Tüv-Plakette gibt grünes Licht für Liftbetrieb in Wickenrode

Skilift in Helsa hat Prüfung bestanden und darf in Betrieb gehen

Tüv-Prüfer Andreas Böttcher testet, ob das Liftseil nur in eine Richtung zieht. Das verhindert, dass bei einem Stromausfall die Skiläufer den Berg rückwärts runter sausen.
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Funktioniert die Rücklaufsperre? Tüv-Prüfer Andreas Böttcher testet, ob das Liftseil nur in eine Richtung zieht. Das verhindert, dass bei einem Stromausfall die Skiläufer den Berg rückwärts runter sausen.

Grau, grün und diesig ist es am Hirschberg. Für die Skisaison fehlt da noch ein bisschen was. Neben dem Schnee ist das vor allem eins: Der Skilift muss laufen. Den schaut sich Andreas Böttcher an diesem Vormittag genauer an. Wenn er damit fertig ist, gibt es die Tüv-Plakette. Und dann ist Frau Holle dran.

Helsa – Böttcher prüft alle Lifte und Seilbahnen für den Tüv Hessen in der Region. Er hat schon die Standseilbahn an der Mühlenkopfschanze geprüft, normalerweise stehen größere und kompliziertere Lifts an der Tagesordnung. Heute ist es der kleine am Hirschberg in Wickenrode.

Wie bei der Tüv-Prüfung am Auto stellt Böttcher auch am Lift sicher, dass kein Unfall passieren kann. Am Lifthäuschen angelangt, holt er sein Messgerät aus seiner Tasche und hält den Prüfer an das Stahlseil. Was aussieht wie ein Schraubenzieher am Kabel, misst den Strom auf dem Seil. Sobald es eine Verbindung zur Erde gibt, sollte der Strom abschalten, erklärt der Prüfer. Die Fehlerstromschutzeinrichtung, umgangssprachlich FI-Schalter, sorgt dafür, dass niemand einen Stromschlag bekommt, wenn er das Liftseil berührt. „Es ist auf 30 Milliampere eingestellt“, sagt Böttcher und schaut auf sein Messgerät. Hier unten sieht alles gut aus, jetzt geht es nach oben auf den Berg.

„Normalerweise lasse ich mich vom Lift hochziehen“, sagt Böttcher und grinst. Aber mit einem Tempo von zwei Metern pro Sekunde und ohne Schnee und Skiern hätten die Beine viel zu tun. Also geht es zu Fuß hinauf.

Böttcher kommt viel herum mit seinem Job, erzählt er beim Aufstieg. „Es ist ein schönes Gebiet.“ Als Prüfer von Liften ist er oft in Urlaubsregionen unterwegs. Böttcher ist jetzt 63 und will nächstes Jahr aufhören. Aber bisher gibt es keinen Nachfolger.

Oben angekommen ist zuerst die Überfahrsicherung dran. Davon gibt es zwei. Was aussieht, wie eine Mini-Schranke auf Bodenhöhe, ist ein Not-Aus-Schalter, erklärt der Prüfer, damit es niemanden um die Umlenkscheibe wickelt. Kommt ein Kind mit den Beinen dagegen, schaltet der Lift ab. Ein paar Meter weiter ist ein Kabel gespannt – dasselbe Prinzip. Böttcher zieht den Stecker. Der Motor stoppt. Test bestanden.

Am Ende war nur ein Spannseil am oberen Mast etwas zu locker, das nun nachgezogen wird. Die neue Technik im Lifthäuschen funktioniert einwandfrei. Die hat der Club auf Rat des Tüvs zuletzt rundum und teuer erneuert.

Deshalb hofft Manfred Schröder vom Ski-Club auf Schnee und viele Gäste. Die Tüv-Prüfung kostet den Verein 350 Euro, dafür muss er viele Tickets verkaufen. Bei den Liften für Touristen könne der Verein nicht mithalten. Ein bisschen Graupel rieselt schon vom Himmel. (Valerie Schaub)

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