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Vorbereitungen zum A44-Ausbau bei Helsa laufen auf Hochtouren

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Verkehr fließt weiter: An diesem Schacht endet das bereits fertige Teilstück der Entwässerung. An dem gerodeten Hang der Waldhofkurve (Mitte, im Hintergrund) wird das Portal des Autobahntunnels gebaut werden. Fotos: Dilling

Helsa. Der Ausbau der A44 im Abschnitt Helsa rückt näher. Zwar beginnen die Arbeiten an der Autobahn erst nächstes Jahr. Doch schon jetzt laufen wichtige Vorarbeiten. Ein Spezialbohrer schafft etwa Platz für die Entwässerung unter der Bundesstraße 7. Eine Reportage.

Fred Plöger hört vom Verkehr, der kaum einen Meter entfernt von ihm auf der Bundesstraße 7 kurz vor der Waldhofkurve vorbeirauscht, in seiner engen Kabine im Baucontainer wenig. Konzentriert beobachtet der Mitarbeiter der Firma Sonntag auf seinen Bildschirmen, wie sich Sabine langsam aber zuverlässig durch den Buntsandstein unter der Bundesstraße fräst.

4,5 Zentimeter kommt der auf diesen Namen getaufte Bohrer pro Minute voran. Manchmal sind es auch neun oder zehn. Wie ein Steuermann dirigiert Plöger Sabine mit seinem Computer. Dank des Spezialisten kommt Sabine nur ein paar Millimeter von vorbestimmten Kurs ab.

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Plöger und die übrigen Mitarbeiter der Firma Sonntag gehören zur Vorhut des Autobahnbaus im Abschnitt Helsa. Dort wird die A44 zwar erst nächstes Jahr gebaut. Doch schon jetzt laufen wichtige Vorarbeiten.

Sabine sorgt dafür, dass die künftige Autobahn am Hang zwischen dem Tunnel Hirschhagen und der Anschlussstelle Helsa-Ost schön trocken bleibt. Für 3,6 Millionen Euro baut die Firma Sonntag im sogenannten Microtunneling-Verfahren auf gut 900 Meter Länge die Entwässerungsanlage: Ein 1,20 Meter tiefes Betonrohr wird in bis zu 7,50 Meter Tiefe verlegt.

Sabine gräbt die 1,50 Meter durchmessenden Tunnel, die das Wasser des Kaufunger Walds von den Hängen in ein Regenrückhaltebecken leiten, das gerade neben der Bundesstraße errichtet wird. Von da aus gelangt das von Feststoffen befreite Wasser in die nahe Losse.

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Blick in den Schacht: Die Betonrohre (Mitte) werden automatisch in die vom Bohrer gefräste Röhre hineingedrückt.

Man habe das Microtunneling-Verfahren gewählt, damit der Verkehr während der monatelangen Arbeiten möglichst unbehindert auf der stark befahrenen B7 weiterrollen könne, sagt Reinhold Rehbein vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen. Die Arbeitsschächte, von denen aus Sabine sich ins Gestein wühlt, brauchen wenig Platz. Würde man zum Verlegen der Rohre alles aufgraben, müssten zwei statt nur eine Fahrbahn der Bundesstraße gesperrt werden, lange Staus wären die unausweichliche Folge. Mitte bis Ende Juni soll die Entwässerungsanlage fertig sein. Sabine ist halt schnell. Das Microtunneling-Verfahren werde sonst überwiegend im innerstädtischen Bereich eingesetzt, sagt Schachtmeister Rüdiger Schumann. Er ist wie Heinz Bernd Dünschede von dem die Bauaufsicht führenden Baunataler Ingenieurbüro Gajowski froh, dass die Arbeiten gut im Zeitplan liegen.

Probleme habe es bisher nicht gegeben, sagt Dünschede. Allerdings sei kürzlich ein „unglückliches Versehen“ passiert. Das Missgeschick hatte für Aufregung unter Helsaern gesorgt: Denn die Losse floss plötzlich rot dahin. Versehentlich war mit Buntsandstein versetztes Bohrwasser in den Fluss gelangt. Das sei aber völlig ungefährlich gewesen, versichert der Diplom-Ingenieur.

Von Peter Dilling

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