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Schau-Einsatz vor Publikum: Helsaer Feuerwehr befreit eingeklemmten Arbeiter

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Von: Peter Dilling

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Schnelle Rettung: Nicklas Schill vom ASB Nordhessen (von links), Nico Engelmohr und Tobias Strube von der Helsaer Wehr trugen das „Unfallopfer“ aus der Gefahrenzone und in den Rettungswagen.
Schnelle Rettung: Nicklas Schill vom ASB Nordhessen (von links), Nico Engelmohr und Tobias Strube von der Helsaer Wehr trugen das „Unfallopfer“ aus der Gefahrenzone und in den Rettungswagen. © Dilling, Peter

Einen Einsatz aus nächster Nähe erleben, das ging am Wochenende bei der Feuerwehr in Helsa.

Helsa – Am Grill duften die brutzelnden Bratwürste, im Feuerwehrgerätehaus sitzen die Besucher am Abend auf Bierzeltgarnituren unter bunten, an Schnüren aufgehängten Lämpchen und unterhalten sich. Manche schauen interessiert in den geöffneten Einsatzleitwagen hinein. Draußen wuseln Kinder zwischen den zur Schau gestellten Löschfahrzeugen herum oder tanzen auf der mobilen Bühne, die später am Abend Schauplatz einer Modenschau sein wird. Beschaulich und fröhlich geht es zu.

Doch plötzlich wird es ernst: Unterhalb des Gerätehauses fällt ein großer Baumstamm aus dem Greifer eines Anhängers, auf den gerade Holz verladen wird. Die Stämme verkeilen sich, kommen ins Rutschen, ein Arbeiter wird eingeklemmt.

Schnell sind Feuerwehrfahrzeuge der Helsaer Wehr zur Stelle. Die Wehrleute sichern die Stämme mit Winkeleisen, durchtrennen einige mit der Kettensäge. Der Stamm, der auf dem Arbeiter liegt, wird mit einem Luftkissen angehoben. In wenigen Minuten können Sanitäter des ASB Nordhessen den Verunglückten auf einer Trage abtransportieren und im Rettungswagen versorgen.

Da schaute das Publikum gebannt zu: Helsaer Wehrleute befreiten einen „Waldarbeiter“ (rechts unten), der von herabfallenden Baumstämmen eingeklemmt war, aus seiner gefährlichen Lage.
Da schaute das Publikum gebannt zu: Helsaer Wehrleute befreiten einen „Waldarbeiter“ (rechts unten), der von herabfallenden Baumstämmen eingeklemmt war, aus seiner gefährlichen Lage. © Dilling, Peter

Das war natürlich nur eine von mehreren Einsatzübungen, mit der die Helsaer Wehr ihre Schlagkraft vor vielen Besuchern demonstrierte. Das Konzept aus Unterhaltung, Information, spektakulären Übungen in der Dunkelheit, Mitmach-Aktionen fürs Publikum und zwanglosen Gesprächen ging offenbar erneut auf. Vor der Pandemie hatte die Wehr das Format „Feuerwehr bei Nacht“ schon einmal erfolgreich ausprobiert.

Die Übung mit den Baum-Unfall war dabei sehr aktuell. „Wir haben immer mehr Stürme und müssen bei Gefahr im Verzug tätig werden“, sagt der Helsaer Wehrführer Markus Rausch, der den Abend auch moderierte. Bis zu 30 Wehrleute bilden sich für solche Einsätze fort. Am Baumbiegesimulator zeigten Mitglieder der Einsatzabteilung, wie man einen Baum richtig durchsägt, wenn er unter Spannung steht und sie demonstrierten, wie gut eine Schnittschutzhose davor bewahrt, sich beim Bedienen der Kettensäge selbst zu verletzen. Das war auch interessant und wertvoll für die Gartenbesitzer unter den Besuchern.

Die Helsaer Wehr hat 58 Aktive, 24 Jugendfeuerwehrleute und 18 Mädchen und Jungen in der Kinderfeuerwehr, eine gute personelle Basis. Dennoch schob Rausch bei seiner Moderation auch einen Werbeblock ein. Schließlich hat die Wehr eine breite Bandbreite an Aufgaben. Nicht zuletzt im Autobahn-Tunnel Hirschhagen. Da habe es schon in der Nacht zuvor den ersten Einsatz gegeben, berichtete der Wehrführer. Es sei ein Fehlalarm gewesen.

Am späteren Abend wurde es so richtig lustig: Die Feuerwehr führte ihre verschiedenen Einsatzkleidungen vor. Allerdings gingen in dieser Kluft nicht die Aktiven selbst über den Laufsteg, sondern deren Ehefrauen und Lebenspartnerinnen. Das sei eine Idee seiner Frau gewesen, erzählt Rausch. Schließlich stärken diese den Wehrleuten den Rücken.

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