Wer nun eintritt, wird verpflichtet

So geht es in Helsa mit der Pflichtfeuerwehr weiter

Zwei Feuerwehrmänner aus Helsa mit Atemschutzmasken
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Wegen eines internen Streits hat Helsa nun eine Pflichtwehr. Unser Archivbild zeigt eine Übung.

Fast einen Monat ist es her, dass die Gemeinde Helsa eine Pflichtfeuerwehr für den Ortsteil einberufen hat. Die Entscheidung kam zustande, weil wegen einem länger schwelenden Streit mit einem Mitglied der aktiven Wehr fast die ganze Einsatzabteilung mitsamt der Führungskräfte zurückgetreten ist. Doch was bedeutet die Pflichtwehr nun? Fragen und Antworten dazu.

Was hat sich in der aktiven Feuerwehr Helsa geändert?

Für die Bürger hat sich nichts geändert, sagt Bürgermeister Andreas Schönemann, der bis zu seiner Amtsübernahme zweiter stellvertretender Gemeindebrandinspektor war und aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr Eschenstruth ist. 48 Mitglieder seien nun zum Dienst in der Ortswehr Helsa verpflichtet, und alle seien dem nachgekommen. „Der Brandschutz war zu jeder Sekunde gewährleistet“, sagt Schönemann, „das stand nie außer Frage“.

Sind die Mitglieder dieselben?

Größtenteils ja. Mitglieder, die nicht ihren Wohnsitz im Ortsteil Helsa haben, sind gemäß der neuen Satzung nicht verpflichtet worden. Dazu gehört auch der umstrittene Björn Steisel, der in einem Ortsteil von Hessisch Lichtenau wohnt. Auch Mitglieder über 60 Jahren dürfen nicht verpflichtet werden. „Ältere konnten wir nach Rücksprache in die Altersabteilung überführen“, sagt Schönemann.

Wie lange wird oder darf die Pflichtfeuerwehr bestehen?

„Wir wollen natürlich so schnell wie möglich zurück zur Freiwilligen Feuerwehr“, sagt der Rathauschef. Dazu gehöre aber Rechtssicherheit. Ziel sei es, die Satzung zu ändern, „damit alle bedenkenlos freiwillig in den Dienst zurückkehren“. Denkbar wäre, in der neuen Satzung eine Probezeit zu verankern. So handhabt es beispielsweise Hessisch Lichtenau. Da die Satzung schon älter ist und die Änderungen mit den Gremien beschlossen werden müssen, rechnet Schönemann mit einer Dauer von über einem Jahr. Eine explizite Frist für die Dauer der Pflichtwehr gibt es nicht.

Gilt die Freiwillige Wehr in Helsa damit als aufgelöst?

Ja, die Ortsteilwehr Helsa als Teil der Freiwilligen Feuerwehr ist aufgelöst. Die Wehren in Eschenstruth und Wickenrode bleiben davon unberührt.

Wie kann man jetzt Mitglied in Helsa werden?

„In einer Pflichtfeuerwehr sind freiwillige Mitglieder nicht vorgesehen“, erläutert Schönemann. Wer jetzt unbedingt in den Dienst will, könnte zwar verpflichtet werden, dann aber nicht mehr einfach so austreten. Allerdings gebe es zum Thema Pflichtwehr wenig Erfahrungswerte. Pflichtwehren werden selten einberufen – falls doch, geschieht dies meist aus dem Grund, dass sich zu wenig freiwillige Mitglieder melden. Das sei in Helsa aber nie ein Problem gewesen. „Wir haben eine der personalstärksten Wehren im Landkreis“, sagt Schönemann.

Was passiert mit der Kinder- und Jugendwehr und dem Verein?

Die Kinder- und Jugendwehr Helsa gehöre nun quasi zur Pflichtwehr und bleibe bestehen, obwohl sie mit Verpflichtung nichts zu tun habe, erklärt Schönemann. Im Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz gibt es dazu keinen Passus. Wegen Corona ruhe die Arbeit derzeit sowieso. „Danach wollen wir wieder alles anbieten, wie bisher auch“, sagt Schönemann. Der Feuerwehrverein habe mit der Pflichtwehr nichts zu tun, weil er nicht Teil der öffentlich-rechtlichen Wehr ist. (Valerie Schaub)

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