Jobcampus bildet und qualifiziert Menschen mit voller Erwerbsminderung

Hilfe bei der Suche nach passendem Arbeitsplatz

Mann bedient Tablet.
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Bereitet sich auf praktische Berufserfahrungen vor: Der 21-jährige Tim Winkler möchte über den Jobcampus erreichen, im Bereich Fahrzeugaufbereitung zu arbeiten.

Menschen in Beschäftigung bringen, die aufgrund einer Krankheit oder Behinderung außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen erwerbstätig zu sein: Das ist das Ziel des Jobcampus der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS). Nach einer coronabedingten Einschränkung nimmt das Projekt wieder an Fahrt auf, das die Teilnehmer darin unterstützt, einen Arbeitsplatz zu finden, der zu ihnen passt – auch Beschäftigungen jenseits der Behindertenwerkstätten, erklärt Tim Range, Leiter des Jobcampus.

Kreis Kassel – Derzeit begleitet der Jobcampus mit Standorten in Baunatal, Hofgeismar, Kassel und Fuldabrück 37 Teilnehmer auf dem möglichen Weg auf in den Arbeitsmarkt, jährlich sind es im Schnitt 150 Personen. Das Besondere am Jobcampus sei, dass der Weg nicht von vornherein festgelegt, sondern völlig offen sei, erläutert Range das Konzept. „Je nach Voraussetzung versuchen wir, die Wünsche umzusetzen.“

Zuerst absolvieren die Teilnehmer des Jobcampus ein Eingangsverfahren. „Wir führen Gespräche, welche Wünsche der Teilnehmer hat, welche beruflichen Interessen er verfolgt und welche Voraussetzungen er mitbringt“, so Range.

So erging es beispielsweise auch Tim Winkler. Der 21-Jährige interessiert sich brennend für Autos, wie er selbst sagt. Nun arbeitet er darauf hin, in der Fahrzeugaufbereitung Fuß zu fassen. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, in dem Bereich zu arbeiten“, sagt der 21-Jährige, der sich momentan theoretisch auf erste praktische Erfahrungen vorbereitet.

Denn der Jobcampus legt auch Wert darauf, dass die Teilnehmer die entsprechenden Kenntnisse und Inhalte vermittelt bekommen. Die Diakonie übernehme dabei quasi den Part der Berufsschule während einer Ausbildung. In diesem Schritt können die Teilnehmer die verschiedenen Berufsfelder auch beispielsweise in Praktika erproben und es entscheidet sich, in welche berufliche Richtung die weitere Qualifizierung gestaltet wird. „Beim Jobcampus bekommt jeder Teilnehmer eine individuell angepasste Bildung, die sich an den Ausbildungsrahmenplänen orientiert. Nach 27 Monaten erhalten sie dann ein Zertifikat, welches die erworbenen Kompetenzen abbildet und beim Übergang in den Arbeitsmarkt helfen kann“, erläutert Range.

Das schaffen in der Regel etwa zehn Prozent der Absolventen. „Die Bereitschaft im Arbeitsmarkt, Menschen mit voller Erwerbsminderung anzustellen, ist leider immer noch nicht sehr hoch“, sagt Range. Der Jobcampus könne dabei auch nur eingeschränkt behilflich sein. Wenn ein Teilnehmer ein Praktikum beginnt, übernimmt der Jobcampus etwa die Kommunikation mit dem Arbeitgeber, vermittelt bei Problemen und sucht gegebenenfalls nach Lösungsmöglichkeiten.

Aufgrund der guten Nachfrage will sich der Jobcampus künftig erweitern. Geplant ist ein neues Beratungsbüro am Holländischen Platz in der Nähe zum Campus der Uni Kassel. Dies soll im September erfolgen. Später sei geplant, neben dem Büro einen weiteren Ausbildungsstandort zu schaffen.

Von Daniel Göbel

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