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Kein Freibad, kaum Lehrer für Schwimmkurse in Helsa

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Von: Valerie Schaub

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Peter Strohs vor dem leergepumpten Freibad in Helsa.
Schwimmkurse wird Peter Strohs vom DLRG-Ortsverein Helsa in diesem Sommer im Helsaer Freibad nicht anbieten können. Das Wasser ist schon abgelassen, die Beckenfolie muss repariert werden. © Valerie Schaub

Wer in Helsa das Schwimmen lernen will, der braucht momentan etwas Geduld. Die Warteliste für Schwimmkurse ist lang und es ist keine Besserung in Sicht. Der Stau liegt nicht nur an Corona.

Helsa – 86 Kinder stehen momentan auf der Warteliste für Schwimmkurse in Helsa. Und die Aussichten, den Stau abzubauen, sind nicht besonders gut. Denn Helsa fehlen dafür nicht nur das Bad, sondern auch die Ausbilder.

Peter Strohs gehört zu den Ehrenamtlichen der DLRG, die für Kinder in Helsa Schwimmkurse anbieten. Er ist 81 Jahre alt, seit Jahrzehnten bringt er Kindern das Schwimmen bei, ebenso lang sucht er vergeblich Nachfolger: einen, der den Ortsverein Helsa weiterführt und mehrere, die Kinder zu sicheren Schwimmern ausbilden.

In vielen Städten und Gemeinden sind es Schwimmmeister, die die Kurse anbieten, erklärt Strohs. Mit dem Honorar verdienen sie sich etwas dazu. In Helsa, wo das Freibad vom Förderverein betrieben wird, geht das nicht. Hier macht der DLRG-Ortsverein die Badeaufsicht und bietet auch die Kurse an – ehrenamtlich, genauso wie auch in Lohfelden.

So lange das Freibad in Helsa im Sommer noch geöffnet war, hat Strohs im laufenden Betrieb Kurse angeboten: drei Mal die Woche in kleinen Gruppen. Manchmal hat er auch spontan ein bis zwei Stunden Kindern im Einzelunterricht das Schwimmen beigebracht – wie es eben gerade gepasst hat. „Das kam gut an“, sagt Strohs. Kinder seien aus dem gesamten Umkreis ins Helsaer Bad gekommen. Auch Abzeichen hat Strohs hier vergeben. Bezahlen mussten die Eltern nur die Gebühren für das Stoffabzeichen und die Urkunde.

Seit drei Sommern ist das Helsaer Bad nun geschlossen, in diesem wird es repariert. Deshalb können Peter Strohs und sein Kaufunger Kollege die Kurse nur im Winter im Hallenbad in Hessisch Lichtenau anbieten. Pro Saison schaffen sie es, rund 40 Kindern das Schwimmen beizubringen. Mehr sei nicht drin. Mit Eintrittsbeschränkungen in der Corona-Pandemie seien es noch weniger gewesen.

Aber der Stau liegt laut Strohs auch an den fehlenden Ausbildern. Wer Schwimmkurse anbieten will, braucht eine Genehmigung. Als Aktiver der DLRG muss man einen Lehrschein erworben haben und ihn regelmäßig erneuern. Dazu gehört laut Strohs auch eine 20-seitige wissenschaftliche Arbeit. „Das scheuen einige“, sagt er. Strohs ist in Helsa der Einzige mit einem Schein.

Vor Kurzem hat er zwölf junge Menschen zum Rettungsschwimmen in Silber ausgebildet. Das Abzeichen brauche man etwa als Soldat, im Sportstudium oder als Polizeibeamter. Damit könnten die Schwimmer auch die Badeaufsicht im Helsaer Bad machen oder den Lehrschein aufsatteln – gemacht habe das keiner.

Deshalb wird laut Strohs nicht nur die Warteliste für die Schwimmkurse länger. Auch die Badeaufsicht in Helsa wird dünner. Er selbst hat sich eine Frist gesetzt: „Mit 85 ist Schluss.“ Bis dahin hofft Peter Strohs auf Nachfolger.

Kontakt: DLRG-Ortsverein Helsa, Peter Strohs, 0176 / 22 30 98 32

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