Der Kommunalwahlkampf hat begonnen

Im Landkreis Kassel: Diese Parteien gehen an den Start

Eine Hand steckt einen gefalteten Wahlschein in eine Wahlurne.
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Der Wahlkampf im Landkreis Kassel hat begonnen: Bereits am 1. Februar werden die Briefwahlbüros geöffnet, bevor am 14. März um 18 Uhr die Wahllokale schließen und die Stimmen ausgezählt werden.

Nun steht fest, welche Parteien und Wählergruppen bei der Kommunalwahl am 14. März antreten. Wir haben die Wahlleiter aus dem Altkreis Kassel befragt und zeigen, wer wie aufgestellt ist.

Der Landkreis Kassel ist und bleibt SPD-Hochburg. Zumindest stellen sich die Sozialdemokraten in allen Kommunen zur Wahl. Ob sie auch, wie bislang, in den Ortsparlamenten und im Kreistag stärkste Kraft bleiben (außer in Espenau), entscheidet sich am 14. März. Schon bei der Kommunalwahl 2016 hatten die Sozialdemokraten in 7 von 13 Kommunen Sitze verloren.

Auch die CDU will wieder in alle Parlamente einziehen. Blickt man auf die vergangene Wahl im Altkreis, haben sich die Christdemokraten unterm Strich recht stabil im Sattel halten können. Es dürfte spannend werden, wie sie dieses Jahr abschneiden. Ausschlaggebend könnte auch die Corona-Politik von Kanzlerin Angela Merkel sein.

Unter ferner liefen ist und bleibt die Partei Die Linke im Altkreis Kassel: Lediglich in Schauenburg hat sich ein Ortsverband der demokratisch-sozialistischen Partei gebildet. Eine Art Ableger gibt es noch in Kaufungen mit der Grünen-Linken-Liste Kaufungen (GLLK). Ihr Fraktionschef ist zwar Linken-Landtagspolitiker Torsten Felstehausen. Trotzdem vertritt die GLLK, wie ihr Name schon sagt, sowohl Grüne als auch Linke Interessen. Rein politisch ist die sozialistische Partei im Altkreis also der Bedeutungslosigkeit nahe.

Ein wenig präsenter sind die Freien Wähler. Aber eben nur ein wenig: In Espenau sind sie zuletzt stärkste Kraft gewesen und gehen dort, ebenso wie in Fuldatal, dieses Jahr erneut ins Rennen. Nun kommt mit einem Ortsverein in Ahnatal eine dritte Kommune im nördlichen Altkreis hinzu. Die Liste umfasst neun Kandidaten. Zum Vergleich: SPD und CDU, die aktuell 9 und 8 Plätze im Ahnataler Parlament innehaben, stellen jeweils 23 Kandidaten zur Wahl.

Bündnis 90/Die Grünen erleben einen leichten Aufschwung. In Fuldabrück treten sie neu an und sind nun fast in jeder Kommune präsent. Lediglich in Nieste und Söhrewald stellen sie sich nicht zur Wahl. Anstelle der Grünen tritt in Espenau und Helsa eine Grüne Liste an.

Bei der vergangenen Kommunalwahl mussten die Grünen einige Sitze einbüßen. Doch auf Bundesebene übt die Partei immer mehr Einfluss aus. Das könnte auch in den Parlamenten im Altkreis spürbarer werden. Denn der Klimawandel treibt immer mehr Menschen um.

Leicht bergauf könnte es für die FDP gehen. Denn die Liberalen treten in diesem Jahr nicht nur in Baunatal, Fuldatal sowie im Kreistag an, sondern auch in der Gemeinde Fuldabrück. So könnte die Partei, die vor allem auf Kreisebene durch den Ex-Bundestagsabgeordneten Björn Sänger sichtbar ist, zumindest in einem weiteren Ortsparlament sitzen.

„Wir müssen Regierungsverantwortung erlangen, auf allen Ebenen.“ Das war Jörg Meuthens Ansage beim Neujahrsempfang in Lohfelden im Februar 2020. Doch dem hohen Anspruch ihres Chefs wird die Partei im Altkreis offenbar nicht gerecht. Zwar tritt die AfD neben Bad Karlshafen und dem Kreistag diesmal auch in Lohfelden und Vellmar an, hat aber ihre Sitze im Fuldabrücker Parlament verloren – und wird hier nicht mehr antreten. Der Grund laut Volker Richter: Mitgliederschwund. Für den Landtagsabgeordneten ist klar, dass ein Anschlag auf sein Auto und sein Haus potenzielle Mitstreiter abgeschreckt habe. Allein habe er nicht antreten wollen, sagte er gegenüber der HNA.

Im Kreistag bleibt in Sachen Parteibewerbungen alles beim Alten. So haben SPD, CDU und Grüne ihren Hut in den Ring geworfen, ebenso AfD, FDP, Freie Wähler und die Linke.

Spannend dürfte werden, inwieweit sich die SPD und CDU, die 36 und 19 Sitze innehaben, gegen die AfD, aber auch gegen die aufstrebenden Grünen behaupten können. Zwar hatten die Sozialdemokraten ihre absolute Mehrheit auf Kreisebene bereits vor fünf Jahren eingebüßt, aber bislang dominierten sie im Landkreis Kassel immer noch. Ob das so bleibt, wird sich nach der Wahl am 14. März zeigen.

Von Samira Müller Und Moritz Gorny

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