Wohnhäuser werden immer teurer

Immobilien-Nachfrage im Landkreis weiter hoch

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Wohnungen, Wohnhäuser, Grundstücke: Alles wird im Landkreis Kassel teurer.

Kreis Kassel – Im Landkreis Kassel steigen die Immobilienpreise weiter an. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Immobilien nahezu gleich. Das teilt der Gutachterausschuss für Immobilienwerte mit, der im Hessischen Amt für Bodenmanagement (AfB) mit Sitz in Korbach angesiedelt ist.

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum geht vor allem aus der Anzahl der im Jahr 2019 abgeschlossenen Kaufverträge hervor. „Tatsächlich ist die Anzahl mit 2523 abgeschlossenen Verträgen seit mehr als zehn Jahren nahezu konstant geblieben“, sagt AfB-Sprecher Dieter Hofstätter. Rund 48 Prozent der Verträge regelten einen Hausverkauf mitsamt Grundstück, 35 Prozent fallen auf unbebaute Grundstücke, die restlichen 17 Prozent auf Verkäufe von Eigentumswohnungen.

„Dieser dauerhaft konstant hohen Nachfrage nach Wohnraum steht eine stetig steigende Preisentwicklung gegenüber“, sagt Hofstätter. Tatsächlich würden bebaute Grundstücke aktuell zu einem 62 Prozent höheren Preis verkauft als noch 2011.

Beispielhaft stünden hierfür die Preise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Lag der Durchschnitts-Verkaufswert im Jahr 2015 noch bei 166 500 Euro, stieg er im Jahr 2018 auf 202 500 Euro. Im Jahr 2019 wurde der mittlere Verkaufspreis noch einmal übertrumpft – er lag bei 231 000 Euro. „Knapp 74 Prozent der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser im Landkreis Kassel liegen im Preissegment über 150 000 Euro“, sagt Hofstätter.

Bemerkenswert hierbei: Je nachdem, wo im Landkreis Kassel eine Immobilie steht, kann ihr Wert stark schwanken. So sind Immobilien beispielsweise im Speckgürtel rund um Kassel deutlich teurer als im ländlichen Raum. So betrug das mittlere Preisniveau einer Standard-Immobilie (Baujahr: 1995, Wohnfläche: 120 Quadratmeter, mittlerer Ausstattungsstandard, Grundstücksgröße: 700 Quadratmeter) in Vellmar zum Jahresbeginn 2019 rund 310 000 Euro. „Eine ähnliche Immobilie in Bad Karlshafen hätte zum gleichen Stichtag einen Wert von nur rund 160 000 Euro gehabt“, sagt AfB-Mitarbeiterin Karina Fennel. Grundsätzlich seien die Bodenrichtwerte der einzelnen Kommunen ein wichtiges Indiz auch für den Wert von Immobilien (siehe Grafik).

Mit Blick auf den Verkauf von Wohnungen lässt sich im Landkreis Kassel ein ähnlicher Trend ablesen. Lag der Durchschnittspreis für eine Neubauwohnung 2015 bei 2200 Euro pro Quadratmeter, stieg der Wert im Jahr 2019 auf 2750 Euro pro Quadratmeter an – ein Anstieg um 25 Prozent. Beim Wiederverkauf von Wohnungseigentum kletterte der Durchschnittswert im gleichen Zeitraum von 1100 auf 1450 Euro pro Quadratmeter.

Im Gegensatz dazu stiegen die durchschnittlichen Verkaufswerte von unbebauten Grundstücken weniger stark an. So kletterte der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein Baugrundstück von 80 Euro im Jahr 2015 auf 87 Euro im Jahr 2019 an – ein Anstieg um 8,75 Prozent.

Bei landwirtschaftlichen Flächen aber ist der mittlere Quadratmeterpreis im gleichen Zeitraum von 1,50 auf 1,90 Euro angestiegen, was einem Plus von 27 Prozent entspricht.

Die Immobilienpreise im Landkreis Kassel steigen, das zeigt der Bericht des Gutachterausschuss für Immobilienwerte. Dabei sei aber auch die Presspanne im ganzen Landkreis Kassel sehr groß. Wie sich die Corona-Krise auswirkt, kann noch nicht gesagt werden.

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