Ringstraße ist zu eng

Waldhöfer parken oft falsch herum - Polizei verteilt nachts Knöllchen

Autos, die an der Waldhöfer Ringstraße parken, teilweise entgegen der Fahrtrichtung
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In Fahrtrichtung zu parken, sei in der engen Straße oft nicht möglich, sagen die Waldhöfer. In einer Bürgerversammlung sollen nun Möglichkeiten zur Entschärfung der Situation diskutiert werden.

Einige Bewohner der kleinen Siedlung Waldhof parken seit Jahrzehnten an der Waldhöfer Ringstraße falsch – das heißt, entgegen der Fahrtrichtung. Bisher hat sich niemand daran gestört. Doch seit Kurzem hagelt es Knöllchen. Unter anderem werden die Verstöße auch nachts um 3 Uhr geahndet.

Helsa – Verantwortlich für die Knöllchen ist nicht etwa die Gemeinde Helsa, sondern die Beamten des Polizeireviers Ost in Kassel. „Offenbar fahren sie Streife in Waldhof und notieren dabei die Kennzeichen der in der falschen Richtung geparkten Autos“, sagen die Betroffenen.

Ihnen sei klar, dass sie faktisch falsch parken. Doch meistens hätten sie keine andere Möglichkeit, da die Straße sehr eng und das auch grundsätzlich ein Problem sei. Vor allem im Winter gebe es immer wieder Probleme, gewisse Grundstücke anzufahren, was zu der falschen Parkweise führe. Die Waldhöfer wollen nun zusammen mit der Gemeinde eine Lösung finden.

Laut Bürgermeister Andreas Schönemann ist für den 5. Oktober eine Bürgerversammlung zu dem Thema angesetzt. „Wir müssen eine rechtssichere Lösung finden. In der Versammlung werden wir dann Möglichkeiten vorstellen, wie man die Situation entschärfen kann.“ Im Raum stehe zum Beispiel eine Einbahnstraßenregelung. Dort dürfe man rechts und links parken, also auch entgegen der Fahrtrichtung.

Doch auch davon abgesehen, auf welcher Seite Autos parken, steht fest: Die Straße ist zu eng. „Neue Müllentsorgungsfahrzeuge sollen in Zukunft fünf bis zehn Zentimeter breiter werden. Dann wird es schwierig oder ist vielleicht sogar nicht mehr möglich, für die Fahrzeuge durch die Straße zu kommen“, sagt Schönemann. „Auch dieses Problem müssen wir im Auge behalten.“

Warum die Polizei in letzter Zeit so oft und auch mitten in der Nacht durch die kleine Siedlung Waldhof fährt, sagt die Polizei nicht. „Aus Datenschutzgründen und zum Schutz von Persönlichkeitsrechten können wir grundsätzlich keine Angaben zu einzelnen Personen oder Bewohnern machen“, sagt Matthias Mänz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen.

„Eine verstärkte Streifentätigkeit kann verschiedene Hintergründe haben, erhöht aber natürlich immer auch die Sicherheit der Bürger. Aus taktischen Gründen ist es uns nicht möglich, darauf näher einzugehen, da dadurch in der Regel die zugrunde liegende polizeiliche Maßnahme gefährdet werden würde.“ (Theresa Novak)

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