Tilo Küthe schließt nach 18 Jahren ab

Helsas Bürgermeister geht in den Ruhestand – Schönemann übernimmt

Am Freitag hat er die Tür des Rathauses zum letzten Mal abgeschlossen: Tilo Küthe geht nach 18 Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Helsa in den Ruhestand.
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Am Freitag hat er die Tür des Rathauses zum letzten Mal abgeschlossen: Tilo Küthe geht nach 18 Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Helsa in den Ruhestand.

„Die vergangenen Jahre waren turbulent“ – so beschreibt Tilo Küthe (SPD) seine 18 Jahre und drei Monate andauernde Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Helsa.

Helsa – Am Freitag hatte er seinen letzten Arbeitstag. Nachfolger Andreas Schönemann (SPD) tritt am Montag sein Amt an. Helsa sei nie auf Rosen gebettet gewesen, und „es gab immer finanzielle Probleme“, sagt Küthe. „Ich habe die Probleme der Gemeinde auch mit nach Hause genommen. Man hat als Bürgermeister oft mit nicht so schönen Sachen zu tun.“ Die größten Sorgen hätten ihm die kaputten Straßen gemacht, außerdem die Kitasituation und die Internetversorgung. Außerdem sei Helsa immer wieder von Naturereignissen getroffen worden, mit denen die Gemeinde dann zurechtkommen musste.

Einen Teil seiner Arbeit hätten die persönlichen Gespräche mit Bürgern ausgemacht. „Da, wo ich helfen konnte, hat das auch viel Spaß gemacht“, sagt Küthe. „Doch manchmal wird man als Bürgermeister auch für Sachen persönlich verantwortlich gemacht, die man nicht ändern kann.“

Küthe hatte sich zur Wahl im November 2020 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat aufgestellt. „Ich finde, es reicht jetzt, und die Gemeinde Helsa braucht neue Impulse und Ideen.“ Er selbst sei gleich zweimal wiedergewählt worden, was ihn freue.

Außerdem ist Küthe unter anderem stolz auf die Sanierung und den Anbau des Dorfgemeinschaftshauses in Wickenrode. „Dieses Projekt war eine sehr wichtige Entwicklung für die Gemeinde. Wir haben jetzt ein tolles Ergebnis und eine enorme Steigerung der Nutzung des Gebäudes erreicht.“

Wenn er ab Montag offiziell nicht mehr im Amt ist, will er sich erst einmal auf Hobbys, wie Schützenverein und Feuerwehr, Haus und Garten konzentrieren. „Und natürlich auf meine Familie.“ Dazu gehören seine Frau, seine Hunde, drei Kinder und ein Enkel, der im Sommer zur Welt kommt.

Doch nach einer Zeit wolle er dann vielleicht noch etwas anderes machen. „Ich habe viele Jahre 60 bis 80 Stunden in der Woche gearbeitet. Von 150 auf Null runterzufahren, ist ganz schwierig.“ Denn als Rathauschef in Helsa arbeite man neben den typischen Aufgaben eines Bürgermeisters auch „Verwaltungssachen“ ab. „Ich habe hier immer ganz normal mitgearbeitet. Das ist in kleinen Gemeinden einfach notwendig.“ Und das schlage sich auch beim Thema freie Tage durch. „Meinen gesamten Urlaub habe ich nie genommen. Wenn ich Urlaub hatte, war ich eben erst um neun im Büro, statt schon frühmorgens.“

Ob ihn das hohe Arbeitspensum belastet habe? Diese Frage lässt Küthe nicht zu. „Das muss man hier einfach so machen.“ Auch, wie er seine Beliebtheit bei den Bürgern einschätzt, will er nicht klar beantworten. „Da fragen Sie den Falschen. Ich kann nur sagen, dass ich keine größeren Probleme mit der Bevölkerung hatte.“

Zur Person Tilo Küthe

Tilo Küthe (56) kommt ursprünglich aus Witzenhausen. Nach dem Abitur hat er seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr absolviert. Später war er Sachbearbeiter im Anerkennungsverfahren für Spätaussiedler in Friedland, dann arbeitete er zehn Jahre als Einzelentscheider in Asylverfahren in Frankfurt am Flughafen. 1988 zog Küthe in die Gemeinde Helsa, Gemeindevertreter war er seit 1993. 2002 stellte er sich das erste Mal zur Bürgermeisterwahl und gewann mit 51,2 Prozent gegen Michael Steisel (SPD) und Jörg Riemschneider (CDU). (Theresa Novak)

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