"Brauchen Junge, um alles zu erhalten" 

Schützenverein in Helsa findet keinen Nachwuchs 

+
Schießsport ist ihr Hobby: Edgar Meike (von links), Michael Schmidt und Andreas Witzel sind Mitglieder im Schützenverein Eschenstruth und würden sich über neue, junge Mitglieder freuen.

Helsa. "Wir sind eine funktionierende Gemeinschaft", sagt der Vorsitzende des Schützenvereins Eschenruthe. Doch es gibt ein großes Problem: Der Verein hat massive Probleme, Nachwuchs zu finden. 

Andreas Witzel ist stolz auf seinen Verein. „Wir sind eine funktionierende Gemeinschaft, haben ein schönes Vereinsheim und organisieren über das ganze Jahr hinweg viele tolle Veranstaltungen“, fasst der Vorsitzende des Sportschützenvereins Eschenstruth zusammen. Trotz allem hat der Verein massive Probleme, Nachwuchs zu gewinnen.

„Das Problem ist, dass die Jugendlichen alle schon in anderen Vereinen sind, bevor sie alt genug sind, um zu schießen“, sagt Witzel. „Das geht nämlich erst ab zwölf mit dem Luftgewehr oder der Luftpistole.“ Bis dahin hätten sich die Kinder schon längst für Fußball oder die Feuerwehr entschieden. „Das sind ja auch alles tolle Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen. Nur für uns bleibt dann keiner mehr übrig.“

Früher gab es im Verein durchschnittlich bis fünf Jugendliche. „Das ist aber schon 30 Jahre her“, sagt Witzel. „Wenn wir wieder so viele junge Leute zu uns zählen könnten, wäre das super. Wir brauchen die jungen Leute, um alles zu erhalten.“ Damit meint Witzel auch das Vereinsheim. „Das ist einem vergleichsweise sehr gutem Zustand, wir achten darauf, dass das auch so bleibt.“ Die Arbeiten, die die Mitglieder selber erledigen können, werden auch selbst gemacht. „Anders würde es finanziell auch gar nicht gehen.“

Jugendwart soll Jugend an den Schießsport heranführen 

Die neueste Errungenschaft des Schützenvereins ist eine neue Be- und Entlüftungsanlage für fast 40 000 Euro. „Die mussten wir für unseren Großkaliberstand anschaffen, damit dieser wieder nach aktuellen Richtlinien ausgestattet ist.“ Dafür haben die Schützen zwar eine Förderung bekommen, doch der Großteil wurde aus der Vereinskasse bezahlt. Um die Jugend an den Schießsport heranzuführen und den verantwortungsvollen Umgang damit zu lehren, sind auch ein Jugendwart und dessen Vertreter im Verein. Der Jugendwart ist auch Jugendtrainer. „Wir sind in dem Bereich wirklich gut aufgestellt“, sagt Witzel.

Der Schützenverein Eschenstruth hat etwa 100 Mitglieder, von denen ein Drittel aktiv am Vereinsleben teilnimmt. Der Verein besteht seit 52 Jahren und hat eine Luftgewehr-, Luftpistolen-, Sportgewehr- und eine Sportpistolenmannschaft. Man muss aber in keiner Mannschaft sein, sondern kann auch für sich selbst schießen.

Wer Interesse am Schießsport hat, kann sich unter der E-Mail-Adresse andreas.witzel@ssv-eschenstruth.de melden. 

Für Kinder nur unter Aufsicht 

Das Schießen mit dem Luftgewehr und der Luftpistole ist ab zwölf Jahren erlaubt, allerdings nur unter der Aufsicht einer für die Kinder- und Jugendarbeit im Schießen besonders qualifizierten Person, des „Jugendschießleiters“. Bei anderen Waffen, etwa einem KK-Gewehr, erhöht sich diese Grenze von zwölf auf 14 Jahre. Unterhalb dieser Altersgrenzen ist das Schießen auf dem Schießstand grundsätzlich nicht erlaubt, allerdings kann die örtlich zuständige Waffenbehörde Ausnahmen „zur Förderung des Leistungssports“ erlauben. (tno)

Nachzulesen ist dies im Internet auf www.schuetzenrecht.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.