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Impfzentrum in Calden ist für Herbst gerüstet

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Von: Alia Diana Shuhaiber, Monika Wüllner

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Im Reinraum des Impfzentrums des Landkreises Kassel in Calden werden die Impfdosen unter sterilen Bedingungen aufgezogen.
Im Reinraum des Impfzentrums des Landkreises Kassel in Calden werden die Impfdosen unter sterilen Bedingungen aufgezogen. © Alia Shuhaiber

Die Pandemie hat die Region weiter fest im Griff. Derzeit ließe sich die Kapazität im Caldener Impfzentrum hochfahren, wenn die Nachfrage steigt. Ob das Zentrum allerdings 2023 weiter besteht, ist unklar.

Kreis Kassel – Die Infektionszahlen sind für die Sommermonate im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher. Die meisten Infektionen sind auf die Omikron-Variante BA.5 zurückzuführen, die unter Experten als die ansteckendste seit Ausbruch der Pandemie bezeichnet wird. Das belegen auch die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI), wobei die Dunkelziffer wohl deutlich höher ist. Obwohl im Herbst mit einem erneuten Anstieg gerechnet werden kann, sind die Corona-Impfungen zuletzt kontinuierlich zurückgegangen. Laut Gesundheitsamt ließen sich zuletzt rund 450 Personen pro Woche gegen Corona impfen. Ein erheblicher Anteil sind Dritt- oder Viertimpfungen. Das könnte sich mit einem auf die Omikron-Variante angepassten Impfstoff ändern.

Ob die Menschen in Stadt und Landkreis Kassel auch über den 31. Dezember 2022 hinaus ein Impfangebot in Calden wahrnehmen können, ist allerdings bislang ungeklärt. „Wir arbeiten im Auftrag des Gesundheitsamtes und warten bezüglich eines Weiterbetriebs des Impfzentrums auf die Vorgaben von Bund und Land“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage. Grundsätzlich sei der Landkreis aber in der Lage, relativ schnell auf neue Herausforderungen zu reagieren. Das habe das Betreiben des Impfzentrums in den vergangenen eineinhalb Jahren gezeigt.

Das Impfzentrum in Calden hat aktuell nur noch mittwochs und freitags von 13.30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. „Am vergangenen Freitag haben sich rund 80 Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen“, sagt Kühlborn. Die Auslastung des Impfzentrums befinde sich auf dem Niveau vom September 2021 – allerdings habe es vor einem Jahr keine Sommerwelle gegeben, merkt der Kreissprecher an. Sollte die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen im Herbst wieder steigen, könne das Impfzentrum innerhalb kürzester Zeit wieder in den Volllastbetrieb versetzt werden und pro Tag 1200 Impfungen anbieten.

Derzeit würden in der Regel nur zwei von zehn Impfstraßen in Calden geöffnet. Während in der Spitze bis zu 700 Menschen im Impfzentrum beschäftigt waren, sind es laut Kühlborn derzeit nur noch etwa 20 Mitarbeiter. Der Landkreis verfüge aber über einen Pool von Helfern. „Wir haben eine Gruppe von Mitarbeitern, auf die wir kurzfristig zurückgreifen können“, sagt Kühlborn. An Personal und Impfstoff mangele es nicht.

Mit Blick auf den neuen, für den Herbst angekündigten Impfstoff und einer damit einhergehenden steigenden Nachfrage, verweist der Landkreis auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Ständigen Impfkommission (Stiko). Aktuell wird die Auffrischungsimpfung (vierte Impfung) für alle Menschen ab 70 Jahre sowie Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche (ab fünf Jahren) sowie Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen empfohlen. Durch die Terminvergabe gibt es derzeit kaum Wartezeiten im Impfzentrum. Mit dem an das veränderte Virus angepassten Impfstoff ist Ende September beziehungsweise im Oktober zu rechnen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wird dieser zunächst den priorisierten vulnerablen Gruppen, wie etwa Menschen mit Vorerkrankungen, Hochbetagte und Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen angeboten, erklärt Kühlborn.

Personen, die bisher nur eine Grundimmunisierung haben, sollten ihre Impfungen nach den Vorgaben des RKI mit der ersten Auffrischungsimpfung vervollständigen, um einen bestmöglichen Schutz zu erreichen.

Das Impfzentrum in Calden bietet jetzt auch die Impfung gegen Affenpocken an. Zum Einsatz kommt der Pockenimpfstoff Imvanex/Jynneos für die Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach einem engen Kontakt mit einer infizierten Person. Die Impfung sollte frühestmöglich in einem Zeitraum von bis zu 14 Tagen nach Kontakt/Ausbruch stattfinden.

Von Monika Wüllner Und Alia Shuhaiber

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