Mann soll gegen Vermummungsverbot verstoßen haben

Strafzettel wegen Maske am Steuer

Nachricht von der Bußgeldstelle: Weil er eine Maske im Auto getragen hat, soll der Mitarbeiter einer Handwerksfirma sich nun rechtfertigen.
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Nachricht von der Bußgeldstelle: Weil er eine Maske im Auto getragen hat, soll der Mitarbeiter einer Handwerksfirma sich nun rechtfertigen.

Peter Trebing ist sauer. Grund ist ein Vorwurf gegen seinen Mitarbeiter, der wegen des Tragens einer Maske im Auto gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben soll. In Zeiten der Corona-Pandemie ein starkes Stück, findet Trebing.

Vellmar/Kassel/Helsa – Der Wickenröder ist Chef einer Firma für Heizung, Solar und Sanitär und beschäftigt 24 Mitarbeiter. Diese fahren täglich zu Kunden in der Region, um ihre Aufträge auszuführen. Es kommt auch mal vor, dass einer von ihnen geblitzt wird – so jetzt in Vellmar passiert. 9 km/h zu schnell war der Angestellte. Statt den erlaubten 60 km/h zeigte der Tacho 69.

„Dass mein Mitarbeiter zu schnell war, ist unstrittig“, sagt Trebing. Doch der Vorwurf wegen des Tragens einer Maske im Auto, macht ihn wütend. Denn im Fahrzeug saß noch ein weiterer Mitarbeiter. „Seit der Maskenpflicht müssen die Mitarbeiter auch im Auto eine Maske tragen, wenn sie zusammen mit Kollegen unterwegs sind. Dass man dafür zur Rechenschaft gezogen werden soll, ist ein Witz. Hier ist in der aktuellen Lage mehr Fingerspitzengefühl gefragt.“ Der Mitarbeiter ärgere sich ebenfalls und befürchtet, einen Punkt in Flensburg dafür zu bekommen.

Laut Katrin Walmanns, Pressesprechern des RP Kassel, wird dies nicht passieren. „Der Tatvorwurf wurde korrigiert. Nach einer erneuten Prüfung waren keine Anhaltspunkte ersichtlich, die das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes zu Zwecken der Erschwerung oder Verhinderung der Erkennbarkeit oder Identitätsfeststellung stützen. Es ging bisher nur der Anhörungsbogen raus, dort kann man dann Stellung zum Vorwurf nehmen, was in diesem Fall geschehen ist.“

Dass die Sache überhaupt beim RP gelandet ist, liege daran, dass durch den im Raum stehenden Verstoß gegen das Vermummungsverbot ein mögliches Bußgeldverfahren geworden ist. Die Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 9 km/h sei nämlich eigentlich „nur“ eine Ordnungswidrigkeit, um die sich die Kommune kümmert – in dem Fall also die Stadt Vellmar. Deren Ordnungsamt hatte den Fall an das RP weitergeleitet.

Vellmars Ordnungsamtsleiter Wolfhard Eidenmüller sagt, es sei ein Versehen gewesen, dass die Sache als Bußgeldverfahren zum RP weitergeleitet wurde. „Bei der Fülle der Fälle ist das einfach durchgerutscht.“

Beim RP Kassel ist so ein Fall bisher noch nicht vorgekommen, sagt Walmanns. „Es wird jedes Blitzerfoto angeschaut, also eigentlich auch gesehen, wenn sich ein Beifahrer im Auto befindet und der Fahrer offensichtlich deshalb eine Maske trägt.“ (Theresa Novak)

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