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Hier wird 2018 auf den Autobahnen in Nordhessen gebaut: Start mit Bergshäuser Brücke

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Von: Boris Naumann, Sven Kühling

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Blick nach Süden von der Lindenkopfbrücke hinab auf die A 7: Gut zu erkennen in der Bildmitte sind die beiden noch nicht fertiggestellten Fahrstreifen für die A 7-Trasse in Fahrtrichtung Süden. Trag- und Deckschicht werden zeitnah eingebaut. © Naumann

Kassel. Der achtstreifige Ausbau der Autobahn 7 zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte und die Instandsetzung der Bergshäuser Brücke der A 44 – das sind die wesentlichen Straßenbauprojekte in der Region für dieses Jahr.

Über 105 Millionen Euro sollen insgesamt in beide Vorhaben fließen. Während die marode Bergshäuser Brücke noch 2018 stabilisiert werden soll, läuft der Ausbau der A 7 mindestens bis zum Jahr 2022. Die aktuellen Zahlen stellte jetzt die planende Landesbehörde Hessen Mobil vor.

Mit 91,5 Mio. Euro Gesamtkosten macht der achtstreifige Ausbau der A 7 im Zuge des Weiterbaus der A 44 in Richtung Osten zur A 4 bei Herleshausen den größten Batzen bei den Bauprojekten von Hessen Mobil aus.

Noch bis August wird an der A 7-Fahrbahn in Richtung Süden zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte über eine Strecke von 6,2 Kilometern gearbeitet. Dabei geht es um die Vervollständigung des bis zu 16 Meter hohen Lärmschutzes an der Westseite der Autobahntrasse sowie um die komplette Erneuerung der Fahrbahn.

Ist das erledigt, wird an der A 7 zunächst eine Baupause eingelegt. Hintergrund ist die Sanierung der Bergshäuser Brücke (A 44 bei Fuldabrück). „Um Staus zu vermeiden und um zur Entlastung der Bergshäuser Brücke die Verkehrsströme auch über die A 49 bei Kassel (Südtangente) umzulenken, wird deshalb bis 2019 auf weitere Bautätigkeit auf der A 7 verzichtet“, sagt Reinhold Rehbein, Dezernatsleiter bei Hessen Mobil.

So wird mit dem vierstreifigen Ausbau der A 7-Trasse in Richtung Norden erst im April 2019 begonnen. Auch dort wird dann der noch fehlende Lärmschutz auf der Ostseite im Bereich der Ochshäuser Straße und des Waldauer Wegs komplettiert. Auf den Brücken soll der Lärmschutz von jetzt 4,5 Meter auf 7,5 Meter erhöht werden, und dort, wo zwischen den Brücken immer noch nur ein Erdwall die Lohfeldener Bevölkerung vor Autobahnlärm schützt, soll noch eine elf Meter hohe Wand gebaut werden.

Ganz zum Schluss wird in beiden Fahrbahnrichtungen noch ein Flüsterasphalt in die Straße eingebaut, um den Lärm noch einmal um fünf Dezibel herabzusenken. Das alles soll Ende 2022 fertig werden.

Wie die A7 in den 30er-Jahren überhaupt entstand, zeigen neu entdeckte Bilder.

Bergshäuser Brücke

In wenigen Tagen werden die Arbeiten zur Stabilisierung der Bergshäuser Brücke beginnen, erläuterte Reinhold Rehbein von Hessen Mobil. „Die Brücke hat ein Ermüdungsstadium erreicht“, sagte er. Gleich mehrere Verfahren werden angewendet, um die in die Jahre gekommene Konstruktion über der Fulda zu festigen. Die Brücke wurde von 1959 bis 1962 gebaut und 1971 erweitert. Mit der jetzigen Verstärkung soll sie halten, bis mit einem Neubau begonnen wird.

So werden laut Rehbein im südlichen Bereich Stahlplatten zur Verstärkung aufgeschweißt. Am nördlichen Überbau sollen Spannglieder die durch den Verkehr auseinander gedrückte Brücke wieder zusammenziehen und so ebenfalls festigen. Außerdem bekommt die Fahrbahnplatte eine Unterstützung. Mit diesen Arbeiten wird auch begonnen, ab Mai laufen die größeren Eingriffe an der Stahlkonstruktion.

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Jetzt geht es los: Die Bergshäuser Brücke wird ab nächster Woche stabilisiert. © Lischper

Der Einbau der gesamten Unterstützungen führe dazu, dass die Brücke für die nächsten 15 Jahre weiter befahrbar sei, sagte Rehbein. 14,92 Millionen Euro werden investiert.

Ab Mai wird sich auch die Verkehrsführung auf der Bergshäuser Brücke ändern. Laut Rehbein gibt es wegen des Einsatzes des Baugerätes dann nur noch einen Fahrstreifen Richtung Dortmund und zwei Streifen in Richtung Kassel-Süd. Derzeit ist es genau umgekehrt. Und wann kommt die neue Brücke? Zu einem Zeitpunkt wollte sich der Behördensprecher auf Anfrage der HNA nicht äußern.

A44 und A49

Auch auf der Fortsetzung der Autobahn 44 Richtung Dortmund wird in diesem Jahr gebaut. Zwischen den Anschlussstellen Zierenberg und Warburg soll die Fahrbahn grundhaft erneuert werden. Die Kosten gibt Hessen Mobil mit 9,2 Millionen Euro an. Gebaut wird zwischen Mai und Dezember. Je zwei Fahrspuren bleiben während der Bauphase in beiden Richtungen bestehen. Fortgesetzt wird auf der A 44 auch die Erneuerung einer Brücke über die Straßenbahngleise zum VW-Werk und einen parallel laufenden Rad- und Fußweg. Diese Baustelle hatte im Dezember für Aufsehen gesorgt. Weil bei den Arbeiten ein Betonteil gegen einen Stützpfeiler gerutscht war, wurde die Autobahn Richtung Süden für mehrere Tage gesperrt. Ob es dadurch zu Verzögerungen bei der Fertigstellung kommt, konnte Hessen-Mobil-Sprecher Reinhold Rehbein nicht sagen. Es gebe für die Baufirma ein Zeitfenster. Ob die Firma die Verzögerung aufholen könne, sei deren Sache, sagte er. Die Arbeiten sollen laut dieser Vorgabe bis Ende 2019 laufen.

Und: Eine neue Fahrbahndecke bekommt die A 49 zwischen Baunatal-Süd und Edermünde. Dafür gibt der Bund 2,1 Millionen Euro aus. Die Baufahrzeuge sind auf dem drei Kilometer langen Abschnitt zwischen August und Oktober aktiv. Auch hier bleiben zwei Fahrspuren pro Richtung im Baustellenbetrieb bestehen.

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