Helsaer Förderverein will vor Saisonstart Pumpen und Folie erneuern

Noch immer Kaulquappen im Helsaer Freibad

Ein paar sind noch da: Kaulquappen fühlen sich in dem alten Wasser im Helsaer Freibad offenbar immer noch wohl.
+
Ein paar sind noch da: Kaulquappen fühlen sich in dem alten Wasser im Helsaer Freibad offenbar immer noch wohl.

Sie hatten viel Medienrummel erfahren, die tierischen Badegäste im Helsaer Schwimmbad: Nachdem zwei Jahre in Folge der reguläre Badebetrieb ruhte und das Wasser nicht ausgetauscht worden war, hatten es Kröten für sich als Lebensraum entdeckt (wir berichteten). Mittlerweile sind die Kröten zwar verschwunden. Kaulquappen tummeln sich aber immer noch einige im grünlichen Wasser.

Helsa – „Interessanterweise sind immer noch Kaulquappen da“, bestätigt Matthias Pengel vom Förderverein des Bads. Das sei eigentlich nicht die Regel. Schon die Kröten, die im Frühjahr hier gelaicht hatten, seien spät dran gewesen.

Die Kröten im Becken hätten im Sommer alle den Weg aus dem Wasser über die angelegte Rampe gefunden. Glücklicherweise sei der Wasserstand auch durch das häufige Regenwetter hoch genug gewesen, sagt Pengel. In diesem Frühling habe er einige Kröten aus dem Wasser herausgetragen, weil im April der Wasserstand niedriger gewesen sei.

Pengel hofft, dass auch die aus den restlichen Kaulquappen wachsenden Kröten wieder den Weg aus dem Wasser finden. Das Wasser, in dem sich nach Angaben von Pengel auch andere kleine Lebewesen wie Schnecken mittlerweile wohlfühlen, wird voraussichtlich erst im Frühling abgelassen, wenn klar ist, dass das Bad wieder öffnen kann.

Das Problem mit den Kröten ist aber noch lange nicht geklärt: Denn die Amphibien kehren zum Laichen immer an den Ort zurück, an dem sie selbst aufgewachsen sind. In diesem Fall das Freibad. Wenn das passiere, bis das alte Wasser im Frühling ausgetauscht werde, stünde das Bad vor dem gleichen Problem wie in diesem Jahr. Um das zu verhindern, will sich Pengel mithilfe der Gemeinde bemühen, Krötenschutzzäune zu beschaffen und das Freibad gegebenenfalls damit einzuzäunen.

Dafür sucht die Gemeinde das Gespräch mit der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde beim Landkreis und dem Regierungspräsidium, bestätigt Bürgermeister Andreas Schönemann. Es sei nur bisher unklar, wo man die Zäune aufstellen könne. Denn normalerweise kommen sie nur außerhalb von Ortschaften zum Einsatz, um Kröten auf ihrer Wanderung vor dem Straßenverkehr zu schützen.

Am liebsten wäre Pengel, wenn sich die Kröten einfach ein anderes Gewässer suchten und nicht mehr ins Bad verirrten. Denn das Helsaer Freibad hat noch andere Baustellen:

Bis wieder menschliche Badegäste kommen können, müssen auch die Beckenfolie und die Pumpen erneuert werden. Die Förderzusage für die Pumpen sei schon da. Pengel gibt die Hoffnung nicht auf, dass in der nächsten Saison wieder gebadet werden kann. Und mit dem neuen chlorhaltigen Wasser sei es dann hoffentlich auch nicht mehr so attraktiv für die Erdkröten.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.