Polizei spricht von Straftat

Mann schneidet Pferd Mähne ab – Besitzer schockiert: „Das ist wirklich unfassbar“

Nero (links) hat nun keinen Schutz mehr über den Augen. Saphir (dahinter) hat seinen langen Schopf dagegen noch.
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Nero (links) hat nun keinen Schutz mehr über den Augen. Saphir (dahinter) hat seinen langen Schopf dagegen noch.

In Helsa entschließt sich ein Mann kurzerhand dazu, einem Pferd Schopf und Mähne abzuschneiden. Die Besitzer sind empört – und konfrontieren den Mann.

Helsa – Die Friesenpferde Nero und Saphir sind in Eschenstruth bekannte Tiere. „Es gibt nicht viele, die die beiden nicht kennen“, sagt Gerhard Hobein. Er, seine Frau Helma und seine Tochter Sonja sind seit vielen Jahren Pferdeliebhaber und Pferdebesitzer aus Leidenschaft. Ihre Tiere hatten sie bis vor Kurzem „mitten im Dorf stehen“, wie sie sagen. Doch jetzt mussten sie einen anderen Platz für sie finden – zu ihrer Sicherheit.

Ein Bewohner aus Eschenstruth hatte Nero, dem Zutraulicheren der beiden, vor einigen Tagen einfach Schopf und Mähne geschnitten. Die Hobeins wissen, wer das war, und sprachen denjenigen auf seine Tat an. „Er hat gesagt, das Pferd habe nicht mehr richtig sehen können. Deshalb habe er ihm den Schopf geschnitten“, sagt Gerhard Hobein. „Das ist wirklich unfassbar“, fügt seine Frau Helma hinzu.

Helsa: Schopf dient als Insektenschutz – Pferd ist bereits 19 Jahre alt

Denn der Schopf solle absichtlich bis über die Augen des Tieres wachsen. „Das ist als Insektenschutz sehr wichtig.“ Besonders ärgerlich: Er wächst sehr langsam nach. „Nero ist schon 19 Jahre alt. Wir wissen nicht, ob er das vollständige Nachwachsen überhaupt noch erlebt“, sagt Tochter Sonja Hobein, die die beiden Friesen pflegt und reitet.

Die Mähne wachse schneller nach. Aber auch da sei es ärgerlich, dass sie fast 15 Zentimeter abgeschnitten wurde. „Man kann doch nicht einfach an fremde Tiere gehen und mit ihnen machen, was man will. Es ist wirklich unglaublich“, sagt Gerhard Hobein.

Mann schneidet Pferd in Helsa die Mähne ab: „Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“

Er appelliert in dem Zusammenhang auch, fremde Tiere nicht einfach zu füttern oder zu streicheln. „Das sollte man grundsätzlich nicht tun. Man weiß nie, wie die Pferde reagieren.“ Im Fall von Nero habe der Täter Glück gehabt, dass das Tier ruhig und zahm ist. „Deshalb hat er sich das wohl auch gefallen lassen. Saphir ist da schon anders, an den kam er wahrscheinlich gar nicht ran.“ Familie Hobein hat den Vorfall der Polizei gemeldet,

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„Entgegen landläufiger Meinung handelt es sich bei solch einer Tat nicht um Sachbeschädigung, sondern um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, heißt es bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Nordhessen. „Das ist eine Straftat, die wir sehr ernstnehmen.“ (Theresa Novak)

Im vergangenen Jahr war in Helsa ein Schwarzstorch unterwegs und sorgte für Staunen.

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