im Erreichen der von der Götel geforderten Akquisequote von 60 Prozent. „In Helsa leben viele ältere Menschen, die keinen großen Bezug zum Internet haben. Diese Menschen müssen wir aber gewinnen, um diese 60-Prozent-Hürde zu nehmen.“

Bürgermeisterwahl in Helsa: Das sagen die Kandidaten zum Thema Straßen

Helsa benötigt rund zwei Millionen Euro, um alle kaputten oder defekten Gemeindestraßen wieder auf Vordermann zu bringen. Jedes Jahr stehen der Gemeinde dafür aber nur rund 30 000 Euro zur Verfügung. Dallmann sprach sich für die Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge aus, „weil sie sich am gerechtesten und für alle am preiswertesten gestalten lassen“. Der CDU-Kandidat nahm kein Blatt vor den Mund und wetterte sogar gegen die eigene schwarz/grüne Landesregierung. „Nicht die die Gemeinde, sondern das Land muss die Straßenkosten übernehmen“, sagte Pohner und schlug vor, Straßenbeiträge ganz abzuschaffen. Engler stieß ins gleiche Horn.

Schönemann hielt es für unrealistisch, dass Land einfach so in die Pflicht nehmen zu können. „Stattdessen brauchen wir Transparenz, was beim Straßenbau zu machen ist.“ Dann sei es auch vermittelbar, wenn Mittel aus der Grundsteuer B, aus dem Haushalt sowie aus wiederkehrenden Straßenbeiträgen aktiviert würden.

Bürgermeisterwahl in Helsa: Das sagen die Kandidaten zum Thema Busse und Bahnen

Alle Kandidaten diagnostizierten Helsa mit dem Vorhandensein von Tram, Bus und Sammeltaxi eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. „Doch ist mit 5,70 Euro eine Tramfahrt bis nach Kassel noch viel zu teuer“, sagte Engler. Helsa müsse in die Tarifzone Kassel-Plus aufgenommen werden, um den Fahrpreis auf 3,90 Euro zu drücken. „Dann würden auch viel mehr Leute die Tram nutzen.“

Dallmann sprach sich für die Einführung eines Bürgerbusses als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Angebot aus. „So kämen auch die Wickenröder besser zur Tram.“ Schönemann und Pohner stellten die Notwendigkeit eines Bürgerbusses zumindest infrage. Beim Thema Nahmobilität ließe sich auch auf ehrenamtlicher Basis viel erreichen.

Bürgermeisterwahl in Helsa: Das sagen die Kandidaten zum Thema Senioren und Jugend

Um dem hohen Anteil älterer Menschen in Helsa gerechter zu werden, schlug Pohner ein Sprachrecht für den Seniorenbeirat im Gemeindeparlament vor. Alternativ wäre auch der Aufbau eines Seniorenparlaments – oder entsprechend für die Jugend – der Aufbau eines Jugendparlamentes denkbar. Pohner und Dallmann bemängelten, dass viele Bürgeranfragen im Helsaer Rathaus einfach versandeten. „Das muss sich ändern.“ SPD-Kandidat Schönemann betonte, dass eine verbesserte Unterstützung der Vereinsarbeit einer Stärkung der Interessen von Senioren gleichkäme. „Die Senioren sind der Kern unserer Vereine“, sagte der SPD-Kandidat.

Bürgermeisterwahl in Helsa: Das sagen die Kandidaten zum Thema Kinderbetreuung

Schönemann rechtfertigte die Entscheidung, die Kita in Eschenstruth um eine U3- und eine Kindergartengruppe zu erweitern. „Das ist nicht die teuerste Variante, das ist die, die wir brauchen“, sagte der SPD-Kandidat. Gleichzeitig lehnte er die Waldkindergarten-Idee der Grünen Liste Helsa ab. Dallmann allerdings sah das anders. „Wir hätten auch mit einem Waldkindergarten das Platzproblem billiger lösen können. Dann wäre der Anbau in Eschenstruth eben kleiner geworden.“ Das Video zum Wahlforum finden Sie unter hna.de/kreiskassel

Von Boris Naumann

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