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„Das ist der Wahnsinn“: Brötchen werden immer teurer

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Von: Marvin Hinrichsen, Daria Neu, Bernd Schünemann

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Alles wird teurer: Das betrifft auch Lebensmittel wie Brötchen, bestätigen die Bäcker im Landkreis Kassel.
Alles wird teurer: Das betrifft auch Lebensmittel wie Brötchen, bestätigen die Bäcker im Landkreis Kassel. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Lebensmittel werden immer teurer. Auch im Kreis Kassel macht sich das bemerkbar. Die Bäcker in der Region bitten um Verständnis. 

Kreis Kassel – Als Folge des Ukraine-Konflikts steigen die Preise für Lebensmittel auch hierzulande. Dass alles teurer wird, spüren unter anderem die Bäcker im Landkreis Kassel, die ihre Brötchenpreise aus verschiedenen Gründen erhöhen müssen.

Bernd Riede, Obermeister der Bäcker-Innung Region Kassel, empfindet vor allem die steigenden Energiekosten als große Belastung. „Ich zahle pro Monat etwa 2000 Euro mehr, aber ohne Energie geht es nicht.“ Das habe selbstverständlich Auswirkungen auf die Preise der Ware. Habe ein Brötchen im vergangenen Jahr noch rund 35 Cent gekostet, liege man jetzt schon bei 40, wenn nicht sogar 50 Cent pro Stück.

Die Bäcker im Landkreis Kassel bitten um Verständnis bei den Kunden. Das sei tatsächlich auch größtenteils vorhanden, sagt Silvia Herwig von der Bäckerei Ehmer in Söhrewald. Natürlich sorgen die Weizenpreise dafür, dass man die Brötchen nicht mehr zum selben Preis wie vorher anbieten könne. „Wir haben hier aber viele Stammkunden, die dafür durchaus Verständnis aufbringen.“ Die steigenden Preise seien schließlich keine Überraschung. Die meisten hätten mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse in der Welt wohl damit gerechnet.

Kreis Kassel: Bäcker spüren Verständnis der Kunden für Preiserhöhungen

Verständnis vonseiten der Kundschaft spürt auch Bernd Riede. „In unserer Region kann man tatsächlich noch froh über die vergleichsweise günstigen Backwaren sein.“ In größeren Städten sehe das sicherlich anders aus.

Dennoch seien die Preissteigerungen im Alltag überall nicht wegzudiskutieren. „Es gibt nichts, was nicht teurer geworden ist – das ist ja der Wahnsinn“, sagt Riede. Für einen Doppel-Zentner Mehl habe er einst etwa 40 Euro bezahlt. „Wir liegen jetzt bei 60 Euro.“ Das Traurige: „Das ist nicht mal das Schlimmste.“ Unvergleichlich belastend seien die steigenden Energiekosten, die es den örtlichen Bäckern schwer machen.

Dass der Druck steigt, bestätigt auch Marcel Simon von der Bäckerei Amthor in Hofgeismar. „Die Situation ist wirklich katastrophal für uns“, schildert Simon. Hätten 100 Kilogramm Weizen vergangenes Jahr 27,20 Euro gekostet, so seien es jetzt 62,30 Euro. Auch die Beschaffung von Hefe sei nicht einfach. Der größte Teil der Hefe komme aus der Ukraine und die hohe Nachfrage lasse die Preise explodieren.

Bäcker im Kreis Kassel: Sorgen auch um Preise für Milchprodukte

Ähnlich sehen es auch die Bäcker im Altkreis Wolfhagen. Dirk Oliev von der Bad Emstaler Bäckerei Oliev hat den Brötchenpreis „etwas erhöht“. Er hofft, dass sich die Lage beruhigt und die Preise demnächst wieder zurückgehen. Sollte das nicht geschehen, werde im Herbst „ein weiterer Schritt“ notwendig. Ein einfaches Brötchen kostet jetzt in den sechs Oliev-Filialen 39 statt bisher 36 Cent. Er wolle den Kunden „nicht vor den Kopf stoßen“, sagt der Emstaler Bäckermeister. Die Kunden kennen die Lage und seien froh, dass die Kosten nicht in vollem Umfang weitergegeben werden.

Sorgen bereiten zudem die Preise für Milchprodukte, die in der Konditorei verwendet werden. Butter koste das Doppelte gegenüber 2021. Meistens seien die Produkte weiterhin verfügbar – es sei aber auch eine Frage, wie viel man bereit sei, zu zahlen. Eine Sortimentsanpassung wegen fehlender oder zu teurer Rohstoffe war in der Bad Emstaler wie auch in der Zierenberger Bäckerei bisher nicht notwendig. Generell seien die notwendigen Rohstoffe für Bäckereien verfügbar, sagt Dirk Oliev. Allerdings sei es teilweise auch eine Frage, wie viel man bereit sei, dafür zu zahlen. Kollege Schäfer kauft so ein, dass er zumindest für einen gewissen Zeitraum mit Rohstoffen abgesichert ist. Nach seiner Erfahrung seien die Lieferanten „gut aufgestellt“, sodass es noch keine Einschränkungen gebe. (neu/mhn/ber)

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